MMA - CH/AT

WFC 16: Bob Sapp verliert, Gerald Turek gewinnt

Gerald Turek bearbeitet Mladen Kujundzic. (Foto: Reuters/Sandi Fiser)

Bei der gestrigen World Freefight Challenge 16 in Slowenien sorgte Bob Sapp für den Freakshowfaktor, die restlichen Kämpfer aber für eine sportlich solide Veranstaltung. Ivica Truscek, Ajlin Ahmic, Gerald Turek, Bojan Kosednar, Bor Bratovz, Sergei Churilov und Vaso Bakoceviv trugen sich im MMA-Teil in die Siegerliste ein.

Im Hauptkampf forderte Sloweniens K-1-Star Rok Strucl den allseits beliebten Entertainer Bob Sapp heraus. Sapp stürmte wie immer mit wilden Schwingern nach vorne, Strucl schützte sich im Clinch und antwortete mit kurzen Haken aus der Nahdistanz. Nach etwa einer Minute traf Strucl mit einer Schlagkombination gefolgt von einem Kniestoß zum Körper. Strucl setzte mit einem Bodykick nach, Sapp konterte mit einem Schwinger und stolperte auf den Boden.

Strucl wurde jetzt mutiger und attackierte Sapp mit Lowkicks. Dann stellte er ihn am Ringseil und schlug ihn mit einer Schlagsalve nieder. Der Ringrichter zählte Sapp an, aber der stand nicht mehr auf.

Das Ende von Rok Strucl vs. Bob Sapp. (Foto: Reuters/Sandi Fiser)Turek schlägt Kujundzic

Das österreichische Schwergewicht Gerald „Geri“ Turek stieg am Sonntag zum dritten Mal in den WFC-Ring. Gegen den kroatischen Jungspund Mladen Kujundzic gelang dem Cage Fight Series Champion der zweite vorzeitige Sieg in diesem Jahr.

„Ich war nicht zufrieden mit meiner Leistung“, erklärte Turek gegenüber GroundandPound. „Ich hätte mich einfach mehr auf meine Hände verlassen sollen, stattdessen habe ich den Bodenkampf gesucht. Es war kein leichter Kampf, der Typ war extrem kräftig, scheint sehr bekannt zu sein in Kroatien, was ich so von den Leuten dort mitgekriegt hab. Aber letzten Endes hat es dann doch gereicht.“

Turek setzte Kujundzic kurz im Stand zu und presste ihn in die Ringecke, Kujundzic wehrte sich mit Kniestößen. Turek verlagerte das Geschehen auf den Boden, aber der Ringrichter beorderte die Kämpfer in den Stand zurück. Nach einem weiteren Takedown traf Turek mehrfach mit seinem Ground and Pound.

In der zweiten Runde gingen Turek und Kujundzic wieder in den Schlagabtausch. Turek arbeitete auf ein Takedown hin und bekam es dann auch. Auf dem Boden erarbeitete er sich die Mount, Kujundzic drehte ihm den Rücken zu. Turek hämmerte auf Kujundzic ein und zwang ihn anschließend mit dem Rear Naked Choke zur Aufgabe.

„Hab keine gröberen Verletzungen, alles soweit ok“, sagte Turek weiter. „Abgesehen davon, dass ich mich wie immer logischerweise bei meinem Team, meinen Sponsoren und GroundandPound bedanke, hab ich nur noch eines zu sagen: Ich werde bis morgen durchschlafen!“

Turek vs. Kujundzic (Foto: Reuters/Sandi Fiser)Truscek verteidigt Titel gegen Mahtenko

Der Kroate Ivica Truscek wollte mit dem schlagkräftigen Ukrainer Jevgenij Mahtenko nichts im Stand zu tun haben, und so arbeitete er ständig auf Takedowns hin. Mahtenko landete einige Treffer, hatte Trusceks ringerischer Überlegenheit im Endeffekt jedoch nichts entgegenzusetzen. Auf dem Boden arbeitete Truscek mit hartem Ground and Pound, mit dem er sich schließlich in der dritten Runde den Sieg holte.

