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Wichtige Regeländerungen bei Respect.FC

Pause rettet nicht mehr vor Submission, Einspruch bei Punkturteilen. Abgebildet: Respect-Schwergewichtschampion Björn Schmideberg bei seinem Kniehebelsieg über Szymon Bajor, bei Respect.8. (Foto: Harmen Bakker/GroundandPound)

Ab der kommenden Ausgabe von Deutschlands größtem MMA-Event Respect.FC werden zwei Regeländerungen in Kraft treten. Dies bestätigte Veranstalter Ben Helm GroundandPound soeben exklusiv. Zum einen wird das Einspruch-System nach Punktentscheidungen geändert. Und: Künftig bedeutet das Pausensignal für die Kämpfer nicht mehr die Rettung in brenzligen Situationen.

„Aufgrund von mehreren bzw. insgesamt drei umstrittenen Punktentscheidungen in der Geschichte von Respect.FC kommt es zu folgender offiziellen Regeländerung“, beginnt Helm die Änderungen im Respect-Reglement zu erläutern.

Künftig wird es nach Punktentscheidungen die Möglichkeit geben, Protest gegen das Urteil einzulegen. Der protestierende Kämpfer muss dazu innerhalb von sieben Tagen nach dem Kampf offiziell Einspruch einlegen und eine Kaution von 300 Euro (Profi) bzw. 100 Euro (Semi-Pro) hinterlegen. Ein unabhängiges Gremium internationaler Punktrichter wird den Kampf dann im Nachgang noch einmal analysieren und das Urteil entweder bestätigen oder revidieren. Im Falle einer Bestätigung verfällt die Kaution, bei einer Änderung des Urteils wird der Betrag umgehend an die Protest-Partei zurücküberwiesen. Das entscheidende Gremium wird im Sinne der Transparenz zudem offiziell benannt werden.

Die aber wohl spektakulärste Änderung ist das Wegfallen der „Saved by the Bell“-Regel. Bisher war es Kämpfern, die in einer Submission gefangen oder dem K.o. nahe waren, möglich, sich bis zum Rundenende zu retten und damit dem Aufgabegriff oder Knock-out zu entgehen. Das wird es ab Respect.9 nicht mehr geben, so Helm:

„Wenn ein Kämpfer in einem Hebel oder Würgegriff steckt oder schwere Treffer einstecken muss, wird der Rundengong erst ertönen, wenn der Kämpfer sich aus der Gefahrensituation befreit hat.“

Vorbild für diese tiefgreifende Regeländerung ist Rickson Gracies neue, brasilianische MMA-Organisation "Mestre do Combate". Als Grund nennt Helm Unzufriedenheit mit den weltweit genutzten Unified Rules of MMA, unter denen u.a. auch die Kämpfe der UFC abgehalten werden:

„Die Unified Rules sind nicht das Nonplus-Ultra. Viele Regeln sind sehr gut, aber manche eben auch nicht. Das MMA-Regelwerk ist noch immer in einer Phase der Entwicklung. Wir werden sehen, ob wir mit dieser Entscheidung einen Schritt in die richtige Richtung getan haben.“

Schon von Beginn an unterschied sich Respect.FC von den Unified Rules dahingehend, dass die Cut-gefährlichen Ellenbogen-Attacken verboten, dafür aber die von vielen Kämpfern auch in der UFC geforderten Kniestöße zum Kopf eines am Boden befindlichen Gegners erlaubt sind.

Beide neuen Regeländerungen treten ab der nächsten Veranstaltung Respect.9 in Kraft, die am 13. April nächsten Jahres stattfinden wird.