MMA Deutschland

Alexander Poppeck: Man muss Dana White zeigen, wie sehr man den UFC-Vertrag will!

Alex Poppeck (Foto: Steve Stewart/GNP1.de)

Nur drei Runden trennen Alexander Poppeck kommenden Dienstag von einem UFC-Vertrag. Drei Runden, in denen das Halbschwergewicht vor den Augen von Dana White alles geben muss, um sich einen UFC-Vertrag zu verdienen. Der Münchner tritt bei der kommenden Ausgabe der Tuesday Night Contender Series auf dem UFC Fight Pass in den Käfig und steht Jamahal Hill gegenüber. GNP1.de hat mit ihm vor dem Kampf gesprochen.

Alexander Poppecks Kampf findet in der Nacht zum 24. Juli in Las Vegas statt und wird auf UFC.tv ab 2 Uhr nachts live übertragen.

GNP1.de: Hallo Alex, nur noch wenige Tage bis zum Kampf bei der Contender Series. Wie lief deine Vorbereitung, wie fühlst du dich?
Alexander Poppeck: Servus, ich fühle mich gut, danke. Die Vorbereitung ist so gut wie abgeschlossen. Am Dienstag war das letzte Sparring, das ist gut gelaufen. Ich bin gut vorbereitet.

Man hat von dir im letzten Jahr recht wenig gehört, bis du plötzlich für Titan FC in Kasachstan gegen Nills Van Noord gekämpft hast. Wieso hattest du vorher so eine lange Pause gemacht und wie kam es überhaupt zu diesem Kampf?
Ich hatte eine etwas längere Pause, da ich noch eine Verletzung auskurieren musste. Außerdem sind immer wieder Kämpfe kurzfristig ausgefallen oder das ganze Event wurde abgesagt. Der Kampf bei Titan FC in Kasachstan kam dann dadurch zustande, dass ich im vergangenen Jahr oft beim MMA Masters in Miami trainiert habe. Das Team dort hat gute Kontakte zu Titan FC und deren Chef Lex McMahon. Irgendwann war klar, dass ich für Titan FC antreten werde. Dann hat sich der Kampf gegen Nills Van Noord ergeben und ich habe sofort zugesagt.

Du bist der erste deutsche Kämpfer und einer der wenigen europäischen Kämpfer bei der Tuesday Night Contender Series. Wie fühlt man sich dabei?
Natürlich ist es eine Ehre, als der erste deutsche Kämpfer bei der Contender Series am Start zu sein. Deshalb möchte ich auch unser Land gut präsentieren und eine gute Leistung zeigen.

Du hast auf Facebook ein Foto vom Performance Institute der UFC geteilt, wie war deine Erfahrung dort?
Ehrlich gesagt, war ich nur einen Tag im Performance Institute in Las Vegas. Ich war drei Tage dort zur Vorbereitung des Events, da wurden die ganzen Aufnahmen und medizinischen Tests gemacht. Daher hatten wir leider nicht viel Zeit und konnten nur einmal trainieren. Aber diese ganze Anlage ist schon Wahnsinn. Ob Trainingsgelände oder Reha-Bereich, da gibt es einfach alles, was ein Kämpfer braucht.

Du hast den Großteil deiner Karriere im Mittelgewicht gekämpft und machst jetzt den zweiten Kampf im Halbschwergewicht. Ist das auch für die Zukunft deine Gewichtsklasse?
Aktuell finde ich mich im Halbschwergewicht sehr wohl. Es ist meine natürliche Gewichtsklasse. Ich cutte sehr wenig Gewicht. Ich denke, dass es nicht gesund ist, so viel Gewicht zu machen. Das beeinflusst die Leistung. Ich sage nicht, dass ich nicht mehr ins Mittelgewicht zurückkehre, aber wenn, dann mit einem soliden Plan und professioneller Hilfe. Aber aktuell fühle ich mich im Halbschwergewicht wohl und plane auch, die nächsten Kämpfe in dieser Gewichtsklasse zu bestreiten.

Die Contender Series ist quasi ein Vorstellungsgespräch vor den Augen von Dana White. Erhöht das den Druck nochmal, oder gehst du da wie an jeden anderen Kampf heran?
Natürlich ist der Druck etwas höher, es geht ja um einen UFC-Vertrag. Aber jeder Kampf ist eine besondere Situation und man macht sich bei jedem Kampf Druck, man will ja jeden Kampf gewinnen. Von dem her besteht nicht so viel Unterschied, aber es steht natürlich viel auf dem Spiel.

In den letzten Wochen kam viel Kritik daran auf, dass zum Beispiel Brendan Loughnane keinen Vertrag erhielt, weil er nach fast drei Runden Schlagabtausch in den letzten Sekunden noch einen Takedown versucht hat, um den Sieg unter Dach und Fach zu bringen. Hat man sowas im Hinterkopf, wenn man trainiert und die Taktik für den Kampf ausarbeitet?
Also ich muss sagen, dass ich den Kampf persönlich nicht gesehen habe, sondern nur die Aussage von Dana White danach sowie Ausschnitte vom Kampf und Kommentare in den sozialen Netzwerken. Dana will Leute haben, die alles geben, um das Ziel zu erreichen. Was ich gesehen habe, hat Brendan einen super Kampf gezeigt und wollte in den letzten Sekunden den Kampf sichern. Na ja, schlussendlich ist es natürlich die Entscheidung von UFC-Präsident Dana White und natürlich hat man das so ein wenig im Hinterkopf. Man geht aggressiver ran, gibt noch mehr Gas und will ihm zeigen, wie sehr man diesen Vertrag möchte.

Dein Gegner Jamahal Hill ist als Profi und Amateur unbesiegt, sonst aber ein kaum beschriebenes Blatt. Was weißt du über ihn und wie willst du ihn schlagen?
Ich habe seine letzten Kämpfe gesehen, aber es beeindruckt mich nicht sonderlich. Ein solider Kämpfer, guter Allrounder, sehr athletisch und explosiv und hat auch Herz bewiesen. Aber ich denke, dass ich seine Lücken, Fehler und Schwächen kenne und werde die am Kampftag auch ausnutzen. Auch wenn er noch nie verloren hat, das spielt alles keine Rolle. Am 23. Juli stehe ich mit ihm im Cage und dann werden die Karten neu gemischt.

Er hat angekündigt, den Kampf zu dominieren. Wie ist deine Prognose?
Wenn ich eine Prognose abgeben muss, dann endet der Kampf durch Knockout in der ersten Runde. Meine Fäuste sind in den letzten Wochen richtig stabil geworden, da ist richtig Dampf dahinter. Wenn ich ihn erwische, dann geht er runter. Ich bin aber für alles vorbereitet, auch für die vollen drei Runden, mein Ziel ist aber ein frühes Finish.

Welche Worte wird Dana White am Ende des Abends über Alex Poppeck sagen?
Er wird sagen, ‚Alex, dieser Typ kann hart zuschlagen, ist ein richtiger Kämpfer und wir brauchen ihn unbedingt im Kader. Alex, willkommen in der UFC!‘

Das Interview führte Alexander Petzel-Gligorea