MMA - CH/AT

"Ich werde meine Fäuste im Ring sprechen lassen."

Abu Azaitar ist bereit für den Auftritt gegen Martin Zawada.

Wir sprachen exklusiv mit Abu Azaitar, in der Endphase seiner intensiven Respect.7-Vorbereitung. Der „Gladiator“, so Azaitars Spitzname, wird am kommenden Wochenende in einem Mittelgewichts-Superfight auf Martin „King Kong“ Zawada treffen. Ein vom Pulikum mit Spannung erwarteter Showdown zweier KO-Striker.

GrounandPound: Abu, stell dich den Lesern, die dich noch nicht kennen, doch erst einmal kurz vor.
Abu Azaitar: Ich komme aus Köln. Meine Wurzeln liegen in Marokko, aber ich bin hier geboren. Ich trainiere bei Jupps Fight Team Köln, in Kooperation mit dem Combat Club Cologne.

Wie kamst du zum Kampfsport?
Bereits mit 12 Jahren hat mein Vater meine Geschwister und mich zum Kampfsport motiviert. Ich habe mit Judo und Karate angefangen, später Kickboxen und Muay Thai und daraufhin MMA.

Du bist bekannt für deinen furiosen Kampfstil. Was hast du im Thai/Kickboxen erreicht?
Bisher blieb ich ungeschlagen und gewann die Titel NRW Meister und Deutscher Meister. Dazu konnte ich mehrere Siege im Ausland holen.

Azaitar war im Thaiboxen erfolgreich.

Wie kam der Wechsel zum MMA zustande?
Mich konnte im K-1 niemand in die Schranken verweisen, deswegen habe ich eine neue Herausforderung gesucht und da ich gerne ringe, habe ich den Weg ins MMA genutzt, um mein Können im Ring oder Käfig zu erweitern.

Wie war dein erster MMA-Kampf, fiel dir die Umstellung schwer?
Aus meinem ersten Kampf kam ich als Sieger heraus, das zeigt, dass ich mich von Anfang an im MMA wohl und gut aufgehoben gefühlt habe.

Das war die Begegnung gegen Volker Dietz. Du wurdest im Nachhinein disqualifiziert, was bis heute deine einzige MMA-Niederlage ist. Erzähle den Lesern was dort passiert ist.
Ich wurde einen Tag vor der Veranstaltung gefragt, ob es jemanden gäbe, der einen MMA-Kampf machen wolle. Ich habe also spontan zugesagt, ohne zu wissen wer mein Gegner sein wird. Erst am Kampftag wurde mir gesagt, dass ich gegen Volker kämpfen soll. Es war mein erster MMA-Kampf, meine Vorbereitung für diesen Kampf waren ein paar UFC-Fights im Internet, die ich mir angeschaut hatte (lacht).

Ich begann von Anfang an sehr aggressiv und ließ Volker keine Chance. Irgendwann sah dies auch der Ringrichter, und brach den Kampf ab. Ich war der Sieger. Als ich auf der Heimreise war, habe ich zu hören bekommen, dass ich im Nachhinein disqualifiziert wurde, mit diversen Anschuldigungen.

Seitdem hast du unaufhaltsam Siege eingeholt und giltst als sehr selbstbewusst im Ring. Hat dich die kontroverse Entscheidung aus dem ersten Kampf dazu motiviert?
Wer mich verfolgt, weiß, ich war schon immer explosiv und die Siege holte ich aufgrund meines harten Trainings und meiner stets verbesserten Techniken. Ich lerne immer dazu und verbessere mich wo ich kann.

Würde dich ein Rückkampf mit Volker interessieren?
Volker hatte damals keine Chance und würde auch jetzt niemals gegen mich gewinnen. Er ist somit absolut uninteressant für mich!

Du giltst inzwischen als einer der meist gefürchteten Kämpfer im Land, woran liegt das?
Ich bin ein Kämpfer! Ich steige in den Ring um zu siegen und meinem Gegner keine Chance zu lassen! Ich bin mit Herz und Seele im Ring und dementsprechend ist auch mein Kampfstil.

Wie sieht dein Gewichtmachen aus, wie viele Kilogramm musst du abkochen?
Da ich sehr gute Berater habe, fällt es mir absolut nicht schwer. Ich laufe mit ca. 94 Kilo herum und koche dann ab bis 84 Kilo, ohne große Probleme.

Andere Athleten, die eine ähnliche Muskelmasse wie du aufweisen, haben aufgrund des hohen Sauerstoffverbrauchs, besonders in den späten Runden, mit Konditionsproblemen zu kämpfen. Wie sieht es bei dir aus?
Das spielt keine Rolle für mich, denn ich habe keinerlei Konditionsprobleme. Ich trainiere so unglaublich hart und in so langen Intervallen, dass ich die Belastungen sehr gut vertragen kann.

