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Zurück zu den Wurzeln

FFC-Chef Marko Zschörner über die Rückkehr seiner Organisation in den Käfig.

GroundandPound sprach mit Freefight Championship-Mastermind Marko Zschörner über die FFC Cage Fight Night am 9. Dezember in der Köthener Heinz-Fricke-Halle, das lang erwartete Comeback des einstigen deutschen MMA-Marktführers in das umzäunte Achteck.

Freefight Championship – vor einem halben Jahrzehnt war dies ein Name wie Donnerhall, in der noch überschaubaren deutschen MMA-Szene. Mit auch für heutige Verhältnisse noch riesigen Events, Vale Tudo-ähnlichen Regeln, einer imposanten Show und vor allem dem großen Käfig, zählte die FFC-Serie zur Spitze des deutschen MMA-Sports. Fünf Jahre lang hatte Organisator Marko Zschörner kleinere Brötchen gebacken – nun kehrt er zurück zu seinen Wurzeln.

GroundandPound: Marko, am 09. Dezember kehrt die FFC nach fünf Jahren zurück in den Käfig. Warum nun das Comeback?
Marko Zschörner: Ganz einfach: Ich liebe MMA und ich liebe das Kämpfen im Cage. Das ist halt meine Leidenschaft und es wurde mal wieder Zeit, zu den Wurzeln zurückzukehren.

Dies wird nach all den Jahren wieder eine fast reine MMA-Show. Warum kein klassischer Mixed-Event wie sonst?
Nach fünf Jahren Abstinenz ist das endlich mal wieder eine Veranstaltung nach meinem Geschmack, weil es ja eigentlich Freefight Championship heißt und nicht Mix Fight Championship.

Wie wir das Regelwerk aussehen? Klassische FFC-Rules, mit Soccerkicks und Stomps?
Das Regelwerk wird wie immer so gestaltet sein, dass die Kämpfer sich am meisten entfalten können (grinst).

Die FFC war aufgrund ihrer Shows, des Käfigs und der Regeln früher die absolute Nummer eins der deutschen MMA-Events. Kann man dort wieder hinkommen oder sind die Strukturen woanders einfach schon zu gefestigt, um da noch aufzuholen?
Es interessiert uns nicht die absolute Nummer eins zu sein. Wir lieben den Sport und wollen einen Beitrag dazu leisten, dass er akzeptiert und geschätzt wird. Es gibt so viele gute Shows zur Zeit in Deutschland, aber keine richtige Konkurrenz, weil sich bis jetzt alle sehr gut ergänzen. Ich hoffe nur auf ein bisschen bessere Zusammenarbeit zwischen Ost und West.

Einige alte Gesichter, aber auch viele neue Jungs werden in den Käfig steigen. Wie konntest du Veteranen wie „Buddah“ Weber noch einmal mobilisieren? Immerhin ist deren Wettkampfkarriere ja schon länger vorüber.
Es freut mich, dass viele Alte nochmal in den Käfig steigen. Natürlich sind viele aus ihrer aktiven Zeit längst raus, aber sie wollten es sich nicht nehmen lassen, noch einmal in den Cage zu steigen. Das ist sozusagen ihr Abschiedskampf.

Auf wen muss man als alter FFC-Fan, der die neuen, jungen Kämpfer noch nicht kennt, am meisten acht geben?
Wir haben viele gute Talente und wir werden sehen, wie sie sich entwickeln. Aber ich möchte keinen hervorheben, denn alle geben ihr bestes im Training. Wir werden sehen was die Zeit bringt.

Jemand, den man als Fan der ersten Stunde vielleicht vermissen wird, ist Sebastian Kliesch. Warum wird er nicht kämpfen?
Ja, Basti war sicher eines der größten Talente, die wir hatten. Auch er wollte bei dieser Show noch einmal kämpfen. Doch er hat sich in der Vorbereitung die Hand gebrochen. Damit hatte sich das leider erledigt.

Auch einer von zwei Nicht-MMA-Fights muss leider ausfallen, Publikums-Liebling Steven Kitzing ist verletzt. Wie sehr schmerzt das und gibt es schon Ersatz?
Es schmerzt nicht, denn Steven hat sich den nächsten Gürtel geholt und das ist viel wichtiger. Natürlich sind wir alle sicherlich traurig, dass er dieses Mal nicht bei uns kämpft, aber es ist ja hoffentlich nicht die letzte Veranstaltung der FFC.

Den Hauptkampf bestreiten Rimgaudas Kutkaitis und Patrick Weikri. Kutkaitis mag nicht die beste Bilanz haben, ist aber ultra-erfahren und ein absoluter FFC Veteran. Weikiri ist dein Musterschüler - was muss er tun, um den Gürtel zu gewinnen?
Wo Freud ist, ist auch Leid. Den Titelkampf bestreiten nun Rimgaudas Kutkaitis und Andy Wagner vom Shuri Gym Gera. Die Freude bei Andy war natürlich groß, als er den Anruf bekam und von dieser Chance erfuhr. Patrick hat sich im Training einen Bandscheibenvorfall zugezogen, der Arzt hat ihn am Montag endgültig für diesen Kampf gesperrt. Im April bekommt er aber erneut die Chance, sich den Gürtel zu holen – und zwar gegen den Gewinner des Kampfes Kutkaitis-Wagner.

Steven sollte eigentlich gegen Dominique Stetefeld kämpfen, aber da dieser Kampf nun ausfällt, ersetzt Dominique seinen Stallgefährten Andy Wagner und kämpft gegen David Kühn vom MMA Team Dresden.

Einen Auftritt des „Bulldogs“ selbst hätten - trotz des Rücktritts vor einiger Zeit – sicher auch einige alte Fans erwartet. Hat es nicht in den Fingern gejuckt?
Geplant war es (grinst). Aber es war zu schwer, alles unter einen Hut zu bringen. Wir haben viele neue Jungs, die viel Zeit bei der Wettkampfvorbereitung in Anspruch nehmen. Und nach fünf Jahren wieder den Cage aus der Kiste zu zaubern, hat auch viel Zeit und Nerven gekostet, so dass ich einsehen musste, das es nichts wird – diesmal nicht (grinst).

Man sieht ja, wie viele Kämpfe schon getauscht oder neu besetzt werden mussten. Wir haben immernoch das Problem, dass von den vier russischen Kämpfern zwei noch nicht ihr Visum haben. Aber wir arbeiten hart daran, dass die Kämpfe stattfinden werden.

Wie sieht die Zukunft der FFC aus? Wird es wieder vermehrt MMA-Events im Käfig geben oder war dies nur eine einmalige Sache?
Wir werden sehen, was die Zukunft für uns vorsieht. Danke für das Interview und danke auch an alle Sponsoren und Fans, die uns all die Jahre die Treue gehalten haben.