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Respect.FC 9 ist Geschichte

An diesem Wochenende startet bereits die neunte Auflage von Respect.FC.

Soeben fand im Bayer-Sportcenter in Dormagen bei Köln die neunte Auflage der hochkarätigen Veranstaltungsreihe Respect-FC statt - GnP war natürlich vor Ort und hat direkt aus der Arena berichtet. Anbei der Live-Bericht mit den kompletten Ergebnissen:

Al Mahdadi El Khadir vs. Michal Tomasik
Der Kampf wird beiderseits mit einigen Low-Kicks und vereinzelten, harten Fäusten eröffnet. Beiden Kämpfern gelingt hin und wieder ein Takedown, doch zunächst muss der Ringrichter das Geschehen immer wieder zurück in den Stand verlagern.
In der zweiten Runde ein ähnliches Bild, bevor beide am Boden erste Schrecksekunden überstehen müssen, als sie sich gegenseitig beinahe in diversen Aufgabegriffen erwischt hätten. Der dritte Durchgang endet schnell, als Tomasik seinen Gegner mehrfach hart erwischt und den Ringrichter damit zum Abwinken zwingt. Sieger durch K.o. nach 23 Sekunden in Runde 3: Michael Tomasik.

Martin Pierscinski vs. Simon Fiess
Den zweiten Kampf des Abends bestreiten die großen Jungs aus der Schwergewichtsklasse. Der Paderborner Wombat Martin Pierscinski verschwendet keine Zeit, seinen kickboxerfahrenen Gegner unter Druck zu setzen und in die Ringecke zu drängen. Als Fiess schließlich freikommt, landet er einige Headkicks und einzelne Schläge, bis sich das Geschehen kurze Zeit später wieder auf die Matte verlagert, wo Pierscinski seinen Gegner konstant mit Submissions bedroht und Fiess schließlich per Kimura zum Abklopfen bringt. Sieger durch Aufgabe (Kimura) nach 4 Minuten, 25 Sekunden in Runde 1: Martin Pierscinski.

Alexandra Buch vs. Megan van Houtum
Nach zwei vorzeitig beendeten Kämpfen versuchen die einzigen beiden Frauen auf dem Programm, die Show weitergehen zu lassen. Buch scheint ihre Gegnerin mit ihren Reichweitenvorteilen auf Distanz halten zu wollen, während van Houtum konstant den Takedown sucht. Nach einer kurzen Unterbrechung wegen eines Cuts, den sich van Houtum scheinbar an der Schläfe zugezogen hat, geht der Kampf weiter; außer eines Triangle-Versuchs von Buch passiert im ersten Durchgang allerdings nicht mehr viel. Die Rundenpause dauert wegen des Cuts länger als geplant, erneut erlaubt der Ringarzt van Houtum jedoch, weiterzukämpfen - zumindest eine knappe Minute lang, denn bei der dritten Untersuchung wird der Kampf schließlich doch abgebrochen. Siegerin durch T.K.o. (Cut) nach 1 Minute und 3 Sekunden in Runde 2: Alexandra Buch.

Maurice van Waeyenberghe vs. Roman Kapranov
Beide scheinen sich aus Respekt vor den Fähigkeiten des jeweils anderen zunächst etwas abtasten zu wollen - nach einigem Clinchen in der Ringecke geht der Kampf dann allerdings schnell in Kapranovs Spezialgebiet über, den Bodenkampf, und endet kurze Zeit später auch genau dort, als Kapranov zum Kimura ansetzt. Sieger durch Aufgabe (Kimura) nach 3 Minuten, 27 Sekunden: Roman Kapranov.

