MMA Deutschland

Aggrelin 10: Istrefi dominiert Traunmüller, Trabelsi feiert K.o.-Sieg

Bereits zum zehnten Mal lockte die bayerische MMA-Organisation „Aggrelin“ Kampfsportfans aus ganz Deutschland nach München, um im gut gefüllten „Backstagewerk“ die gemischten Kampfkünste zu bestaunen. Trotz einer kurzfristigen Änderung des Hauptkampfes bot der Abend einiges an Action. Besonders hervorstechen konnte der Münchner Newcomer Mohamed Trabelsi, der auch in seinem dritten Profikampf ungeschlagen blieb. Doch auch in den anderen Paarungen war für Spannung gesorgt. Wir blicken für euch auf die Ergebnisse von Aggrelin 10.

„Alter schützt vor Fehlern nicht“- Getreu diesem modifizierten Motto verlief der Auftakt der Jubiläumsausgabe von Aggrelin in München. Im ersten Kampf des Abends, zwischen Floria Aberger und Elma Shams, musste der Ringrichter ins Geschehen eingreifen, da im „Backstagewerk“ für kurze Zeit das Licht ausfiel. Nach dieser kleinen Panne verlief der Abend jedoch weitestgehend reibungslos.

Stefan Traunmüller vs. Valdrin Istrefi
Die schweren Jungs sorgten für den Schlusspunkt des Abends in München. Stefan Traunmüller  wollte dabei den 14. K.o.-Sieg seiner Profi-Karriere einfahren, hatte jedoch mit dem Liechtensteiner Valdrin Istrefi eine schwere Aufgabe vor sich. Traunmüller wurde früh unter Druck gesetzt, musste dabei einige Treffer im Clinch am Käfig einstecken. Istrefi arbeitet klug mit Schlägen sowie Kniestößen, um die erste Runde ohne größere Mühen für sich verbuchen zu können.

Unter der Anleitung seines Trainers Peter Sobotta, gelang es „The Beast“ den ersten Durchgang in den Runden zwei und drei fast identisch zu reproduzieren. Traunmüller gelang es zu keinem Zeitpunkt, dem Duell seinen Stempel aufzudrücken. Die logische Konsequenz für die Punktrichter: Ein einstimmiger Punktsieg für das „Beast“ Valdrin Istrefi.

Vor allem der Münchner Mohamed „Momo“ Trabelsi zeigte bei seinem dritten Profikampf, wohin die Reise noch für ihn gehen kann.

Florian Rosseau vs. Mohamed Trabelsi
Im Co-Hauptkampf des Abends kam es zum dritten Aggrelin-Auftritt des Münchners Mohamed Trabelsi. Der Lokalmatador bekam es mit Florian Rosseau zu tun. Der Franzose begann sehr engagiert, konnte mehrmals seinen rechten Tritt zum Einsatz bringen. Daraufhin war er vor allen Dingen darum bemüht, das Geschehen auf den Boden zu verlagern.

Nach dem dritten abgewehrten Takedown-Vversuch machte Trabelsi ernst. Der 19-Jährige erwischte seinen Kontrahenten mit einer sauberen rechten Geraden, die diesen ins Land der Träume schickte. Das Publikum feierte den Auftritt von „Momo“ frenetisch, der auch weiterhin eine weiße Weste im Käfig behält.

Mehmet Balik vs. Arif Koyuncu
Für den Kampf des Abends sorgte das neu geschaffene System „Bavarian Boxing“. Neben Techniken aus dem Thaiboxen war es den Athleten auch gestattet, ringerische Techniken aus dem Clinch anzuwenden. Bei Bodenkontakt wurde der Kampf unterbrochen und im Stand neu aufgenommen. Das Duell zwischen Mehmet Balik und Arif Koyuncu sorgte für großen Zuspruch bei den Fans, die beide Kontrahenten lautstark unterstützten. Vom ersten Rundengong an schenkten sich die beiden nichts.

Schlagsalven auf beiden Seiten wurden nur von gelegentlichen Würfen unterbrochen, die nicht weniger frenetisch bejubelt wurden. Am Ende der drei knappen Runden wurde der Vertreter des Munich MMA Gyms, Arif Koyuncu, zum Sieger erklärt. Den Ausschlag hatte wohl ein Niederschlag in der letzten Runde gegeben.  Angesprochen auf das neue System blieb Koyuncu nüchtern: „War eigentlich ein Thaiboxkampf“.

