MMA - CH/AT

Hein und Mhadbi glänzen in Berlin

Nach seinem zweiten Sieg über Stefan Heber steht "Combat Club Cologne"-Kämpfer Nick Hein im Finale der Deutschen Meisterschaft

Die Free Fight Association (FFA) gastierte am gestrigen Samstagabend bereits zum zweiten Mal innerhalb eines Vierteljahres im Berliner Boxtempel. Das faire und zahlreich erschienene Publikum bekam insgesamt vier Kickbox- und sieben MMA-Kämpfe geboten, darunter einige Halbfinals und Finals um die deutsche Meisterschaft der FFA.

Den inoffiziellen Höhepunkt erlebte die als friedliche Demonstration für den MMA-Sport in der Hauptstadt konzipierte Veranstaltung bereits nach zwei Dritteln des Programmes als es zum Rückkampf zwischen dem Kölner Nick Hein und dem Münsterländer Stefan Heber kam. Im Sommer vergangenen Jahres hatten sich die beiden Submission-Spezialisten bereits auf der Westdeutschen Meisterschaft der FFA gegenübergestanden, Hein siegte seinerzeit durch Aufgabe in der ersten Runde.

Und auch diesmal ließ der beste Neuling des vergangenen Jahres im Seilgeviert nichts anbrennen. Vom ersten Ringgong an zeigte sich in seiner kontrollierten und systematischen Herangehensweise die deutliche Handschrift seines Trainers Mike Cüppers. Mit seinen Takedowns, die für Heber nicht zu verteidigen waren, hielt der junge Kölner den Kampf am Boden und punktete dort in der Guard seines Gegners mit Schlägen, Slams und Hammer Fists.

In Runde zwei erhöhte Hein dann die Schlagzahl und konnte die Guard seines Gegners in die Side Control passieren. Von dort gelang ihm Mitte der Runde ein schulbuchmässig ausgeführter Americana-Armhebel. Obwohl von seinen Qualitäten im Standkampf wiederum nicht viel zu sehen war, wies Hein erneut einen gehobenen Grappling-Standard nach. Ein Vergleich mit dem Stuttgarter Nicolas Penzer oder dem hoffentlich bald wieder genesenen Andreas Birgels hätte sicherlich seinen Reiz.

Arbeitete sich methodisch zum dritten Sieg im dritten Kampf: Nick Hein (25)

Im Finale um die deutsche Meisterschaft trifft der Kämpfer vom Combat Club Cologne nun auf den Berliner Salameham Beisajew. Der Russlanddeutsche zog seinerseits ins Finale ein, nachdem sich sein Gegner Domenico Di Crocco nach hartumkämpften vier Minuten kurz vor Ende der ersten Runde böse das Fußgelenk ausgekugelt hatte und verletzungsbedingt aufgeben mußte.

Ringrichter Andreas Stockmann bewies wie am gesamten Abend vorbildliche Schadensregulierung und unterbrach die Veranstaltung, bis Di Crocco unter dem respektvollen Applaus des Publikums provisorisch ins Krankenhaus gebracht wurde.

Ebenfalls sehenswert war das Leichtgewichtsduell zwischen dem Stuttgarter Moncef Mhadbi und dem Brandenburger Andre Klassen. "Team Duke"-Kämpfer Mhadbi machte von Beginn an Druck und beherrschte das Geschehen im Stand. Nachdem ihm Klassen nur kurz mit seinem Jiu-Jitsu einen Schrecken einjagen konnte, endete das Gefecht deutlich durch Knockout via Slam.

Nach nun drei deutlichen Niederlagen in Folge sollte Klassen, immerhin der Norddeutsche Meister der FFA, seine zu "Sport Jiu-Jitsu"-lastige Herangehensweise ans MMA vielleicht einmal überdenken.

Alle Ergebnisse im Überblick:

01. K-1: Max Neumann besiegt Abdul-Rahman Saidi durch TKO nach 1:05 R3
02. K-1: Onur Karaoglan besiegt Lukas Bohl durch einstimmigen Punktentscheid
03. K-1: Serkan Acar besiegt Mark Scheuer durch geteilten Punktentscheid
04. K-1: Ogush Eraslan besiegt Ibrahim Gebishawa durch einstimmigen Punktentscheid
05. MMA: Islam Maganadov besiegt Oguz Usta durch TKO nach 2:53 R1
06. MMA: Marva Kuebler besiegt Andreas Gözütok durch Rear-Naked Choke nach 1:21 R2
07. MMA: Salameham Beisajew besiegt Domenico Di Crocco durch TKO (Verletzung) nach 4:18 R1
08. MMA: Nick Hein besiegt Stefan Heber durch Americana nach 2:35 R2
09. MMA: Moncef Mhadbi besiegt Andre Klassen durch KO (Slam) nach 2:05 R1
10. MMA: Kaan Yesiller besiegt Sebastian Feldmeier durch Anaconda Choke nach 2:07 R2
11. MMA: Kevin Demmin besiegt Toni Karlovic durch KO (Schlag) nach 1:25 R1