MMA Deutschland

Coga, Hein, Kocak und Omer triumphieren bei Fair FC

Die Fair-FC-Champions Max Coga und Nick Hein. (Foto: Elias Stefanescu/Groundandpound.de)

Die Debütshow der Fair Fighting Championship hielt alles, was sie versprach und mehr. Einige von Deutschlands besten Kampfsportlern standen am 8. Februar in Herne im Käfig und begeisterten die Zuschauer.

Im Hauptkampf der Veranstaltung standen sich Max Coga vom MMA Spirit Frankfurt und Lom-Ali Eskijew von Jupps Fight Team gegenüber, zwei der besten Federgewichte Deutschlands. Es ging um den vakanten Titel in der Klasse bis 66 Kilo. Beide kämpften bereits im November 2012 gegeneinander, damals siegte Coga in Runde zwei durch Aufgabe.

Eskijew fand im Stand besser in den Kampf, doch Coga brachte ihn zu Boden. Kurz darauf ging es in den Stand zurück, und dann holte Eskijew Coga von den Beinen. Er folgte mit Ground and Pound nach, aber auch Coga kam in den Stand zurück. Eskijew setzte zum Takedown an, doch Coga wehrte ihn ab und traf Eskijew schwer. Der Abbruch schien nahe, doch Eskijew kämpfte sich trotz heftiger Kniestöße zurück. Die Runde endete im offenen Schlagabtausch.

Wie die erste Runde endete, so begann die zweite – im Schlagabtausch. Eskijew gelang ein Takedown in die Side Control. Ein Gerangel auf dem Boden entsteht, am Ende befindet sich Coga in der Mount. Eskijew versuchte es mit einem Beinhebel, aber Coga konterte mit Schlägen zum Kopf. Dann nahm Coga die Back Mount ein. Es folgte der Rear Naked Choke – und nach 4:55 Minuten die Aufgabe. Coga gewann den „Kampf des Abends" und somit den Federgewichtstitel von Fair FC.

Solaja punktet Ivcenkov aus

Den K-1-Hauptkampf der Veranstaltung bestritten Danijel Solaja und der kurzfristig eingesprungene Vladimir Ivcenkov. Beide lauerten zu Beginn auf den Fehler des anderen. Solaja war dabei der aktivere und setzte auch mehr Treffer als Ivcenkov. Dieser versuchte immer wieder mit harten Jabs zu landen, schaffte es aber nur bedingt durch die Deckung Solajas. Beide neutralisierten sich gegenseitig, da sie immer wieder gezielte Fäuste abfeuerten.

Nachdem die zweite Runde ähnlich wie die erste verlaufen war, setzten Solaja und Ivcenkov zu Beginn von Runde drei Headkicks ein – diese verfehlten ihr Ziel jedoch klar. Ivcenkov wurde aktiver und setzte ein paar Wirkungstreffer, Solaja konnte jedoch kontern. Beide neutralisierten sich erneut mit ihren Treffern. Ivcenkov war kurzzeitig angeschlagen, konnte sich jedoch retten. Die drei Punktrichter gaben den Sieg einstimmig an Solaja.

Hein bezwingt Erdinc in Titelkampf

Auf dem Weg nach unten ins Leichtgewicht trafen sich die Weltergewichte Nick Hein aus Köln und Michael Erdinc aus Essen, zwei der besten Deutschen in dieser Gewichtsklasse, in einem Catchweight bis 73 Kilo. Um einen Titel kämpften sie dennoch, den im Halbweltergewicht.

Hein traf als Erster, konnte aber nicht nachsetzen, da Erdinc immer wieder auswich. Im Anschluss fand Erdinc immer wieder den Weg zum Kopf von Hein, konnte diesen aber nicht zu Fall bringen. Erdinc immer wieder mit Körpertreffern, aber Hein nahm die Treffer hin. Plötzlich konnte Hein Erdinc durch ein Double-Leg-Takedown zu Boden bringen. Der Essener verteidigte sich aber gut aufm Boden und brachte den Kampf so in die zweite Runde.