Rückkampf zwischen Fabjan und Kandé endet in Kontroverse

Der erste Kampf zwischen dem slowenischen Kickboxstar Miran Fabjan und dem Wahl-Österreicher Ndombi Kandé bei WFC 15 war eine knappe Angelegenheit. Die einen sahen nach drei harten Runden Kandé vor, die anderen Fabjan und wieder andere waren der Meinung, es müsse eine Extrarunde geben. Zwei der Punktrichter werteten den Kampf jedoch für Fabjan.

Der Rückkampf war ebenfalls ein eng umkämpftes Duell. Nach drei Runden schien Kandé den Punktsieg in der Tasche zu haben, doch die Punktrichter wollten eine Extrarunde sehen. In der Mitte der Runde traf Kandé Fabjan mit einem Kniestoß zur Leber, woraufhin Fabjan zu Boden ging. Fabjan zeigte an, dass er im Unterleib getroffen wurde und wollte nicht mehr weiterkämpfen.

Die Punktrichter mussten nun die erste Hälfte der Extrarunde werten und gaben die Runde und somit den Sieg an Fabjan. Das Publikum drehte durch und buhte den Lokalmatador aus, woraufhin Fabjan das Mikrofon ergriff und die Zuschauer aufs Übelste beleidigte. Aufgrund dieser groben Unsportlichkeit wurde er im Nachhinein disqualifiziert und Kandé zum Sieger gekrönt.

Slowenische Lokalmatadore erfolgreich

Bojen Kosednar, der wohl berühmteste MMA-Kämpfer Sloweniens, besiegte den Italiener Leonardo Zecchi einstimmig nach Punkten. Bor „Playbor“ Bratovz kehrte mit einem Aufgabesieg durch Rear Naked Choke über den US-Amerikaner John Kaleb Disert in die Erfolgsspur zurück, nachdem er Svetoslav Savov bei WFC 15 in einem Mittelgewichtstitelkampf unterlegen war.

Das kroatische Schwergewicht Ajlin Ahmic zwang seinen Landsmann Emil Poljak in der ersten Runde mit dem Rear Naked Choke zur Aufgabe. Ahmic erarbeitete sich den Würgegriff nach einem Takedown mit Ground and Pound aus der Mount und Back Mount.

Das Duell zweier europäischer Toptalente im Weltergewicht konnte der ungeschlagene Ukrainer Sergei Churilov für sich entscheiden. Er besiegte den in Österreich trainierenden Amir Visalimov einstimmig nach Punkten.

Späte Gerechtigkeit: Ndombi Kandé und sein Trainer Nebil Sebai. (Foto: Reuters/Sandi Fiser)
WFC 16: Return Of The Champions
22. April 2012
Hala Tivoli in Ljubljana, Slowenien

K-1
Rok Strucl bes. Bob Sapp via KO in Rd. 1

WFC Weltergewichtstitelkampf
Ivica Truscek (c) vs. Jevgenij Mahtenko via TKO in Rd. 3

K-1
Ndombi Kandé bes. Miran Fabjan via DQ in Rd. 4

MMA
Ajlin Ahmic bes. Emil Poljak via Rear Naked Choke in Rd. 1
Gerald Turek bes. Mladen Kujundzic via Rear Naked Choke in Rd. 1
Bojan Kosednar bes. Leonardo Zecchi nach Punkten (einstimmig)
Bor Bratovz bes. John Kaleb Disert via Rear Naked Choke in Rd. 2

K-1
Uros Velicevic bes. Denis Chorchyp via TKO in Rd. 1

MMA
Sergei Churilov bes. Amir Visalimov nach Punkten (einstimmig)
Vaso Bakocevic bes. Cristian Brinzan via TKO in Rd. 2