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Gregor Herb kämpft bei WFC 11

Gregor Herb vs. Dragan Tesanovic (Fotos via WFC.si)

Während sich andere Kämpfer nach einer enttäuschenden Niederlage einen schlagbaren Aufbaugegner vorknöpfen, macht Gregor Herb (6-2) das genaue Gegenteil: Er stellt sich bei seiner Rückkehr dem bislang schwersten Gegner seiner Karriere. In der slowenischen Hafenstadt Portoroz steigt Herb am 31. Juli bei der elften Auflage der World Freefight Challenge gegen den unbesiegten Dragan „Gagi“ Tesanovic (6-0) in den Ring, einen der besten Kämpfer Serbiens.

Dieses Duell zwischen Judo-Schwarzgurt und BJJ-Braungurt Herb und dem zähen Tesanovic ist seit zwei Jahren in der Mache. Im September 2008 besiegte der 24 Jahre alte „Gagi“ den polnischen Ausnahmejudoka Antoni Chmielewski bei WFC 6 einstimmig nach Punkten und erwarb sich so den Ruf als „Judo-Killer“.

Seine restlichen Auseinandersetzungen beendete Tesanovic, der als Amateur eine Kampfbilanz von 5-1 erkämpfte, alle vorzeitig. In seiner Heimat gewann er etliche Bodenkampfturniere, aber im Ring setzte er sich immer via TKO durch – sowohl aufgrund seines effektiven Ground and Pounds als auch aufgrund seiner technisch hochwertigen Fähigkeiten im Stand sowie seiner Stärke im Clinch. Ein Zeugnis für die Vielseitigkeit des serbischen Nachwuchsstars, der im vergangenen Jahr von den Kollegen von Sherdog als eines von Europas viel versprechendsten Talenten geadelt wurde.

In Belgrad trainiert Tesanovic Seite an Seite mit dem Halbschwergewicht Aleksandar Radosavljevic – unbestritten der beste Kämpfer Serbiens und: ein Judo-Schwarzgurt! Eine optimale Vorbereitung ist also gewährleistet. Gegenüber Herb wird er zudem einen erheblichen Größen- und Reichweitenvorteil genießen. Eine gewaltige Herausforderung also für die deutsche Nr. 2 im Mittelgewicht.

Übrigens: Tesanovic befand sich vor seiner Kampfsportkarriere auf dem Weg zum Profifußballer. Das macht sich heute noch bei seinen brutalen Soccerkicks bemerkbar, die das PRIDE-Regelwerk der WFC erlaubt.

Für Gregor Herb kommt ein Kampf dieser Größe augenblicklich gerade recht. Im April dieses Jahres war er bei Backstreet Fights drauf und dran, den starken Franzosen Gregory Babene zu besiegen, als er vom Ringarzt aufgrund einer aufgeplatzten Lippe aus dem Kampf genommen werden musste. Mit einem Sieg über Tesanovic würde der 32 Jahre alte Freiburger wieder einen gewaltigen Sprung nach vorne machen.