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Mairbek Taisumov: Ich bin kein Krimineller, nur ein Sportler.

Mairbek Taisumov (Foto: Dorian Szücs/GNP1.de)

Am Samstag steigt Mairbek Taisumov bei UFC Moskau zum siebten Mal ins Octagon der UFC. Der Tschetschene kann auf vier Siege in Folge zurückblicken, doch ein Gegner aus den Top 15 ist weiterhin nicht in Sicht. Denn immer wieder wird Taisumov von Problemen mit US-Behörden zurückgeworfen, erklärte er im irischen Podcast Eurobash.

„Es geht immer wieder zurück auf die Probleme mit dem Visum“, erläutert Taisumov im Podcast. „Meine Anwälte haben mir immer gesagt, es dauere nur noch zwei Wochen und das Visum würde stehen. Mir wird immer wieder versprochen, dass es klappt, aber nichts passiert. Ich weiß nicht, wo das Problem liegt. Ich bin kein Krimineller, ich habe nichts falsch gemacht, ich bin nur ein Sportler. Ich habe mein ganzes Leben diesem Sport gewidmet und wegen einem Stück Papier kann ich nicht gegen die besten Kämpfer der UFC antreten. So sieht es derzeit aus, aber ich hoffe, dass ich bald mein Visum erhalte. Ich habe meine Hoffnung auf das Visum und den Titel noch nicht aufgegeben.“

Die UFC versuchte bereits mehrfach, den 30-Jährigen auf einer Veranstaltung in den USA zu platzieren, zuletzt bei UFC 223 gegen Evan Dunham. Doch immer wieder werfen die Einreisebehörden der UFC und Taisumov Knüppel zwischen die Beine. Dass die Top-Kämpfer der Gewichtsklasse so gut wie gar nicht außerhalb der USA in den Käfig steigen, kommt für Taisumovs weiteren Weg erschwerend hinzu.

„Ich hoffe, dass ich irgendwann einen Titelkampf bekomme, aber die Top 10 will nicht außerhalb der USA kämpfen. Nur in Amerika. Wenn man einen Titelkampf will, muss man aber die Top-Kämpfer besiegen. Sie wollen alle zuhause kämpfen, sagen mir, ich soll zu ihnen kommen. Ich kämpfe überall und jederzeit. Die ganzen Kämpfer, die sagen, ich soll in die USA kommen, wissen, dass ich kein Visum habe, um gegen sie anzutreten.“

Taisumov ist mit dem Problem nicht allein. Reichte es in der Vergangenheit für Kämpfer aus Russland aus, gut im Käfig zu sein, um sich für einen UFC-Vertrag zu empfehlen, trifft die Organisation nun Vorkehrungen, damit sich Taisumovs Schicksal und damit der Ausfall von angesetzten Kämpfen nicht wiederholt.

„Es gibt viele russische Kämpfer, aber die UFC hat wenige von ihnen für UFC Moskau unter Vertrag genommen. Der Grund ist, dass viele von ihnen kein US-Visum haben. Die UFC fragt einen mittlerweile, ob man ein Visum hat, bevor sie einen unter Vertrag nehmen. Diese ganze Geschichte um das Visum ist ein großes Problem für viele Kämpfer.” 

In Moskau hat Taisumov diesess Problem nicht. Doch statt einem gerankten Gegner steht der amerikanische Ringer Desmond Green am Samstag auf der anderen Seite des Käfigs. Der Amerikaner hat zwei von vier UFC-Kämpfen gewonnen, zuletzt gegen Gleison Tibau. Der 28-Jährige ist ein zäher Gegner, als Sprungbrett in die oberen Regionen der Gewichtsklasse jedoch nur bedingt geeignet. Taisumov hofft, dass sich das bald ändert.

„Ich bin für jeden ein gefährlicher Gegner. Gebt mir einen Top-5- oder Top-10-Gegner, ich kämpfe gegen jeden. Ich bin nicht in den Rankings, aber jeder weiß, was ich kann. Sie kämpfen alle lieber in den USA und machen leicht verdientes Geld. Ich bin für niemanden leicht verdientes Geld.“