Nick Hein vs. Roberto Pastuch
Nach einer kurzen Pause geht es im Weltergewicht weiter. Der Kampf startet recht ausgeglichen - beide können vereinzelt Treffer im Stand landen, allerdings schafft es niemand, das Heft in die Hand zu nehmen. Als Hein dann doch anfängt, häufiger zu treffen, versucht Pastuch, den Kampf auf die Matte zu verlagern. Hein ist es allerdings kurz darauf, der nach einem Trip auf seinem Gegner landet, von wo aus er den ersten Durchgang abschließt. In Runde zwei versucht Pastuch durchgehend, im Stand und mit Takedownversuchen Druck zu machen. Hein bleibt allerdings stets ruhig und landet eigene Treffer oder bringt seinen Gegner zu Boden bzw. an die Seile.
In Runde drei ein ähnliches Bild: Pastuch hat wiederholt Schwierigkeiten, Hein auf die Matte zu befördern und muss immer wieder Kombinationen des Kölners einstecken. Letztendlich wird es der erste Kampf des Abends, der über die Distanz geht, aber gleichzeitig eine sehr unterhaltsame Ansetzung, die die Zuschauer mit wohlverdientem Applaus honorieren, bevor die Punktrichter den Lokalmatadoren Nick Hein zum Sieger erklären. Sieger durch einstimmigen Punktentscheid: Nick Hein.

Jörg Lothmann vs. Sebastian Baron
Auch im Catchweight bis 80 Kilo geht es spannend, bzw. erwiesenermaßen kultig weiter, denn mit Lothmann und Baron treffen zwei Originale im Ring aufeinander. Lothmann, der im Gi antritt, wird anfangs von der "Pusteblume" unter Druck gesetzt, drängt seinen Gegner dann allerdings im Clinch in die Ringecke, bevor er von Baron zu Boden gebracht wird. Lothmann arbeitet zunächst aus einer aktiven Guard, muss dann allerdings zunehmend härteres Groundandpound zum Kopf und Körper einstecken, bis die erste Runde zuende ist. Zu Beginn des zweiten Durchgangs scheint der "Marshmallow" sichtlich langsamer geworden zu sein, bis er Baron plötzlich wie aus dem Nichts anspringt und zu einem Guillotine Choke ansetzt. Nach kurzer Zeit wird es Baron in dieser Position allerdings zu bunt - er schafft es, erneut auf seinem Gegner zu landen und setzt ihm weiter mit Schlägen zu. Lothmann  gelingt es mehrmals, sich zu befreien und kurzzeitig sogar, oben zu landen, letztendlich beendet er die Runde allerdings erneut auf seinem Rücken. Dort findet er sich auch im dritten und letzten Durchgang schnell wieder, kann Baron allerdings mit diversen Submission-Versuchen gefährden. Baron schafft es jedoch immer wieder, die Versuche im Keim zu ersticken und beendet den Kampf schließlich mit weiteren Schlägen am Boden. Lothmann kann sich nach dem Kampf kaum auf den Beinen halten und muss noch im Ring ärztlich behandelt werden, bevor er wieder soweit zu Kräften kommt, dass er zurück in die Kabine kann. An dieser Stelle gute Besserung an eine wahre Kult-Figur der deutschen MMA-Szene! Sieger durch K.o. nach 2 Minuten, 40 Sekunden in Runde 3: Sebastian Baron.

Contender-Fight im Leichtgewicht
Vlado Sikic vs. Ric Schreiter
Jetzt geht es zum ersten Mal am heutigen Abend um einen Herausfordererstatus - der Gewinner dieser Begegnung wird bei Respect 10 um den Leichtgewichtstitel antreten dürfen. Zunächst müssen beide aber ersteinmal bei Respect 9 gewinnen, und keiner der zwei verschwendet allzu viel Zeit mit Abtasten oder Ausfühlen - nach einigen Schlagabtauschen und einem kurzen Intermezzo am Boden setzt sich Sikic mit einigen gewaltigen Kniestößen aus dem Clinch hart und spektakulär durch: Sieger durch K.o. nach 1 Minute, 27 Sekunden in Runde 1: Vlado Sikic.