Hein ließ im zweiten Durchgang immer wieder die Deckung fallen, um Erdinc zu locken, doch dieser fiel nicht darauf hinein. Stattdessen kassierte Hein einen Kopftritt von Erdinc. Der Kölner versucht es immer wieder mit Spinning-Backfists, kam damit aber nicht durch. Erdinc setzte vereinzelt starke Treffer zum Körper. Keiner der beiden riskierte den finalen Schlag. Erdinc konnte den Schlägen Heins ausweichen und umgekehrt. Dann suchte Hein den Clinch. Ihm gelang der Takedown, konnte aber nicht nachsetzen, da die Ringglocke ertönt.

Zu Beginn der dritten Runde konnte man beiden das Tempo der ersten beide Runden ansehen. Sie starteten eher vorsichtig. Hein dann mit dem Takedown und der Full Mount. Erdinc verteidigte sich klug und versucht, zurück in den Stand zu kommen, doch Hein verhindert dies mehrmals erfolgreich. Der Ringrichter hatte genug und ließ die beiden aufstehen. Hein drückte den Essener gegen den Käfig und schaffte erneut ein Takedown. Doch aus Erdincs Full Guard heraus konnte er nichts Größeres machen. Erdinc suchte den Arm, bekam ihn aber nicht zu fassen.

Die drei Punktrichter gaben den Sieg und somit den Titel einstimmig an Hein.

Omer mit erfolgreichem Comeback

Der Stuttgarter Alan Omer kehrte nach über zweijähriger Pause in den Käfig zurück. Er traf auf den ehemaligen „German Top Five"-Kämpfer Dennis Tomzek aus Neubrandenburg, ein Kampf, der bereits im Dezember 2011 hätte stattfinden sollen.

Beide Kämpfer tasteten sich vorsichtig ab. Dann schlug Omer Tomzek mit einem rechten Haken nieder und setzte mit Ground and Pound nach. Schwere Treffer brachten den Ringrichter dazu, die Auseinandersetzung nach nur 45 Sekunden zu beenden.

Taha bleibt als Profi ungeschlagen

Im Catchweight bis 63 Kilo traf Khalid Taha auf den Österreicher Manuel Bilic. Bilic setzte den ersten Treffer im Kampf mit einem rechten Schwinger. Taha wartete ab und versuchte es aus der Distanz mit Lowkicks. Er musste immer wieder Treffer einstecken, konnte dann aber den Single-Leg-Takedown von Bilic abwehren. Taha drückte seinen Gegner gegen den Käfig. Der Ringrichter trennte die beiden, und danach konnte Taha direkt treffen und seinen Gegner zu Boden ringen. Er schnappte sich den Rücken des Österreichers und versucht einen Aufgabegriff anzusetzen

Zum Start von Runde zwei rannte Bilic in die Fäuste Tahas. Der Österreicher wackelte, fiel aber nicht. Nun nahm Taha das Tempo wieder heraus und ließ den Österreicher kommen. Bilic versuchte ein Takedown, kam aber nicht durch und kassierte weiter Schläge zum Körper und Kopf. Nun gelang Taha der Takedown. Er nahm den Rücken ein und zwang Bilic nach 4:24 Minuten mit einem Rear Naked Choke zur Aufgabe.

Kocak gewinnt K-1-Titel

Nach K-1-Regeln standen sich Dilara Kocak und Lisa Schewe in einem Deutschen Titelkampf gegenüber. Kocak war zu Beginn die aktivere setzte die besseren Treffer. Schewe traf meist nur die Deckung Kocaks, und dann kam diese mit einer Rechten durch und schickte ihre Gegnerin zu Boden. Kocak wich den Schlägen und Tritten ihrer Gegnerin schön aus und konnte selber Akzente setzen. Runde zwei war ein Ebenbild der ersten Runde. Schewe war angeschlagen, konnte sich aber in die Rundenpause retten.

