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"Ich fahre nicht nach Deutschland, um zu verlieren!"

Kenji Bortoluzzi vor seinem Kampf bei Gladiators FC.

In zwei Wochen steht Kenji Bortoluzzi vor der größten Herausforderung seiner noch jungen Karriere. Bei Gladiators FC 3 trifft er in einem Titelkampf auf den Federgewichtschampion Rasim Lemberanskij. Groundandpound.de stand er zuvor für ein Interview zur Verfügung.

Groundandpound.de: Wie gespannt bist du auf dein Deutschland-Debüt?
Kenji Bortoluzzi: Ich freue mich natürlich auf mein Ausland-Debüt und bin auf das deutsche Event sehr gespannt. Ich werde alles daran setzen, die Schweiz würdig zu repräsentieren.

Wie kam der Kontakt zu Gladiators FC zustande – und wird man dich hier öfter sehen?
Mein Trainingspartner Sevi hat mir den Kampf besorgt. Er kontaktierte mehrere deutsche Veranstalter über Facebook, und mit Gladiators FC hat es dann geklappt. Was ich bis jetzt gesehen und gehört habe, nur Positives. Die Kommunikation mit dem Veranstalter läuft super, also wenn alles so rund läuft wie bisher und sie mich wieder haben wollen, auf jeden Fall!

Du hast dich vier Wochen in den USA vorbereitet. Mit wem hast du dort trainiert?
Den Anfang machte ich in San Diego im Victory Gym. Das war mein dritter Besuch dort, hauptsächlich trainierte ich unter Dean Lister und Jeff Glover. Mein Groundgame verbessert sich jedes Mal sehr schnell, wenn ich mit diesen Weltklasse-Grapplern trainiere. Den zweiten Teil des Camps war ich beim Team Alpha Male in Sacramento. Der Headcoach ist Duane Ludwig und die Trainingspartner waren auf Weltklasseniveau, unter anderem Urijah Faber und Joseph Benavidez. Der große Vorteil war, dass es sehr viele leichte Jungs gab, also Fighter in meiner Gewichtsklasse.

Du hast einige Amateurkämpfe hinter dir. Jetzt machst du deinen zweiten Profikampf. Wo ist für dich der signifikante Unterschied zwischen Profi und Amateur?
Ich denke, die längere Kampfzeit und die erfahreneren Gegner sind die größten Unterschiede. Da ich die meisten meiner Kämpfe unter Shooto-Amateur-Regeln bestritten habe, ist für mich das Ground and Pound ein weiterer Punkt, der einen erheblichen Unterschied darstellt. Was natürlich gerade bei diesem Kampf zusätzlich dazu kommt, ist die Aufmerksamkeit, da es ein Titelkampf ist.

In deinem Profi-Debüt hast du Shooto-Amateur-Champion Vinko Roditi besiegt. War es etwas Besonderes, einen talentierten Kämpfer wie ihn zu schlagen?
Da ich ihn schon vorher einige Male kämpfen gesehen habe und er die meisten seiner Gegner zur Aufgabe bringen konnte, freute ich mich auf die große Herausforderung. Ich konnte den Kampf dann via Punktentscheid für mich entscheiden und den ersten Sieg in meiner Pro-Bilanz festsetzen. Jedoch gibt es noch vieles, an dem ich arbeiten muss, um besser und effektiver zu werden.

Du trainierst im eigenen "Buddy Gym“. Wie kam es dazu und warum dieser Name?
Mein Trainingspartner Severin und ich kommen aus der gleichen Region. Da es leider in der schönen Ostschweiz keine Möglichkeit gab, MMA zu trainieren, beschlossen wir uns, eigene Räumlichkeiten fürs Training zu beziehen. Wir waren sozusagen gezwungen, etwas eigenes auf die Beine zu stellen um MMA zu trainieren. Der Name ist Programm, Sevi und ich sind beste Kumpels, Buddys eben. Auch mit den anderen Jungs, die bei uns trainieren, pflegen wir ein kollegiales Verhältnis und versuchen so ein kleines Team auf die Beine zustellen.

Wie schwer (oder einfach) ist es in der Schweiz, vernünftig zu trainieren und gute Trainingspartner zu haben?
Sevi und ich sind ein eingespieltes Team, wir helfen uns gegenseitig, uns zu verbessern. Wir pushen einander und unterstützen die Vorbereitung des anderen mit 100 Prozent Einsatz. Ich denke, dass in der Schweiz viele Gyms auch untereinander gut zusammen trainieren können, da auch bei uns der Sport nicht wirklich populär ist und die Schweiz ja auch nicht wirklich groß ist.

Was weißt du über deinen Gegner?
Ich weiß, dass er mehr Erfahrung mitbringt als ich und dass er schon bei Gladiators FC erfolgreich gekämpft hat.

Hast du ihn schon analysiert?
Ja, ich habe zwei Kämpfe von ihm auf Youtube gesehen. Er ist ein guter Allrounder und fightet mit sehr viel Herz.

Mit welchem Kampfverlauf rechnest du?
Das ist immer schwierig vorauszusagen. Ich hoffe, wir können denn Zuschauern einen guten und spannenden Kampf liefern.

Gib uns deine Prognose, wie endet der Kampf?
Der Kampf endet mit einem Gewinner und einem Verlierer. Leider bin ich kein Hellseher, jedoch fahre ich nicht den Weg nach Deutschland, um zu verlieren!

Die letzten Worte gehören natürlich dir.
Ich danke allen, die mich und das Buddy Gym unterstützen. Ich danke dem Veranstalter für die Möglichkeit, bei Gladiators FC zu kämpfen und werde alles daran setzen, einen guten Kampf zu zeigen. Danke auch an Groundandpound.de für das Interview.