Titelkampf im Bantamgewicht
Robert Scott Westerman vs. Stefan Hoss
Für diese Bantamgewichtler steht der Titel auf dem Spiel, und beide tasten sich zunächst im Stand ab, bevor Hoss seinen Gegner an die Ringseile drückt. Der Ringrichter beordert beide auseinander, und jetzt starten sowohl Hoss als auch Westermann damit, härtere Aktionen zu setzen. Gerade, als Hoss anfängt, wiederholt schnelle und harte Hände zu setzen, lässt er sich von an Nick bzw. Nate Diaz erinnernden Provokationen zu einem Takedown verleiten und landet direkt in Westermanns Guillotine Choke. Hoss kann sich allerdings befreien. Die zweite Runde beginnt Westermann erneut mit diversen Gesten, was Hoss wieder einen Takedown versuchen lässt - er bekommt Westermann  schließlich auch auf den Rücken und bedroht ihn dort zunächst mit Submissions, bevor er ihn mit hartem Groundandpound beinahe aus dem Kampf nehmen kann. Westermann verteidigt jedoch gut, und der Ringrichter lässt beide wieder aufstehen. Vor Ende der Runde gelingt es Westermann noch, seinem den Takedown suchenden Gegner einen Kniestoß einzuschenken. In Runde drei zieht Westermann mit weiteren Provokationen allmählich Buhrufe von den Rängen auf sich und macht ordentlich Druck im Stand, landet aber kurz darauf erneut auf dem Rücken, mit einem aktiven Hoss über sich. Westermann geht zwar an die Submissions, Hoss kann sich jedoch wenig später den Rücken seines Gegners sichern und bringt ihn per Rear Naked Choke zum Abklopfen. Die Halle tobt, als der neue Respect-Bantamgewichtschampion von UFC- und Pride-Legende Wanderlei "The Axe Murderer" Silva seinen Gürtel überreicht bekommt. Sieger durch Aufgabe (Rear Naked Choke) nach 4 Minuten, 12 Sekunden in Runde 3: Stefan Hoss.

Titelkampf im Federgewicht
Max Coga vs. Duane van Helvoirt
Ein weiterer Titelkampf folgt, dieses Mal im Federgewicht. Schon vor Kampfbeginn herrscht ordentlich Stimmung in der Halle, die zahlreichen Unterstützer Cogas feuern ihn lautstark mit Sprechchören an. Van Helwoirt geht früh an den Takedown, es ist jedoch Coga, der recht schnell in der Oberlage landet. Kurz darauf sind beide aber bereits wieder auf den Beinen. Die restliche Runde lang bearbeiten sich beide hauptsächlich mit den Fäusten, wobei Coga die besseren Treffer zu setzen scheint.

In Durchgang Nr. zwei machen beide genau dort weiter, wo sie aufgehört haben: Im Stand und mit fliegenden Fäusten, mit denen Coga seinen Gegner nun immer wieder hart treffen kann und ihn ein Mal sogar niederschlägt. Van Helwoirt zieht daraus seine Konsequenzen und befördert Coga zu Boden, der sich die Guard holen kann, geslammt wird und sich kurz darauf befreien kann - im Stand landet er bis zum Rundenende erneut die besseren Treffer.

In Runde drei wiederholt sich das Spiel: Van Helwoirt kämpft offensiv, kann aber einfach nicht das Kinn seines Gegners finden und wird im Gegenzug immer wieder von Coga zurückgedrängt. Letztlich gelingt dem Niederländer allerdings doch noch der Takedown, dann ein weiterer Slam und einige Schläge, doch Coga kann sich erneut herauswinden. Im Stand geht es weiter wie gewohnt, Coga landet allerdings einen krachenden Aufwärtshaken, der van Helwoirt kurzzeitig leicht zum Wackeln gebracht haben scheint - der zähe Holländer lässt sich jedoch nicht unterkriegen und kämpft weiter im Stand und mit Takedownversuchen zurück, von denen allerdings keiner Erfolg hat.

In Runde vier landet Coga unter lautem Jubel weiter konstant seine Kombinationen, von denen jedoch keine wirklich sauber trifft, und anders scheint van Helwoirt nicht kleinzukriegen zu sein. Es geht also in die fünfte Runde, und die sieht den vorherigen sehr ähnlich - Coga trifft mit den Fäusten, van Helwoirt versucht, gegenzuhalten und gelegentlich einen Takedown durchzubringen. Beide scheinen die vier actiongeladenen Runden mittlerweile deutlich zu spüren, machen aber unbeirrt weiter. Coga kann noch einige gute Fäuste setzen, sein Gegner bleibt aber immer noch unbeirrt stehen und kämpft bis zuletzt zurück. Ein schlauchender Kampf, an dessen Ende sich der Frankfurter verdient nach Punkten durchsetzt und damit zum neuen Respect-Federgewichtschampion wird. Sieger durch einstimmigen Punktentscheid: Max Coga.