Sanja Samardzic vs. Steffi Homolka
Auch bei der zehnten Auflage gab es bei Aggrelin noch Neuheiten zu bestaunen. Zum ersten Mal stellte die Organisation einen MMA-Kampf zweier Frauen auf die Beine. Der ehemaligen Kickboxweltmeisterin Sanja Samardzic stand in diesem Aufeinandertreffen die Münchner Debütantin Steffi Homolka gegenüber. Die beiden Damen boten den Fans ein packendes Duell. Homolka eröffnete den Kampf mit einem eingedrehten Tritt zum Kopf, den Samardzic sogleich mit einem Schlaghagel erwiderte. Nach einem kurzen Aufenthalt im Clinch verlagerte Samardzic den Kampf auf den Boden, wo sie für den Rest der Runde das Geschehen diktierte.

Im zweiten Durchgang zeigte Homolka ihre Stärken im Standkampf und deckte ihre Kontrahentin mit Bomben ein. Einem weiteren Takedown seitens Samardzics folgte ein vielversprechender Armhebelversuch von Homolka, aus dem sich die erfahrene Kämpferin jedoch mit einem wuchtigen Slam befreite. Runde drei war geprägt von der erneuten Kontrolle am Boden durch Samardzic. Die Punktrichter sahen in diesem knappen Duell keine eindeutige Siegerin und werteten den Kampf einstimmig mit 28-28 als Unentschieden.

Valid Abdurachmanov vs. Daniel Stampfl
Ein spannendes Duell bekamen die angereisten Fans im Weltergewicht geboten. Der 43-jährige Valid Abdurachmanov musste sich im vierten Kampf des Abends Daniel Stampfl stellen. Zu Anfang der Begegnung war von Abdurachmanovs Alter nichts zu spüren. Der Tschtschene begann furios mit einem Spinning-Back-Kick, dem er einen gesprungenen 50/50-Guard Pull folgen ließ. Aus dieser Position setzte er einen Fußhebel an, aus dem sich Stampfl jedoch herausdrehen konnte. Daraufhin sicherte sich Abdurachmanov den Rücken seines Kontrahenten und kontrollierte den Rest der Runde am Boden. Auch die zweiten fünf Minuten begannen spektakulär. Diesmal war es Stampfl, der mit einer riskanten Technik Erfolg fand.

Mit einem Spinning-Head-Kick beförderte er seinen Gegner zu Boden, konnte jedoch kein vorzeitiges Ende herbeiführen. Daraufhin machte sich das fortgeschrittene Alter von Abdurachmanov zusehends bemerkbar. Die zweite Rundenpause musste er aus Erschöpfung am Boden sitzend verbringen. Stampfl witterte im letzten Durchgang seine Chance und versuchte sich erneut an einer Spinning-Backfist. Diese Aktion sollte die Entscheidung bringen. Der Schlag verfehlte sein Ziel, woraufhin Abdurachmanov abtauchte und den Kampf wieder auf den Boden verlagerte. Dort tat er nur das Nötigste, um einen Stand-Up durch den Schiedsrichter zu verhindern. Die Punktrichter belohnten das taktische Geschick des 43-Jährigen, der einen einstimmigen Punktsieg zugesprochen bekam.

Alle Ergebnisse im Überblick:

Aggrelin 10
20. Februar 2016
Backstagewerk München

Profi-MMA
Valdrin Istrefi bes. Stefan Traunmüller einstimmig nach Punkten
Mohamed Trabelsi bes. Florian Rosseau via K.o. in Rd. 1
Rachid Metlouti bes. Benjamin Augustyniak via T.K.o. in Rd. 2
Johannes Heigl bes. Andrius Liudvinavicius via Kimura in Rd. 2
Mustafa Yilmaz bes. Ruslan Malsam via Armbar in Rd. 1
Valid Abdurachmanov bes. Daniel Stampfl einstimmig nach Punkten
Chris Lochner bes. Viktor Kessler einstimmig nach Punkten

Amateur-MMA
Florian Aberger bes. Elma Shams via Submission in Rd. 2
Sanja Samadrzic und Steffi Homolka trennen sich einstimmig unentschieden

„Bavarian Boxing“
Arif Koyuncu bes. Mehmet Balik einstimmig nach Punkten