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„Ich bin selbst mein schwerster Gegner!“

Patrick Simon will hoch hinaus. (Foto via Facebook: mark.us.94695)

Am 14. September steigt Patrick Simon bei Kombat Komplett in Baumholder in den Käfig. Der gebürtige Münchner jugoslawisch-südafrikanischer Abstammung konnte sich durch seinen Kampfstil bereits eine Schar an Fans aus der bayerischen Landeshauptstadt erarbeiten. Nachdem ihn im letzten Jahr eine schwere Schultereckgelenkssprengung zurückwarf, kehrte er im April mit einem Blitz-Erfolg wieder in den Käfig zurück. Nun bereitet sich der gelernte Pfleger auf seinen Kampf bei Kombat Komplett 10 gegen Christoph Hector vor. Wir haben uns vor seinem Kampf mit ihm unterhalten.

Patrick, wie bist Du zum Kampfsport und dann zum MMA-Sport gekommen?
Patrick Simon: Ich war schon als Kind sehr bewegungsfreudig. Ich wurde da aber zuerst zum Fußball, zur Leichtathletik und solchen Sportarten geschickt, wo ich allerdings nicht lang dabei geblieben bin. Ich hab dann auch Judo und Karate ausprobiert, bin dann aber erst in der Sportförderschule durch gute Freunde beim Boxen und Kickboxen hängen geblieben, wo ich meine ersten Kämpfe gemacht und fürchterlich verloren habe. MMA kam erst viel später dazu, wir sind ja schließlich in Bayern (lacht). Das war auch eher zufällig. Ich habe immer in der Pflege gearbeitet und nebenbei sporadisch trainiert. An einem Trainingstag wurde ich dann von einem Veranstalter angesprochen, ob ich nicht einen MMA-Kampf machen will, er würde eine MMA-Veranstaltung organisieren. Tja, mehr war's nicht.

Wann wurde Dir klar, dass Du Kampfsport professionell betreiben willst?
Ehrlich gesagt wollte ich das schon immer. Aber ich hatte früher nicht die richtige Einstellung und die richtigen Leute um mich herum, um das erfolgreich auszuführen. Das hat sich mittlerweile geändert.

Kannst Du Dich noch an Deinen ersten MMA-Kampf erinnern?
Oh, mein Debüt. Das war auf alle Fälle ein Sprung ins kalte Wasser. Aber ich hatte viel Unterstützung von meinen Freunden, meiner Familie und auch meinen pflegebedürftigen Freunden. Auch diejenigen, die nur kamen, um mich verlieren zu sehen, haben mich motiviert. Ich war auf jeden Fall nervös, aber die Tatsachen, dass ich zu dem Zeitpunkt der Einzige war, der da in den Käfig rein marschiert ist und zweitens auch stehen bleiben wollte, haben mir nicht nur Kraft und Mut gegeben sondern auch Zuspruch, nach der Niederlage weiter zu machen.

Den Sieg im Sinn: Patrick Simon. (Foto via Facebook: benedikt.senordingdong)Wer war bisher Dein schwerster Gegner?
Ich bin selbst mein schwerster Gegner, wenn ich andere und mich Tag für Tag motivieren muss. Ansonsten würde ich rückblickend Sunay Hamidov nennen. Da lief einfach alles schief und ich war zu grün hinter den Ohren.

Wie und wie oft trainierst Du für einen Kampf?
Oh, jetzt wird es aber intim (lacht). So oft es mir möglich ist, versuche ich, Zeit freizuschaufeln. Ich denke, damit fahre ich ganz gut. Wir setzen unseren Fokus auf Technik und Sparring und versuchen so, die Fehler in meinem Game zu finden und zu beheben.

Wie geht es Deiner Schulter?
Die Schulter ist quasi wie neu nach der Schultereckgelenksprengung. Trotz der negativen Prognosen bin ich wieder da.

In Baumholder triffst Du auf Christoph Hector, wie verläuft die Vorbereitung?
Die Vorbereitung läuft, sage ich mal. Ob sie gut genug war, wird der Kampf am 14. September zeigen.

Was weißt Du über Deinen Gegner und wie willst Du ihn schlagen?
Also ich habe bisher leider nur Negatives gehört, aber er ist für mich ein Gegner wie jeder andere. Ich behandle meine Gegner immer mit dem gleichen Respekt und was er in seiner Freizeit macht, ist sein Problem, solange er damit andere in Ruhe lässt. Wie ich ihn schlagen will, sage ich nicht, ich lasse lieber Taten sprechen.

Wie wird der Kampf ablaufen, wenn es nach Dir geht? Gib uns Deine Prognose für den Kampf.
Wie immer. Ich werde ihn zermürben und dann wird mein Name als Sieger verkündet.

Du kämpfst jetzt nach knapp drei Jahren wieder bei Kombat Komplett, was bedeutet Dir dieser Kampf?
Dieser Kampf bedeutet mir sehr viel, weil ich weiß, dass meine Leistung beobachtet wird. Das ist für mich Ansporn genug, ich bin heiß!

Woher kommt Dein Ruf, Münchens bekanntester MMA-Kämpfer zu sein?
Es gab schon vor mir einige MMA-Kämpfe in München, aber die waren sehr bodenlastig. Bei mir war ja immer reichlich Action drin und ich war auch von Anfang an mit dabei, vielleicht bin ich deswegen den Leuten im Gedächtnis geblieben. Aber jetzt kommt ordentlich was nach. Wir haben ein paar heiße Eisen im Feuer, die bald ihr Profi-Debüt machen, Jakob "The Truck" Marshall um nur mal einen zu nennen. Von dem Jungen wird man noch hören.

Patrick Simon im harten Trainingsalltag. (Foto via Facebook: mark.us.94695)

Dein Teamkollege Stephan Pütz hat München in Richtung Frankfurt verlassen und sich jetzt dem MMA Spirit angeschlossen. Käme sowas für Dich auch in Frage?
Sag niemals nie. Wer würde nicht gerne dort trainieren? Das Team ist Spitze, die Leute sind supernett, aber es ist nicht mein Weg. Stephan wünsche ich aber alles Gute. Der wird sein Ding machen.

Wird 2014 das Jahr des Patrick Simon?
Ich hab ganz klar Amibitionen, aber inwieweit die realisierbar sind, wird sich zeigen. Wir arbeiten auf jeden Fall akribisch und warten.

Danke für das Interview und viel Erfolg in deinem kommenden Kampf.
Ich freue mich, in Deutschland weiter mit der MMA-Welt reisen zu können und euch alle mal live zu treffen. Ich bedanke mich ganz herzlich bei GroundandPound.de für das Interview und möchte auch Boxhaus, Mio Fight Team, Munich MMA, Lion, Schuster Immobilien, Wanted Dead Or Alive und Stegmüller Stahl- und Betonbau meinen Dank für die Löwentreue trotz meiner Verletzung aussprechen. One Love!

Der nächste Kampf: