MMA - CH/AT

Stuttgarter Nachwuchs siegt beim Pride And Honor Fight Club

Pride And Honor Fight Club Nr. 3

Der dritte Pride And Honor Fight Club in Stuttgart entwickelte sich während den ersten fünf Kämpfen zu einem sehr unterhaltsamen Kampfabend. Dann spielte jedoch der Ring nicht mehr mit und sorgte dafür, dass die restlichen fünf Kämpfe nicht mehr stattfinden konnten.

Michael Neckar (Fitness Feuerbach) und Granit Morena (MBC Ludwigsburg) lieferten sich ein heißes Gefecht nach K-1-Regeln, als der Boden unter ihren Füßen plötzlich nachgab. Anscheinend hatte ein Wurf bei dem vorherigen MMA-Kampf ein Brett des Ringbodens beschädigt. Die Veranstaltung wurde unterbrochen und zahlreiche Helfer begaben sich unter den Ring, um den Boden zu reparieren. Die Männer taten alles Menschenmögliche, aber der Boden ließ sich auch provisorisch nicht mehr flicken.

Nach Rücksprache mit Sportlern, Trainern und Offiziellen brach Veranstalter Sam Radi daraufhin den Fight Club schweren Herzens ab – der Schutz und die Sicherheit der Kämpfer haben oberste Priorität. Er versicherte aber sogleich, dass alle ausgefallenen Kämpfe zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Dazu gehören unter anderem der mit großer Spannung erwartete Hauptkampf im K-1 zwischen Lokalmatador Haydar Öztürk (Fitness Feuerbach) und dem Welt- und Europameister Muhammed Gür (Tempel Fightschool) sowie die MMA-Kämpfe der Stuttgarter Nicolas Penzer (Stallion Cage) und Alexander Petrajtis (Stallion Cage). Aufgeschoben ist in diesem Fall nicht aufgehoben.

Vor dem Abbruch der Veranstaltung bekamen die Zuschauer viereinhalb actionlastige Kämpfe geboten. Den Anfang an diesem Abend machten die K-1-Kämpfer Sebastian Mehler (Weng Chun Stuttgart) und Sebastian Höhn. Mehler machte von Beginn an mit Lowkicks und Schlagkombinationen Druck, Höhn beschränkte sich zunächst aufs Kontern. In der zweiten Runde legte er einen Gang zu und punktete mit Körpertreffern. Mehler gab das Heft aber nicht mehr aus der Hand und griff mit schnellen Haken und Kicks an. Nach drei rasanten Runden gaben die Punktrichter den Sieg an Sebastian Mehler.

Anschließend war es Zeit für das Profidebüt von Martin Artukovic (Stallion Cage) aus Stuttgart, der im Duell zweier Jungspunde dem Frankfurter Ole Noerz (MMA Spirit) gegenüberstand. Noerz eröffnete den Kampf mit einer Schlagkombination. Beim zweiten Schlagangriff tauchte Artukovic runter und beförderte Noerz mit einem Takedown in die Side Control. Artukovic nutzte einen Befreiungsversuch aus, um die Back Mount einzunehmen. Wenige Momente später hatte er Noerz im Rear Naked Choke und zwang ihn damit zur Aufgabe.

Eine regelrechte Schlacht lieferten sich die K-1-Kämpfer Eugen Skoba (Rayong Sports Heidenheim) und Michael Schneider.  Skoba war in Runde eins der aktivere Kämpfer und punktete viel mit Lowkicks. In der zweiten Runde traf Schneider aber immer besser mit seinen Konterschlägen. Auch in Runde drei schenkten sich beide Kämpfer nichts und beharkten sich mit Schlagkombinationen und vielseitigen Kicks. Nach drei abwechslungsreichen Runden stand es Unentschieden, eine Extrarunde sollte die Entscheidung bringen. Schneider konnte allerdings nicht mehr zur Extrarunde antreten, woraufhin Skoba zum Sieger durch Aufgabe erklärt wurde.

Jugend gegen Erfahrung hieß es im MMA-Kampf zwischen dem 19 Jahre jungen Stuttgarter Sergej Lokhov (Stallion Cage) und dem Wuppertaler Stefan Heber (Alligator-Rodeo-Team). Heber bestritt seinen elften Kampf, während Lokhov zu seinem Profidebüt antrat. Lokhov begann den Kampf mit einem spektakulären Hüftwurf, der vermutlich die Ursache für den kaputten Ringboden war. Heber landete unsanft, holte sich aber schnell die Guard. Lokhov ließ sich zu einem Fußhebel zurückfallen, was Heber dazu ausnutze, um in die Oberlage zu gelangen. Aus der Half Guard arbeitete er mit Schlägen. Lokhov kam in die Guard zurück und versuchte es zum Ende der Runde noch mit einem Armhebel.

Zu Beginn der zweiten Runde verlagerte Lokhov das Geschehen wieder auf den Boden. Heber sweepte ihn jedoch und setzte vereinzelte Schlägen aus Lokhovs Guard heraus ein. Der Ringrichter orderte beide Kämpfer nach einer Weile wieder in den Stand zurück. Lokhov brachte Heber erneut zu Boden, musste sich dann jedoch gegen einen Kimura verteidigen.

In der dritten Runde setzte Lokhov wieder zum Takedown an. Heber wollte mit einem Guillotine Choke kontern, aber Lokhov befreite sich schnell und war nun oben in der Half Guard. Er passierte in die Side Control und nahm anschließend die Mountposition ein. Von dort ließ er kräftiges Ground and Pound hageln, bis der Ringrichter den Kampf abbrach.

Die Ergebnisse in der Übersicht:

Pride And Honor Fight Club Nr. 3
7. Mai 2011
Wagenhallen in Stuttgart

MMA
Sergej Lokhov (Stallion Cage) bes. Stefan Heber (Alligator-Rodeo-Team) via TKO nach 1:10 in Rd. 3

K-1
Eugen Skoba (Rayong Sports Heidenheim) bes. Michael Schneider via Aufgabe nach 3:00 in Rd. 3

MMA
Martin Artukovic (Stallion Cage) bes. Ole Noerz (MMA Spirit) via Rear Naked Choke nach 0:45 in Rd. 1

K-1
Sebastian Mehler (Weng Chun Stuttgart) bes. Sebastian Höhn nach Punkten