MMA - CH/AT

Premiere bei Swiss Las Vegas

Gregor Weibel setzt Benoi Confira zu. (Foto via Sapao Photographe)

Paulo Balicha und sein Team vom Diamond Gym erwiesen sich erneut einmal als mutige Pioniere und lancierten kurzerhand den ersten Cage-Event der Deutschschweiz. Zusammen mit dem OK von Shooto Switzerland wurde in relativ kurzer Zeit ein passender Cage sowie eine Fightcard zusammengestellt, die es in sich hatte. Im MMA trafen sich einige der vielversprechenden Schweizer Talente mit ihren Gegenparts aus Frankreich und Deutschland. Das Basler Casino am Flughafen bot wie immer das stilechte Ambiente für eine solche Nacht voller Kämpfe.

Im Mixed Martial Arts nach Shooto-Regeln traf als erstes Ahmet „Adrenaline“ Yalbirdak auf Florent Vimbel. Dem ungeschlagenen Franzosen schienen Ahmets böse Blicke nichts auszumachen, vielleicht erahnte er, dass „Adrenaline“ sonst ein sehr angenehmer Zeitgenosse war und lediglich im Ring sein zweites Gesicht aufsetzte. Beide Kämpfer lieferten sich einen technisch sehr sauberen Standkampf und beide punkteten mit Kicks zu den Beinen und zum Körper. Yalbirdak wurde von einem Frontkick ins Gesicht getroffen, doch antwortete mit einem Takedown. Von dort setzte er dann rasch zu seiner Spezialität an: den Beinhebeln. Vimbel geriet schnell in Bedrängnis, denn Yalbirdak wechselte immer wieder vom Straight Leglock in den Ankle Lock. Vimbel verteidigte, doch als er hochkommen wollte, sicherte sich Yalbirdak die Side Control und von dort eine Guillotine, welche Vimbel nach 3:11 der ersten Runde zum Abklopfen zwang.

In der zweiten MMA-Begegnung traf Gregor Weibel aus Glarus auf den französischen Combat-Sambo Meister Benoi Confira. Weibel fackelte nicht lange und zeigte ein neues Werkzeug in seinem Koffer: Takedowns mit Slams. Er beförderte Confira auf den Boden, dieser wusste sich zwar zu verteidigen, doch Weibel blieb die ganze Runde über in der Oberlage und landete harte Schläge aus der Side Mount und Mount. Die zweite Runde verlief gleich wie die erste und Weibel landete erneut einen krachenden Takedown. Confira erwies sich auch im zweiten Durchgang als würdiger Gegner am Boden, doch macht einen folgeschweren Fehler, als er aufstehen wollte und dem erfahrenen Jiu-Jitsu-Kämfper seinen Rücken anbot. Weibel sicherte sich sofort den Rücken und brachte Benoi nach 2:41 der zweiten Runde zum Abklopfen.

In der dritten Begegnung wurde der Cage auf seine Stabilität getestet, als der 100kg schwere David Moscatelli auf den 126kg schweren Karim Getdjan aus Mulhouse traf. Entgegen des ersten Eindruckes war es Moscatelli, der in Runde eins den Ton angab und Karim mit Schlägen eindeckte. Dieser deckte aber gut und die Körpertreffer wurden durch sein doch erhebliches Polster in der Bauchpartie abgefangen. In Runde zwei machte Moscatelli wieder Druck und dieser sehr dynamische und unterhaltsame Kampf steigerte sich in ein Spektakel. Doch Moscatelli hatte plötzlich Probleme mit seinem Knöchel, und als ihn Karim zu Boden nahm und die ganzen 126kg auf dem Knöchel lagen, gab dieser nach und schmerzte zu sehr, als dass Moscatelli weitermachen hätte können. Der Knöchel war nicht gebrochen, doch stark überdehnt. Unter Applaus verließen die beiden sehr starken und fairen Kämpfer den Cage.

Im Hauptkampf des Abends trafen zwei wahre Monster aufeinander. Der ehemalige Karate-Weltmeister Haris Reiz und das Deutsche KO-Wunder Alex Majeski vom Team Arashi aus Reutlingen. Dem Ringrichter war anzusehen, dass er sich schöneres vorstellen konnte, als mit diesen beiden 110kg-Monstern alleine im Cage zu sein. Zu Beginn des Kampfes landete Haris einige sehr gute linke Haken, vor allem deshalb, weil Alex zwar dagegenhielt, doch sehr offen boxte. Der zweite linke Haken von Reiz schickte Alex zu Boden. Reiz erkämpfte sich rasch die Mount und seine Dampfhämmer hagelten auf Alex‘ Kopf. Alex verteidigte die ersten Schläge verbissen, doch als eine harte rechte Hammerfist durchkam, ging er KO. Der Ringrichter brach ab und der Ringarzt betreute den sichtlich angeschlagenen Alex. Ein jähes und abruptes Ende nach 1:26 der ersten Runde, doch bei zwei solchen Kolossen war fast nichts anderes zu erwarten. Alex fand nach wenigen Minuten dann auch wieder auf die Beine und wurde noch vom Ringarzt betreut.

Im Nachhinein darf man beim ersten grossen deutschschweizer Cage-Event von einem großen Erfolg sprechen. Keinerlei negative Kritik der Presse oder Teilnehmer, faire Verlierer und bescheidene Gewinner. Es bleibt noch schwer abzuschätzen, doch mit diesem ersten Event im Cage könnte der Weg für weitere Cage-Events im Alpenland gelegt sein. 

Die kompletten Ergebnisse, inklusive der Thaiboxkämpfe, folgen demnächst hier auf GroundandPound.de