MMA CH

Time to Shine 2: Brander, Ortmann, Weibel überzeugen - Musardo unterliegt

Benjamin Brander konnte sich im Hauptkampf durchsetzen. (Foto: Pat Friessner Photographie)

Am Samstagabend erlebte die junge Schweizer MMA-Serie „Time to Shine“ ihren zweiten Auftritt. Dem Zürcher MMA-Publikum konnte trotz einigen kurzfristigen Ausfällen eine starke Fight Card präsentiert werden, gespickt mit der Schweizer Elite und einigen lokalen Talenten.

Im Hauptkampf des Abends traf der Lokalmatador Benjamin Brander auf Griechenlands bestes Federgewicht Alexis Savvidis. Der junge Grieche eröffnete den Kampf mit einigen Kicks aus der Distanz. Nach einer Spinning-Back-Fist von Brander suchte Savvidis den Takedown. Brander zeigte starke ringerische Qualitäten und konnte von Savvidis am Boden nicht kontrolliert werden. Im Gegenteil, Brander konnte das Blatt wenden und die Runde in der Oberlage beenden. In der zweiten Runde landete Brander seinen Jab und konnte die Ringer-Duelle wiederum für sich entscheiden und den Kampf am Boden aus der Oberlage dominieren. Savvidis blieb vom Rücken immer aktiv und versuchte sich an diversen Submissions, unter anderem an einem Electric-Chair, welcher aber Brander nicht sonderlich zu beeindrucken schien und mit Ellenbogen und Hammerfists beantwortet wurde. Ein ähnliches Bild auch in der letzten Runde: Brander kontrollierte aus der Oberlage und Savvidis blieb aktiv von seinem Rücken, konnte Brander aber nicht gefährlich werden. Erst in den letzten Sekunden des Kampfes schien Savvidis mit seinen Attacken vom Rücken Erfolg zu haben, als er Brander mit einem Kimura erwischte und diesen damit sweepen konnte. Wiederum landete Brander aber in der Oberlage und beendete von da den Kampf. Die Kampfrichter bewerteten den ereignisreichen Kampf einstimmig zu Gunsten von Brander, welcher sich, wie bereits von ihm gewohnt, mit einer sympathischen Rede beim Publikum und seinen Trainern bedankte und damit einen tollen MMA-Abend für die Schweiz gebührend beendete.

Urs Ortmann wollte sich mit dem BJJ-Spezialisten Maicon Bastos nicht auf den Bodenkampf einlassen und dominierte das Geschehen im Stand weitgehend. Aus dem Nichts landete der Brasilianer plötzlich gute Fäuste und einen Frontkick, womit er Ortmann ins Wanken brachte. Mit einem Takedown rettete sich Ortmann und konnte sogar den Rücken von Bastos nehmen und die Runde von da dominant beenden. In der zweiten Runde landete Ortmann gute Kicks zu den Beinen, welche Bastos mit seinen Armen abwehren wollte. Es folgte ein Kick zum Kopf welcher ungeblockt ins Ziel traf und Bastos zu Fall brachte. Der Ringrichter ging dazwischen um weiteren Schaden zu vermeiden. Ortmann bleibt damit weiterhin ungeschlagen.

Ivan Musardo musste sich kurzfristig auf einen neuen Gegner einstellen: Ursprünglich sollte der TUF-22-Veteran Paulo Boer gegen Musardo antreten, dieser verletzte sich aber. Als Ersatz konnte Anthony Dizy verpflichtet werden. Der starke Ringer und Bellator-Veteran suchte sofort den Bodenkampf und konnte Musardo so über weite Strecken des Kampfes dominieren. In der letzten Runde traf Musardo den Pariser gut, wurde aber immer wieder auf den Rücken befördert. Die Spezialtechnik von Ivan Musardo, seine Guillotine, schien kurz vor Ende des Kampfes gut zu sitzen, allerdings wurde Dizy vom Rundengong gerettet und konnte den einstimmigen Punktentscheid nach Frankreich holen. 

Musardos Teamkollege Gregor Weibel hat ebenfalls einen Gegnerwechsel hinnehmen müssen. Innerhalb von drei Tagen wechselte der Gegner sogar ganze drei Mal. Nach Ibrahim Baysarov und Manuel Garcia, war es letztlich der Italiener Guido Iaquinta, der sich noch am selben Tag von Turin aufmachte, um gegen Weibel anzutreten. Der im MMA unerfahrene Thaiboxer war dem routinierten Weibel von Beginn weg deutlich unterlegen. Ein Kick zum Kopf brachte den Italiener zu Fall, worauf Weibel auch noch in der Mount landete. Der Bodenspezialist Weibel benötigte nur wenige Sekunden, um den überforderten Iaquinta in einem Arm-Triangle zur Aufgabe zu zwingen. 

Kenji Bortoluzzi aus St. Gallen hatte gegen den Italiener Giovanni Mulas wenig Mühe: Er verteidigte die Takedown-Versuche des Italieners problemlos und konnte eine stehende Guillotine ansetzen, welche Mulas zur Aufgabe zwang.

Der erste Profi-Kampf des Abends war sogleich der „Fight of the Night“: Die ungeschlagenen Mittelgewichte Emrah Yaman und Ilia Kotsev lieferten sich eine Schlacht, in welcher Kotsev anfänglich die Oberhand behielt. Nachdem sich Yaman in der zweiten Runde aus einem Rear-Naked Choke befreien konnte, arbeitete er sich in die Mount und konnte von da Kotsev so sehr zusetzen, dass der Ringrichter den Kampf abbrechen musste. Zwei sichtlich erschöpfte Kämpfer ließen alles im Cage zurück. Aber nur Yaman behielt seine Bilanz lupenrein.

Dario Kashani suchte nach einem heftigen Schlagabtausch mit Jurji Meikshans den Takedown und konnte aus der Mount einen Triangle anbringen, mit dem er Meikshans zum Tappen brachte.

Marc Bucher brauchte nur ein paar Sekunden, um die Halle zum Explodieren zu bringen und den deutschen Wahl-Schweizer Victor Schoof mit harten Fäusten ins Land der Träume zu schicken.

Die gut gefüllte Badmintonhalle im Herzen Zürichs bebte ein erstes Mal als sich der junge Aarauer mit tschetschenischen Wurzeln - Husein Kadimagomaev - mit dem deutschen Sven Fortenbacher vom German Top Team ein hartes und ausgeglichenes Duell über drei Runden lieferte. Der Shooto-Europameister Kadimagomaev behielt auf den Punktezetteln die Oberhand.

Die Ergebnisse im Überblick:

Time to Shine 2
3. September 2016
Zürich, Schweiz

Benjamin Brander bes. Alexis Savvidis via einstimmiger Punktentscheidung
Urs Ortmann bes. Maicon Bastos via K.o. (High-Kick) in Rd. 2
Anthony Dizy bes. Ivan Musardo via einstimmiger Punkteentscheidung
Gregor Weibel bes. Guido Iaquinta via Arm-Triangle Choke in Rd. 1
Kenji Bortoluzzi bes. Giovanni Mulas via Guillotine Choke in Rd. 1
Emrah Yaman bes. Ilia Kotsev via T.K.o. in Rd. 2
Dario Kashani bes. Jurji Meikshans via Triangle Choke in Rd. 1
Marc Bucher bes. Victor Schoof via K.o. in Rd. 1
Husein Kadimagomaev bes. Sven Fortenbacher via einstimmiger Punktentscheidung
Diego Diethelm bes. Bendix Fellmann via einstimmiger Punktentscheidung