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Innferno FC: Traf Ayari seinen Gegner mit unerlaubtem Knie?

Jessin Ayari (l.) und Stanislav Futera nach ihrem Kampf (Fotos: Dorian Szücs)

Jessin Ayari besiegte Stanislav Futera Samstagnacht im Hauptkampf von Innferno FC durch Submission in Runde eins. Zu Boden geschickt hatte er den Tschechen vorher mit einem Kick zur Leber, setzte mit einem Kniestoß nach. Nun scheiden sich die Geister: War das Knie erlaubt oder nicht?

Laut den Unified of Rules of MMA, die bei den meisten Veranstaltungen weltweit genutzt werden, sind Kniestöße zum Kopf eines Kämpfers dann verboten, wenn er mit mindestens drei Punkten seines Körpers den Boden berührt, zum Beispiel also kniet oder sich mit den Händen auf dem Boden abstützt.

Ayari hatte Futera mit einem krachenden Kick zur Leber buchstäblich in die Knie gezwungen und sofort mit einem Kniestoß nachgesetzt. Zu dem Zeitpunkt war Futera bereits mit beiden Knien auf dem Boden – also mit vier Punkten. Erlaubt wäre nun ein Treffer zum Körper gewesen, verboten ein Einschlag im Gesicht des Tschechen. Auf einem Foto von GNP1.de-Fotograf Dorian Szücs sieht es aus, als lande der Treffer auf der Brust.

Erlaubt oder nicht? Jessin Ayaris Knie gegen Stanislav Futera

Futera sagt hingegen: Das Knie hat gesessen, und zwar im Gesicht: „Ich muss zugeben, dass Jessin sehr stark war, stärker als ich erwartet hätte. Das gebe ich ihm. Was mich aber wirklich durchgerüttelt und das Ende für mich eingeläutet hat, war das Knie am Boden. So sehe ich das“, erklärte er im Interview mit GNP-TV. „Das erste, was ich (zum Referee) gesagt habe, war: ‚Ich wurde am Boden mit einem Knie getroffen.’“

Hier das komplette Interview mit Stanislav Futera:

Ayari erklärte im GNP-TV-Interview, er habe nicht gesehen, dass Futera sich bereits am Boden befand, wollte mir einer erlaubten Aktion nachsetzen: „Das Knie war natürlich unabsichtlich! Ich bin ein sehr fairer Sportler, ich würde niemandem mit Absicht irgendetwas zufügen. Aber ich habe den Eindruck gehabt, er war halt im Fallen und währenddessen habe ich ihn getroffen. Aber jeder der kämpft weiß selber: da sind Emotionen dabei.“

Futera nahm das Ergebnis jedenfalls recht emotionslos entgehen, wirkte absolut nicht aufgebracht. Im Interview lobte er Ayari sogar und gönnte ihm den Sieg. Einen Protest gegen das Urteil schloss er aber dennoch nicht aus.

„Das war sein Finishing-Move“, so Futera über Ayaris Kniestoß. „Es war ein wenig gegen die Regeln, aber ich kann ihm den Sieg nicht absprechen, er war besser als ich. Wenn er gegen die Regeln verstoßen hat, werden wir aber vielleicht Protest einlegen.“

Für Ayari jedenfalls tat das „Knie-Gate“ der Feierlaune keinen Abbruch. Er zelebrierte mit mitgereister Familie und Freunden noch lange seinen dominanten Sieg im Käfig.

„Ich habe ihn gut getroffen, auf die Leber. Ich wusste, dass ich ihn gut mit dem Kick treffe, ich hab nur auf den richtigen Moment gewartet. Ich habe gewusst, den Kampf kann ich nicht verlieren. Ich hab’s an seinen Augen gesehen. Ich habe ihn angeschaut und er hatte mir nichts entgegenzusetzen“, so Ayari. „Als er mich nicht runterbekommen hat, ist er eingebrochen. Wäre das Knie nicht gewesen, dann hätte ich ihn nochmal auf die Leber (getroffen) – und so wie es war, so war’s.“

Hier das komplette Interview mit Jessin Ayari: