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GnP Awards 2011: Meistverbesserter Kämpfer national

Benedikt Schotthöfer (28) machte im vergangenen Jahr einen großen Sprung nach vorne. (Foto ©Jan Großöhmigen)

In Deutschland, Österreich und der Schweiz dem MMA-Sport aktiv nachzugehen, ist keine einfache Angelegenheit. Neben medialen Vorurteilen, vielerorts schlechten Trainingsbedingungen und größtenteils magerer Bezahlung, kann auch der Ansporn tagtäglich an seinem Spiel zu arbeiten nicht der größte sein. Von vielleicht landesweit 300 aktiven Kämpfern haben es in den letzten fünf Jahren erst drei Deutsche in die weltweit größte Profiliga UFC geschafft. Nichts desto trotz schinden sich in Gyms von Köln bis Chemnitz, von Kiel bis München junge Männer und Frauen, um ihren Stil zu komplettieren, vielseitiger und trickreicher zu werden.

Das Paradebeispiel dafür war im vergangenen Jahr der 28-jährige Münchener Benedikt Schotthöfer. Obwohl die Kategorie des „Meistverbesserten Kämpfers“ in der Regel den Athleten vorbehalten ist, bei denen in der Vergangenheit der sportliche Erfolg ausgeblieben ist und die dann einen deutlichen Aufwärtstrend in ihrer Karriere verzeichnen konnten, so haben wir mit der Nominierung des süddeutschen Submission-Spezialisten hier einmal eine Ausnahme gemacht. Zu deutlich war die Weiterentwicklung des langjährigen Bundesliga-Judokas, der bei Munich MMA mit Niels Bohrmann und Maximilian Fabry das Trainertrio bildet.

Schotthöfer war bereits seit Beginn seiner Karriere im Frühjahr 2009 erfolgreich im Ring, kämpfte jedoch auf kleineren Veranstaltungen gegen Anfänger. Im Jahr 2011 wagte der Bayer dann den Quantensprung: Im international besetzten 73kg-Turnier von Pride & Honor traf Schotthöfer auf den Frota-Schüler und Haupt-Sparringspartner von Cagewarriors-Weltmeister Ivan Musardo. Der türkischstämmige Schweizer ist ein aggressiver Grappler, der sich auf alle Arten von Würgegriffen und Fußhebel spezialisiert hat. Vier seiner Siege gelangen dem Eidgenossen bereits in der ersten Runde, weshalb er als klarer Favorit in den Kampf gegen Schotthöfer ging.

Dieser wies jedoch nach, dass er sehr wohl über die Qualität besitzt, sich bereits nach nur drei Profikämpfen mit erfahreneren europäischen Gegnern zu messen. Schotthöfer dominierte den Standkampf mit seinen Schulbuchmässigen Judowürfen und demonstrierte am Boden ein beeindruckendes Close-Quarter-Grappling, mit dem er das sonst aggressive und offensive Spiel des Schweizers komplett im Keim ersticken konnte. Mit einer taktisch und technisch disziplinierten Leistung erkämpfte er sich schließlich nicht nur den hochverdienten Punktsieg, sondern auch die Auszeichnung als Groundandpounds.de’s „Meistverbesserter Kämpfer national“.

Mit dem „Award“ ist Schotthöfer übrigens in bester Gesellschaft: Im vergangenen Jahr konnte sich der Bremer Sebastian Risch gegen die Konkurrenz durchsetzen. Nachdem er zuvor nur einer von Vielen gewesen war, nutzte der norddeutsche Thaiboxer die neugewonnene Popularität sehr geschickt aus und sicherte sich im vergangenen Jahr zwei Hauptkämpfe und einen Co-„Main Event“, von denen er drei durch K.O. gewinnen konnte. Mittlerweile hat sich der 31-jährige als feste Größe in der deutschen MMA-Szene etabliert und wird in allen Teilen des Landes gebucht. Es wird interessant sein zu sehen, ob Schotthöfers Karriere eine ähnlich positive Entwicklung nimmt.

Die exakte Stimmverteilung im Überblick:

1. Benedikt Schotthöfer (München) 25.05%
2. Andreas Kraniotakes (Koblenz) 17.65%
3. Abu Azaitar (Köln) 17.25%
4. Manuel Masuch (Dortmund) 14.11%
5. Sunay Hamidov (Frankfurt) 14.09%
6. Jesse-Björn Buckler (Berlin) 11.85%