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Aziz Karaoglu von KSW entlassen, muss 184.000 Euro Strafe zahlen

Aziz Karaoglu (Foto: Florian Sädler)

Beinahe hätte sich Aziz Karaoglu Ende Mai zum KSW-Champion im Mittelgewicht gekrönt. Eine zweite Chance wird der Düsseldorfer bei der größten polnischen MMA-Organisation aber nicht bekommen. Wie KSW heute in einer Stellungnahme bekanntgab, wurde Aziz Karaoglu mit sofortiger Wirkung von der Organisation entlassen. Doch damit nicht genug. Karaoglu muss laut Statement eine horrende Vertragsstrafe in Höhe von 800.000 Zloty (ca. 184.000 Euro) zahlen.

„Der Grund für die Kündigung des Vertrags ist der Bruch vertraglicher Grundsätze, die im KSW-Vertrag erklärt werden“, heißt es in der Mitteilung. „Aziz Karaoglu hat die Vereinbarung gebrochen, speziell geht es um die Missachtung akzeptierter moralischer Normen, Formen sozialen Verhaltens und mehr. Er tätigte außerdem Aussagen, die die KSW-Organisation in ein negatives Licht rückten, um dem guten Namen der Organisation zu schaden. Außerdem verletzte er mit seinem Verhalten die öffentliche Meinung und bestimmte soziale Gruppen.“

Karaoglu lief bei KSW 35 zu einem kontroversen Naschid ein. Kontrovers deshalb, weil das islamische Lied in der Vergangenheit von Terrororganisationen wie Al-Qaida zu Propagandazwecken verwendet wurde. Dabei habe es sich um einen Fehler seitens KSW gehandelt, sagte Karaoglu später in einem Statement. Ursprünglich wollte der 39-Jährige mit der gleichen Musik einlaufen, die er bereits bei KSW 33 verwendet hatte. Am Ende wurde aber das Naschid gespielt, zu dem Karaoglu bereits bei KSW 31 zu seinem Kampf gegen Jay Silva einlief. Damals fand die Verwendung der Musik allerdings keinerlei Aufmerksamkeit.

„Die KSW-Organisation betont, dass es Aziz Karaoglu war, der KSW das kontroverse Musikstück 'Na’am Qaatil' gab, welches sich als Hymne von Dschihadisten herausstellte, um während der Übertragung von KSW 31 damit zum Ring zu laufen“, so KSW weiter. „Aziz Karaoglu hat die kontroverse Musik willentlich ausgewählt und KSW nicht über den Inhalt des Gesangs informiert.“

„Ja, wir haben dieses Lied damals bei KSW 31 gewählt“, so Aziz Karaoglus Manager Cengiz Dana gegenüber GNP1.de. „Nein, Aziz Karaoglu ist der arabischen Sprache nicht mächtig. Es ging lediglich darum, dass Naschids islamische Lieder sind, um das Wohlbefinden des Kämpfers zu steigern, um sich auf den Kampf vorzubereiten. Das ist das gleiche, wie wenn andere Jungs Hip-Hop-Lieder benutzen, wo Drogen und Schießereien verherrlicht werden und sexuelle Anspielungen gemacht werden. Das Vertreten die Jungs ja dann auch nicht. Das ist nur, um sich auf den Kampf vorzubereiten und das Adrenalin zu pushen. Das war die einzige Intention, die er hatte. Und bei KSW 33 haben wir bereits "Dombra" gewählt, weil uns KSW darauf hingewiesen hat, wegen den Terroranschlägen keine arabischen Lieder mehr zu nutzen. Sprich: KSW hätte schon bei dem ersten Lied sagen müssen, dass das nicht geht. Wir haben einfach nur ein Lied gewählt. Wäre es besser gewesen, wenn er ein Hip-Hop-Lied gewählt hätte, in dem alle Mütter beschimpft werden? Nein. Das ist die Tatsache, warum wir das überhaupt benutzt haben. Einfach aus dem Grund, weil ihm das Ruhe bringt, Kraft bringt und ihn mental auf den Kampf vorbereitet.“

GNP1.de liegen Screenshots von Chat-Verläufen zwischen Dana und KSW-Offiziellen vor, die darauf schließen lassen, dass die kontroverse Musik bei KSW 35 aufgrund eines Fehlers der Produktions-Crew gespielt wurde. Karaoglu und Dana wollen deshalb nun gerichtlich gegen KSW vorgehen.

Neben der Verwendung der Musik prangerte KSW aber auch Aussagen Karaoglus nach dem Kampf gegen Mamed Khalidov an. So habe Karaoglu KSW öffentlich beschuldigt, ihn im Kampf um den Mittelgewichtstitel betrogen zu haben. Offensichtlich Grund genug, um Karaoglu mit einer knüppelharten Geldstrafe zu verdonnern.

„Neben der sofortigen Beendigung des Vertrags mit Aziz Karaoglu hat sich KSW dafür entschieden, von ihrem vertraglichen Recht Gebrauch zu machen und eine Vertragsstrafe in Höhe von 800.000 Zloty (etwa 184.000 Euro) zu verlangen“, heißt es in dem Statement.