Titelkampf im Halbschwergewicht
Stephan Pütz vs. Alexander Neufang
Im vorletzten Kampf geht es wieder um einen Titelgürtel, hier im Halbschwergewicht. Pütz kann sich recht schnell die Oberlage sichern, Neufang wirft ihm aber instinktiv die Beine um den Hals und scheint ihn zeitweise in Bedrängnis bringen zu können. Schließlich befreit sich Pütz aber und kontrolliert von oben. Neufang versucht sich kurz an der Rubberguard und ist auch sonst so aktiv wie möglich, verliert die erste Runde aber recht deutlich. In Runde zwei versucht sich Neufang am Takedown, landet jedoch mit dem Gesicht auf dem Ringboden und hat plötzlich erneut Stephan Pütz an sich kleben, der ein gutes Knie zum Kopf landen kann, das Neufang merklich nicht geschmeckt hat. Kurz darauf zurück im Stand, wollte Neufang erneut den Takedown, wurde jedoch ein weiteres Mal ausgebremst - zwar konnte er Pütz kurz vom Rücken aus in Bedrängnis bringen, beendete die Runde jedoch erneut auf dem Boden.
Auch im dritten Durchgang schaffte es Neufang nicht, Pütz auf den Rücken zu bringen, landete stattdessen selbst dort und wurde meist von Pütz selbst wieder auf die Beine gewunken. Nachdem sich diese Aktion zum zweiten, dritten und schließlich vierten Mal wiederholte, machte sich langsam Unmut im Publikum breit. Schließlich gelang es Pütz nach einem weiteren abgewehrten Takedownversuch, Neufang mit einem Knie zu Boden gehen zu lassen, womit auch der neue Respect-Halbschwergewichtschampion feststeht: Sieger durch (T.)K.o. nach 3 Minuten, 21 Sekunden: Stephan Pütz.

Titelkampf im Weltergewicht
Djamil Chan vs. David Zawada
Im Co-Hauptkampf stehen sich zwei Weltergewichtler gegenüber, die offensichtlich beide nichts anbrennen lassen wollen, immerhin geht es auch hier um den Titel. Chan macht gleich von Beginn an ordentlich Druck, Zawada hält dagegen, aber schließlich trifft Chan ihn mehrmals hart und setzt mit präzisen Kniestößen aus dem Clinch nach, was den Kampf beendet: Sieger nach 1 Minute, 34 Sekunden in Runde 1 durch K.o. (Kniestöße): Djamil Chan.

Titelkampf im Mittelgewicht
Nicolas Penzer vs. Marcin Naruszczka
Es ist 1 Uhr, der meisterwartete Kampf des Abends steht an - es geht um den vakanten Respect-Mittelgewichtstitel.
Beide tauschen einige Kicks aus, doch Penzer geht erwartungsgemäß schnell an den Takedown und bringt Naruszczka auch zu Boden. Dort nimmt sich Penzer zwar verständlicherweise vor der schieren Power des Polen sehr in Acht, kann ihn aber ein paar Mal in Bedrängnis bringen und, nachdem der Kampf wieder auf die Beine verlagert wurde, sogar beinahe niederschlagen. Naruszczka sichert sich jedoch die Oberlage und lässt einige Bomben regnen, bevor es erneut zurück in den Stand und kurz darauf in die erste Rundenpause geht.
Zu Beginn der zweiten Runde tauschen beide erneut einzelne Aktionen aus, bis Penzer Naruszczka in der Ringecke in den Clinch nimmt. Naruszczka dreht die Position jedoch und trifft ihn einige Male so hart, dass Penzer sich wegdreht und wacklig wirkt. Er entkommt jedoch und attackiert seinerseits. Angriff ist in diesem Fall wirklich die beste Verteidigung, denn er trifft Naruszczka einige Male. Dieser scheint dadurch jedoch aufzudrehen und geht selbst zum Angriff über, trifft Penzer gut - am Boden macht er weiter und setzt zu einer Reihe harter Kniestöße zum Kopf an, die recht schnell zum Abbruch führen - auch im Mittelgewicht gibt es jetzt einen neuen Champion: Sieger durch K.o. nach 4 Minuten, 38 Sekunden in Runde 2: Marcin Naruszczka.