MMA - CH/AT

Innenbandriss setzt „German Hitman“ außer Gefecht

Hendrik Oschmann hat schlechte Neuigkeiten zu verkünden. (Foto: Dorian Szücs/Groundandpound)

Es hätte sein Jahr werden sollen: Nach zwei vorzeitigen Siegen in den vergangenen acht Monaten musste Hendrik Oschmann sich in Litauen vor kurzem zwar Teodoras Aukstuolis geschlagen geben (GnP berichtete), wollte das ereignisreiche Jahr 2012 aber mit zwei weiteren Auftritten in den kommenden Wochen eigentlich doch noch zu einem guten Abschluss bringen.

Ereignisreich geendet hat das Jahr nun für ihn, allerdings etwas verfrüht und ganz bestimmt nicht auf die Art, die der Magdeburger sich gewünscht hätte: Ein Bänderriss des Knie-Innenbandes zwingt den „German Hitman“ nun zu einer etwa dreimonatigen Trainingspause, die gleichzeitig auch seine beiden noch geplanten Kämpfe in diesem Jahr ins Wasser fallen lässt.

Eine ernste Angelegenheit, denn durch den Vorfall ist das Knie in Beuge- und Streckstellung instabil und die Frage stellt sich, ob eine vollständige Heilung mit uneingeschränkter Wiedereingliederung in den Wettkampfsport erfolgen kann.

„Ich ringe mit meinem Trainer, Thomas Dybiona, Vizeweltmeister 2006 in Russland im Freistilringen bis 112 Kilo“, beschreibt der 35–Jährige den schicksalhaften Trainingsabend. „Ich nehme ihn in einen Achselwurf und werfe ihn, lasse ihn aber nicht fallen, sondern lege ihn langsam ab. Ein Fehler, denn mein Knie geht in einem bestimmten Winkel seitlich weg und es knallt.“

Dieses Knallen verhieß selbstverständlich nichts Gutes, im Krankenhaus wird der Verdacht mit der Diagnose eines Innenbandrisses dann auch kurze Zeit später bestätigt: Eine Operation, zwei Tage nach dem Unfall, muss den Schaden wieder richten. Getan ist es mit dem Eingriff allerdings natürlich noch nicht.

„Ich muss sechs Wochen lang eine starke Schiene tragen, brauche Krankengymnastik und so weiter“ gibt Oschmann zu Protokoll, der das Krankenhaus am Sonntag bereits wieder verlassen konnte.

Oschmann beim Krankenhausaufenthalt. (Foto: Hendrik Oschmann)

Derzeit ist der ehrgeizige Athlet damit gezwungen, eine Pause einzulegen, um wieder zu Kräften zu kommen, doch der Magdeburger ist nicht nur im Ring ein Kämpfer. „Meine Fachärzte haben mir jegliche Bewegung verboten, doch ich schmeiße die Krücken nächste Woche weg und befinde mich schon morgen in der Reha. Ich will spätestens nach acht Wochen wieder mit dem Training anfangen. Ärzte haben mir nix zu sagen, nur Tipps zu geben!“

Trotz der wohl düsteren kommenden Wochen für Oschmann, gibt es bereits jetzt ein Licht am Ende des Tunnels zu sehen: „Ich denke, dass ich Ende Januar mit dem Einstiegstraining anfangen kann.“

Der geplante Kampf in Österreich, gegen den russischen Sambo Weltmeister Kamen Georgiev bei "Vendetta" am 8. Dezember, wird natürlich ausfallen, doch Oschmann hat bereits Neuigkeiten, was den Gegner und die Vendetta-Organisation betrifft:

„Der Vendetta-Veranstalter hat mir schon geschrieben und gemeint, dass Österreich mich unbedingt sehen will, denn der Kampf gegen Georgiev wäre das Jahresereignis in Österreich gewesen. Da aber Georgiev sich in Russland vor zwei Wochen die Hand gebrochen hat, ist dieser Kampf nun aufgeschoben, aber nicht aufgehoben. Ärgerlicher war jedoch nur die Absage meinerseits nun auch zum 15. Dezember in England, da wollte ich um den EM-Titel der IFC im Schwergewicht antreten. [...] Ich bin zwar 15 Kilo leichter, aber den Gürtel hätte ich trotzdem gern. Nächstes Jahr wird alles aufgeholt!“

Was das Jahr 2013 bringen wird, verriet Deutschlands aktuelle Nummer zwei im Halbschwergewicht zum Abschluss auch noch, ebenso was die Herausforderung an Mathias Schuck betrifft:

„Ob Schuck seine Kämpfe verliert oder gewinnt, interessiert mich nicht im Geringsten. Er sollte nur hundertprozentig fit sein, wenn er auf mich trifft, denn ich will keine Ausreden von ihm hören. Eigentlich ist es mir wurscht, ob dieser Kampf zustande kommt, denn es gibt 100 andere starke Gegner die auf mich warten. Ich bin nicht der Beste, aber immerhin der 'German Statistik-Killer' -und deshalb bin ich für jeden, der sehr auf seine Statistik achtet, brandgefährlich! Ob Schuck mich aus Angst meidet, damit ich nicht an ihm vorbeikomme und die Nummer eins werde, weiß ich nicht. Aber jeder, der auf mich trifft, sollte eine gute Unfallversicherung haben!“

Oschmann war für Vendetta in Österreich eingeplant.

„2013 wird ein riesen Jahr für mich; London, Kasachstan, Moldavien, Prag, Litauen, Lettland und Chicago stehen auf dem Plan. Ich habe schon kräftig Einladungen gesammelt. Besonders auf die Staaten freue ich mich. [...] „Ich hoffe der Vertrag kommt bald. Vor über einem Jahr sollte ich schon in Kanada das Sprungbrett zu den USA betreten, doch meine Brustverletzung hatte mich rausgeschossen. Ich hoffe, ich kann 2013 durchstarten. Auch meine Ziele im Training sind neu gesteckt. Peter Schira bat mich nun oft genug mit ihm zu trainieren und es wäre mir eine große Ehre, mein Wissen und Können durch ihn zu erweitern. Auch beim Standup-Training wird sich einiges tun. Kontakte nach Holland sind eröffnet. Ihr werdet sehen was kommt, Hauptsache meine Knochen halten das Pensum aus!“

Bleibt abzuwarten, wie schnell sich der ambitionierte Kämpfer auskurieren kann, denn offensichtlich warten im neuen Jahr viele Einsätze auf Deutschlands Nummer zwei im Halbschwergewicht.