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Ergebnisse

Abschied mit WM-Titel

Poppendieck gewinnt letzten Kampf, van Arken räumt Turnier ab. (Ronny Fröhlich/GroundandPound)

La Onda-Chef Sascha Poppendieck konnte sich auf seiner hauseigenen Gala am Sonntagabend mit einem Sieg in den sportlichen Ruhestand verabschieden. Er besiegte den Holländer Miles Simson einstimmig nach Punkten. Dafür war es ein Holländer, der das große K-1-Turnier dominieren und schlussendlich auch gewinnen konnte: der Andy Souwer-Schützling Ryan van Arkel.

Poppendieck lieferte sich im Hauptkampf des Abends mit Holländer Simson eine Schlacht mit offenem Visier, beide Kämpfer teilten herzhaft aus und steckten gut ein. Letztlich machten vor allem die harten Hände des Magdeburgers den Unterschied. Immer wieder landete er Overhands und Geraden, und konnte sich auf den Punktzetteln mit 30:27, 30:27 und 30:28 durchsetzen.

Das K-1-Turnier
Der erste Viertelfinalkampf war schnell vorüber. Der Holländer Kenneth Sussanna kickte den halb am Boden befindlichen Ingolstädter Bajram Nrecaj nach dem Break-Signal und wurde dafür mit einem Punktabzug bestraft, Nrecaj aber trotzdem angezählt. Der Kick zeigte Wirkung, wenig später lief ein noch immer etwas benommener Nrecaj voll in einen rechten Haken des Holländers und ging auf die Bretter. Nrecajs Coach Dardan Morina warf daraufhin das Handtuch.

Im zweiten Viertelfinale hatte es der Leipziger Hozan Mohamed mit einem Schüler von K-1-Ass Andy Souwer zu tun – dem Holländer Ryan van Arkel. Der war deutlich zu viel für Mohamed und attackierte mit präzisen Box-Attacken und vor allem harten Kicks. Die drängten den Leipziger in Runde drei in die Ecke, wo er einige weitere unbeantwortete Kicks nehmen musste. Ringrichter Dirk Schwarz unterbrach den Kampf, zählte Mohamed an und schließlich aus.

Tommy Schubert begann in seinem Viertelfinalkampf gegen Hanse Gym-Fighter Neil Natasadu zu verhalten und kassierte dafür postwendend die Quittung, in Form eines Kniestoßes zum Körper, der ihn zu Boden streckte. Nach dem Anzählen wurde Schubert wach und feuerte zurück, nahm im zweiten Durchgang aber erneut ein Knie zu Körper, ging wieder zu Boden und stand anschließend auf wackeligen Beinen. Referee Schwarz winkte den Kampf daraufhin ab.

Hanse Gym-Neuzugang Kassra Khalili hatte kurzfristig seine Teilnahme am Turnier zugesagt, nach langer Trainingsabstinenz sollte dies der Wiedereinstieg in die Wettkampf-Routine werden. Gegen den aggressiven Cottbusser Mario Schulze reichte es jedoch nicht, der trieb den Hamburger immer wieder Kombinationen vor sich her, bevor er ihn in Runde zwei schließlich zu Boden schickte und Trainer Brian Al-Amin das Handtuch  zückte.

In den Halbfinals standen sich nun Ryan van Arkel und Mario Schulze sowie Neil Natasadu und Kenneth Sussanna gegenüber. Während sich die letzteren Beiden eine spannende Schlacht über drei Runden lieferten, aus der Natasadu am Ende als Sieger hervorging, bearbeitete van Arkel den Cottbusser Schulze so stark, dass dessen Ecke im dritten Durchgang das Handtuch werfen musste. Schulze zeigte eine ambitionierte Leistung, der Andy Souwer-Schüler van Arkel war aber am Ende schlicht zu viel für ihn.

So stand das Finale fest, Ryan van Arkel und Neil Natasadu sollten die EM-Krone unter sich ausmachen. Der Kampf entwickelte sich zur hochspannenden Materialschlacht, bei der beide Kämpfer unerbittlich nach vorne gingen und trotz leerer Energiereserven gegen Ende immer weiter austeilten. Das Publikum würdigte die Leistung beider Kämpfer mit lautstarkem Jubel, Verlierer gab es in diesem Kampf eigentlich keine. Dennoch wurde auch hier gegen Ende die Überlegenheit des Holländers deutlich, der schließlich verdient nach Punkten gewann und sich unter Tränen den Europameistergürtel umschnallen durfte.