Du hast dich stets respektvoll gegenüber Martin Zawada geäußert. Ist das nur Show für die Presse oder versteht ihr euch auch privat?
Ich habe immer Respekt vor meinen Gegnern, ich nehme mir nie das Recht heraus, jemanden zu unterschätzen oder schlecht zu reden. Im Allgemeinen respektiere ich jeden Sportler.

Du bist also jemand, der seinen Kontrahenten nicht hassen muss und das Duell rein sportlich sieht?
Ganz genau. Ich sehe das rein sportlich, denn nicht nur nach dem Kampf reicht man sich die Hand, sondern auch wenn man sich mal im Alltag begegnet.

Martin hat im Vergleich zu dir fast siebenmal so viele MMA-Kämpfe aufzuweisen. Glaubst du, seine Erfahrung wird dir Probleme bereiten?
Martin hat zwar siebenmal so viele MMA-Kämpfe wie ich, jedoch habe ich mein Herz am richtigen Fleck. Ich denke jeder Kampf ist 50/50, alles kann im MMA passieren.

Was weißt du über Martin?
Ich weiß, dass er ein guter Kämpfer ist und sehr viel Erfahrung besitzt. Ich unterschätze niemanden, aber meine Vorbereitung läuft wirklich super und ich bin top-motiviert. Vor allem auf dem Boden bin ich sehr gut vorbereitet.

Wie kommt dir sein Kampfstil entgegen? Siehst du Probleme oder eine durchaus lösbare Aufgabe?
Martin bevorzugt auch den Standkampf, genauso wie ich, was garantiert, dass der Kampf den Zuschauern auf jeden Fall gefallen wird.

Wovor musst du dich besonders hüten?
Wie jeder andere Kämpfer auch, Deckung hoch und auf geht’s.

Azaitar will immer den KO-Sieg.

Wird man sich also auf einen wilden Schlagabtausch in der Mitte des Rings einstellen können?
Ich denke nicht, dass er lange mit mir stehen bleiben wird. Trotzdem bin ich auf alles bestens vorbereitet.

Wie willst du den Kampf beenden?
Welch eine Frage... KO natürlich!

Siehst du den Kampf auch als Städteduell zwischen Köln und Düsseldorf?
Absolut nicht, ich habe nichts mit der Köln-Düsseldorf Feindschaft am Hut, sondern will den Zuschauern eine starke Show bieten.

Was würde ein Sieg gegen Martin für dich bedeuten?
Ein Beweis dafür, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

Wo siehst du dich mit einem Sieg?
Mein Ziel ist die Europäische Rangliste, dort will ich nach ganz oben!

Hast du weitere Kämpfe im Visier oder ein ultimatives Endziel?
Darum kümmert sich mein Manager Cengiz Dana nach Respect.FC 7. Was die Zukunftspläne angeht: Mein größtes Ziel ist es, in die UFC zu gelangen, jeder Kämpfer träumt davon.

Hast du ein paar Worte die du an Martin richten willst?
Ich werde meine Fäuste im Ring sprechen lassen.

Bist Du aufgeregt vor deinen Kämpfen? Was tust du vor deinen Auftritten, man sieht dich des Öfteren mit einem Handy am Ohr, kurz bevor du zum Ring gehst.
Ich höre mir Verse aus dem Koran an, die geben mir Kraft und nehmen mir die Nervosität.

Blickt positiv in die Zukunft: Abu Azaitar.

War es schon immer dein Traum Profikämpfer zu werden?
Auf jeden Fall!

Was würdest du Nachwuchskämpfern empfehlen, die in dir ein Vorbild sehen - was sind wichtige Dinge die man einhalten muss, um als Fighter nach oben zu gelangen?
Disziplin, Fleiß und Geradlinigkeit! Haltet euch fern vom Nachtleben, Finger weg von Alkohol, Zigaretten und Drogen!

Was machst du in deiner Freizeit, abseits des Sports gern?
Ich esse ungemein gerne (lacht). Dazu gehe mit Freunden ins Kino oder hin und wieder mal Schwimmen. Verreisen gehört auch zu meinen Hobbies.

Verrate uns etwas über dich, dass nur wenige Menschen wissen.
Außerhalb des Rings bin ich ein ziemlich lustiger Typ und lache verdammt gerne!

Wir danken dir vielmals für deine Zeit und wünschen Dir viel Erfolg.
Ich danke dem gesamten Groundandpound-Team für den Support. Ebenso bedanken will ich mich bei meinen Sponsoren: Phantom, Extremebody und dem Sportsdentist. Ein großes Dankeschön gilt auch meinen Trainern Youssef, Raphael, Max, Mike und natürlich all meinen Teamkollegen, die mich sehr bei der Vorbereitung unterstützen.

Alle Fotos via Abu Azaitar Facebook.