Auch in den folgenden Runden war Kocak die aktivere und effektivere Kämpferin, sie landete einige harte Treffer. Doch Schewe erwies sich als sehr widerstandsfähig und zäh, ein vorzeitiges Ende konnte Kocak nicht erzwingen. Die Wertungen der Punktrichter fielen einstimmig aus, Punktsieg für Kocak.

Gulawski schlägt Juruc

Im Halbschwergewicht traf Mario Gulawski, amtierender Champion von „Rock the Cage", auf Kevin Juruc. Beide tasteten sich zu Beginn ab. Juruc gelang ein Takedown und er versuchte aus der Full Mount heraus zu agieren. Der Plan klappte nicht und es ging in den Stand zurück. Gulawski verlagerte das Geschehen auf den Boden, Juruc versuchte einen Triangle Choke, doch der saß nicht.

In Runde zwei brachte Gulawski Juruc zu Boden. Er griff aus der Full Mount mit Ground and Pound an. Zunächst verteidigt sich Juruc geschickt, doch dann kam Gulawski mit einem harten Schlag durch. Weiteres Ground and Pound bewegte den Ringrichter dazu, den Kampf nach 2:40 Minuten abzubrechen.

Kersting tappt Schug mühelos

Timo Kersting hatte gegen Andre Schug einen kurzen Abend. Kersting klingelte Schug im Stand an, setzte dann aber nicht mit Schlägen nach, sondern zwang ihn nach 35 Sekunden mit einem Rear Naked Choke zur Aufgabe.

Petropoulos besiegt Celiskan

Petros Petropoulos ging gegen den mit einem Tag Vorbereitungszeit eingesprungenen Davut Celiskan nach vorne und zog ein Takedown durch. Er arbeitete erst mit Ground and Pound, dann öffnete sich die Gelegenheit zur Back Mount. Petropoulos nahm sie wahr und zwang Celiskan nach 2:53 Minuten mit einem Rear Naked Choke zur Aufgabe.

Shovkhalov in Deutschland weiterhin unbesiegt

Der Tschetschene Rasul Shovkhalov ist in Deutschland nicht zu schlagen, auch nicht, wenn er unter Beschuss gerät. Johannes Grebe verfrachtete ihn mit einem Single-Leg-Takedown auf die Matte. Er traf aus der Oberlage mit Ground and Pound, doch Shovkhalov kam in den Stand zurück und warf nun Grebe auf die Matte. Auch er agierte mit Ground and Pound, und nachdem er einige Treffer gelandet hatte, ging der Ringrichter dazwischen.

Die Ergebnisse in der Übersicht:

Fair FC
8. Februar 2014
Herne

MMA Titelkampf (-66 Kilo)
Max Coga bes. Lom-Ali Eskijew via Rear Naked Choke nach 4:55 in Runde 2

K-1
Danijel Solaja bes. Vladimir Ivcenkov nach Punkten (einstimmig)

MMA Titelkampf (-73 Kilo)
Nick Hein bes. Michael Erdinc nach Punkten (einstimmig)

Alan Omer bes. Dennis Tomzek via T.K.o. nach 0:45 in Runde 1
Khalid Taha bes. Manuel Bilic via Rear Naked Choke nach 4:24 in Runde 2

K-1 Titelkampf
Dilara Kocak bes. Lisa Schewe nach Punkten (einstimmig)

Mario Gulawski bes. Kevin Juruc via T.K.o. nach 2:40 in Runde 2

K-1
Roman Sarija bes. Rinus Dourma nach Punkten (einstimmig)
Talha Tunc bes. Kojo Ennin nach Punkten (einstimmig)

Timo Kersting bes. Andre Schug via Rear Naked Choke nach 0:35 in Runde 1

K-1
Dennis Wosik bes. Firat Bingöl via T.K.o. in Runde 2
Orhan Bayrak bes. Fabian Kopf via T.K.o. in Runde 3
Andreas Bastron bes. Dennis Theobald via K.o. in Runde 1

Petros Petropoulos bes. Davut Celiskan via Rear Naked Choke nach 2:53 in Runde 1
Rasul Shovkhalov bes. Johannes Grebe via T.K.o. in Runde 1