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Patrik Berisha will die MMA-Welt schockieren

Gut gelaunt: Patrik Berisha. (Foto: Elias Stefanescu/Groundandpound.de)

Am 6. Juli kehrt die britische Traditionsorganisation mit neun Kämpfen in Englands Hauptstadt zurück. Unter den Sportlern bei Cage Warriors 56 ist auch der Schweizer Patrik Berisha (6-3-1), der amtierende Federgewichtstitelträger von Kombat Komplett. Wir sprachen mit „Piki“, der in London gegen den englischen Lokalmatador Robbie Olivier (19-9) in den Käfig steigen wird.

Groundandpound.de: Was bedeutet es dir, endlich auf einer international großen Bühne wie Cage Warriors zu stehen?
Patrik Berisha: Es ist die größte Chance meiner bisherigen Laufbahn als Kämpfer und es bedeutet mir und meinem Team sehr viel. Aber das Ziel ist noch lange nicht erreicht und es bedeutet nicht, dass es leichter wird von jetzt an. Im Gegenteil. Wir können uns nicht einfach zurücklehnen und Kaffee trinken. Jetzt geht es erst richtig los.

Wie motiviert bist du, vor einem weltweiten Publikum dein Können unter Beweis zu stellen?
Ich bin sehr motiviert. Den Aspekt mit dem großen Publikum blende ich aus. Es gibt für mich nur einen Fokus, und das ist der Kampf. Den ganze Zirkus rundherum darf mein Team und mich nicht tangieren.

Fühlst du zusätzlichen Druck, oder ist es eher motivierend, in London gegen einen Engländer zu kämpfen?
Ich sehe es als zusätzliche Motivation. Wenn man meine letzten Gegner anschaut, war ich immer der Underdog und ich konnte auch nicht vor heimischen Publikum kämpfen. Hier ist es nicht anders.
Wieder bin ich der Underdog und wieder kämpfe ich nicht vor heimischen Publikum. Das nimmt mir aber jeglichen Druck von den Schultern und ich kann "frei" kämpfen.

Patrik Berisha und Martin Buschkamp bei der Waage zu GMC 3. (Foto: Mike Hans/Groundandpound.de)Da du gerade deinen letzten Gegner, Martin Buschkamp, ansprichst. Der Kampf endete sehr kontrovers, durch einen Cut, im No Contest. Wird es irgendwann einen Rückkampf geben?
Ein Wiedersehen mit ihm, sicherlich. Aber ob wir nochmal gegeneinander kämpfen? Er sowie auch ich haben mehrmals beteuert, dass ein Fight zwischen uns keinen Sinn macht. Ich denke, dass wir sowie auch die Szene, es bei dieser Meinung belassen sollten und diese respektieren und akzeptieren. Aber man soll ja bekanntlich niemals "nie" sagen.

Was weißt du über deinen baldigen Gegner Robbie Olivier?
Er ist ein Pionier der britischen und internationalen MMA-Szene. Ein Mann erster Stunde, seit Anfang an dabei. Zudem hat er noch gegen frühere und noch aktive Superstars gekämpft und bestanden. Es wird sicherlich kein Spaziergang sein, doch es ist eine Herausforderung und jeder, der mich kennt, weiß, dass mir bei der Wahl der Gegner nichts geschenkt wird, so wie manch anderen in der Szene. Ich gehe keiner Herausforderung aus dem Weg.

Gibt es etwas, womit er dir, deiner Meinung nach, gefährlich werden könnte?
Er ist so versiert, dass er mir mit allem gefährlich werden kann. Egal ob Stand-up, wo er auch schon einige T.K.o.-Siege verbucht hat, oder Grappling, er weiß, was er tut. Aber wir haben ihn analysiert und versuchen unseren Gameplan so umzusetzen, wie wir es trainiert haben.

Wie hast du dich auf Olivier vorbereitet und mit wem?
Die Trainingsintensität war und ist sehr hoch. Da ich Anfang Juni schon hätte kämpfen müssen. Die Show wurde aber abgesagt und es kam ein neuer Kampf ins Gespräch. Habe eine kurze Trainingspause gemacht und gleich wieder angefangen, mich vorzubereiten. Dann kam das Angebot von Cage Warriors, welches wir nicht ablehnen konnten.

Wenn du wählen könntest, wie du diesen Kampf beendest, wie würdest du es tun und warum?
So schnell wie möglich, egal wie. Warum? Um die MMA-Welt zu schockieren. Um zu zeigen, dass Namen nur Namen sind und jeder noch so helle Stern einmal in den Ruhestand gehen sollte.

Bereit zum Kampf: Patrik Berisha mit Manager Ivo im Hintergrund. (Foto: Mike Hans/Groundandpound.de)
Wenn es mit dem Sieg klappt, wie sähen deine weiteren Pläne aus?
Darüber mache ich mir noch keine Gedanken. Wenn der Kampf erstmal vorbei ist, ist auch mal ein Trainings-Urlaub angesagt. Danach setzen wir uns mit dem ganzen Team wieder zusammen und planen die Zukunft. Der Fokus liegt jetzt auf dem Kampf gegen Olivier, alles andere kommt danach.

Wie wichtig, glaubst du, ist es als Schweizer, international Schlagzeilen zu machen. Bringt das einen Schub im eigenen Land, damit die MMA-Szene weiter wächst?
Es ist sehr wichtig und sicherlich bringt es etwas. Es ist auch schön, wenn man seinen Beitrag dazu leisten kann, die Szene direkt oder indirekt voranzubringen. Die Szene ist auch ständig am Wachsen. Die Menschen fangen an, unseren Sport und diese Passion als "Sport" zu verstehen. Sogar die Medien stellen sich nicht mehr so "dumm" an und beginnen über den Sport zu recherchieren. Von dem her ist es eine gute, aber etwas verspätete Entwicklung. Doch lieber spät als nie. Wenn man daran denkt, mit welchen Vorurteilen wir zu kämpfen hatten, können wir in der Schweiz schon sagen, dass es sich massiv verbessert hat.

Du bist Kombat-Komplett-Titelträger und hast sicherlich den einen oder anderen Fan in Deutschland. Wann können wir mit einer Titelverteidigung rechnen?
Das weiß ich zu diesem Zeitpunkt leider noch nicht. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt bzw. was nach dem Cage-Warriors-Kampf kommt. Ich weiss jedoch, dass mein Manager aber bereits mit dem Veranstalter von Kombat Komplett am Verhandeln ist.

Patrik, vielen Dank für das Interview und viel Erfolg bei deinem Cage-Warriors-Debüt.
Vielen Dank.