Die Superfights
Neben Poppendiecks Abschiedskampf und dem großen K-1-Turnier war die Card in Magdeburg mit einigen Superfights gespickt, darunter auch ein MMA-Duell. Das entschied der Berliner Golden Glory-Fighter Arda Adas mit einer starken Vorstellung für sich. Gegen Planet Eater-Schüler Paul Berdikov musste er zwar zu Beginn, wie erwartet, schnell zu Boden – hatte dort aber nicht unbedingt Nachteile. Im Gegenteil: Nachdem er sich eines Heelhooks erwehrt hatte, gelangte er in die Top-Position und konnte von dort aus gut austeilen. Zurück im Stand drückte er scheinbar mühelos den Kopf von Berdikov ab und landete ein Knie nach dem anderen, bis dessen Ecke das Handtuch warf.

Favorit Dima Weimer musste gegen den frischgebackenen WKA-Weltmeister Leo Bönninger eine überraschende Niederlage einstecken. Der Regensburger marschierte von Beginn an und machte Druck ohne Ende, Weimer tat sich schwer mit diesem offensiven Stil, landete zwar auch selbst gute Treffer, unterlag letztlich aber dennoch knapp nach Punkten.

Nachdem der Magdeburger „Bomber“ Jerry Otto erst im September, bei der 5. Merseburger Fight Night, gegen Sergio Pique schwer K.o. gegangen war, hagelte es nun gegen Piques Kumpel und Landsmann Dangelo Marshall die nächste vorzeitige Niederlage. Nach einem kurzen Schlagabtausch landete der Holländer ein Knie zum Kopf des Lokalmatadoren und fällte den deutschen Riesen. Der Kampf war damit vorüber.

Auch WKA-Weltmeister Max Baumert, einer der vielversprechendsten jungen Kämpfer der Berliner Golden Glory-Schmiede war in Magdeburg im Einsatz. Statt, wie ursprünglich geplant, gegen Mikail Bajramov, stieg Baumert gegen erfahrenen Thai Chingchai Sit Subyen in den Ring. Beide lieferten sich ein ansehnliches Gefecht, bei dem auch Baumert selbst einiges abbekam, letztlich aber die klareren Treffer landete und so nach Punkten gewann

Das Vorprogramm
Den letzten Vorkampf entschied La Onda-Kämpfer Niklas Stolze für sich. Vor allem seine Lowkicks setzten Gegner Thomas Leider stark zu, so dass der gegen Ende des Kampfes stark an Mobilität verloren hat und so auch oben einige Treffer nehmen musste. Im einem von zwei Damen-Duellen besiegte Samira Kovacevic Claudia Schubert nach Punkten. Den einzigen Boxkampf des Abends entschied Michael Kopenhagen nach Punkten für sich, im ersten Frauenkampf des Abends besiegte Caroline Abe die La Onda-Kämpferin Christin Steckel. Die La Onda Fight Night eröffneten Sebastian Albers und Nikolas Preim mit einem K-1-Duell, in dem sich Albers nach Punkten durchsetzen konnte.

GroundandPound-TV war vor Ort in Magdeburg, Interviews mit den Kämpfern sowie Videos der Fights folgen in Kürze auf www.gnp-tv.de.

Die Ergebnisse des Abends im Überblick:

La Onda Fight Night
4. November 2012
Hermann-Gieseler-Halle in Magdeburg, Sachsen-Anhalt

WKF K-1-Weltmeisterschaft im Halbschwergewicht
Sascha Poppendieck bes. Miles Simson einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:28)

Finalkampf K-1-Turnier – Pro Am-Europameisterschaft
Ryan van Arkel bes. Neil Natasadu einstimmig nach Punkten

K-1-Superfight
Max Baumert bes. Chingchai Sit Subyen einstimmig nach Punkten

Halbfinalkämpfe K-1-Turnier
Ryan van Arkel bes. Mario Schulze via TKO (Handtuch) in Rd. 3
Neil Natasadu bes. Kenneth Sussanna einstimmig nach Punkten

K-1 Superfight
Dangelo Marshall bes. Jerry Otto via K.o. in Rd. 1

MMA
Arda Adas bes. Paul Berdikov via TKO (Handtuch) nach 3:48 in Rd. 1

K-1 Superfight
Leo Bönniger bes. Dima Weimer einstimmig nach Punkten

Viertelfinalkämpfe K-1-Turnier
Mario Schulze bes. Kassra Khalili via TKO (Handtuch) in Rd. 2
Neil Natasadu bes. Tommy Schubert via RSC in Rd. 2
Ryan van Arkel bes. Hozan Mohamed via RSC in Rd. 3
Kenneth Sussanna bes. Bajram Nrecaj via TKO (Handtuch) in Rd. 1

Vorprogramm K-1
Niklas Stolze bes. Thomas Leider einstimmig nach Punkten
Samira Kovacevic bes. Claudia Schubert einstimmig nach Punkten

Boxen
Michael Kopenhagen bes. Ricardo Zygrodnik einstimmig nach Punkten

K-1
Caroline Abe bes. Christin Steckel einstimmig nach Punkten
Sebastian Albers bes. Nikolas Preim einstimmig nach Punkten

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