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GnP Awards 2010: Veranstaltung des Jahres national

UFC 122 in Oberhausen (Foto via Zuffa LLC)

Der GnP Award für die beste Veranstaltung des Jahres national 2010 geht an: UFC 122: Marquardt vs. Okami.

Wie auch schon im letzten Jahr erwies sich die Ultimate Fighting Championship (UFC) einfach als übermächtiger Gegner in dieser Kategorie. Obwohl die Kampfpaarungen von UFC 122: Marquardt vs. Okami von vielen kritisiert wurde, habt ihr UFC 122 zum haushohen Gewinner gewählt. Die UFC ist nun mal die UFC und nicht umsonst der Weltmarktführer im MMA-Sport. Selbst eine UFC-Veranstaltung, bei der vielleicht die ganz großen Stars fehlen, ist extrem professionell aufgezogen und bietet eine Atmosphäre, die einfach unvergleichlich ist.

UFC 122 hat es geschafft, fast die Hälfte eurer Stimmen (42,6%) auf sich zu vereinen, im direkten Vergleich zum Vorjahr (UFC 99) hat UFC 122 jedoch 12,4% der Stimmen verloren. Es ist wohl auch der steigenden Professionalität der deutschen MMA-Szene zu verdanken, dass man den Abstand zur UFC verkürzen konnte. Allen voran sei hier der Newcomer German MMA Championship (GMC) genannt, der nicht nur erst 2010 neu in der Szene eingestiegen ist, sondern es mit GMC 2 „Continued“ auch auf Anhieb geschafft hat, die zweitbeste Show des Jahres hinzulegen und somit die Show von Respect FC: Respect Fighting Championship 4 verdrängen konnte (im Vorjahr lieferte Respect FC noch mit „Respect 1“ die zweitbeste Veranstaltung mit 15,2%). Die verlorenen Stimmen der UFC Veranstaltung im Vergleich zum Vorjahr konnten sich der Event von Respect FC (+6,4%) und insbesondere die Veranstaltung von GMC (+22,6%) zunutze machen und aus deutscher Sicht ist es sehr erfreulich, zwei so hochkarätige Veranstaltungen gehabt zu haben.

Die exakte Stimmverteilung im Überblick:

1. UFC 122 42,6%
2. GMC 2 "Continued" 22,6%
3. Respect Fighting Championship 4 22,4%
4. Tempel Mix Fight Gala XI 6,1%
5. OC Cage Fight Night 6 3,5%
6. FFC "Bad Blood" 2,8%

Was war an UFC 122 eigentlich so besonders, dass es trotz der kritischen Stimmen im Vorfeld so klar den GnP-Award für die beste Veranstaltung des Jahres national gewinnen konnte? Viele haben bei der ganzen Medienhetze rund um UFC 99 wohl nicht mehr damit gerechnet, dass die UFC überhaupt noch einmal nach Deutschland zurückkehren würde. Vor allem nicht, nach dem umstrittenen und juristisch fragwürdigen Ausstrahlungsverbot der UFC, dass die Bayrische Landeszentrale für neue Medien dem DSF (heute Sport 1) verordnet hat.

Die Ankündigung von UFC 122 in Oberhausen war ein extrem wichtiges Signal für die komplette MMA-Szene in Deutschland und gleichzeitig eine Ermutigung für die nationalen Veranstalter und Sportler. Auch Marschall Zelaznik (UFC, Managing Director of International Development) hat im Interview mit GnP-TV bestätigt, dass die UFC noch große Pläne für Deutschland hat und somit allen, die den Sport MMA in Deutschland fördern und ausüben, einen riesigen Stein von Herzen fallen lassen.

Aber wie alles hatte auch UFC 122 zwei Seiten. Die einen beschwerten sich im Internet darüber, dass die großen, internationalen Stars fehlen und die anderen freuten sich, dass dadurch so viele deutsche Kämpfer auf der Fightcard vertreten waren. Nachdem Dennis Siver und Peter Sobotta schon zum UFC Kader gehörten, wurde vor UFC 122 der hochgelobte „Panzer“ Pascal Krauss und der brasilianische Wahl-Hamburger und BJJ-Experte Carlos Eduardo „Ta Danado“ Rocha verpflichtet. Mit vier Vertretern Deutschlands am Start, stellte die Veranstaltung das bislang größte UFC-Aufgebot an deutschen MMA-Sportlern aller Zeiten und bewies somit, dass die nationale MMA-Szene definitiv im Aufschwung ist.

Aus deutscher Sicht lief es zum größten Teil auch recht erfolgreich, denn Dennis Siver zeigte die Beste Leistung seiner bisherigen Karriere und sicherte sich mit seinem Sieg über Andre Winner den Bonus für die Submission des Abends. Carlos Eduadro Rocha bewies, warum er am Boden eine Klasse für sich ist und analysierte anschließend für das GnP-TV Team im Interview den Kampfverlauf. Pascal Krauss wurde nicht nur allen Erwartungen gerecht, sondern schaffte es, mit dem „Fight of the Night"-Bonus selbst die Hoffnungen der größten Optimisten zu übertreffen und stand kurz nach der Verkündung ebenfalls GnP-TV zum Interview zur Verfügung.

Der einzige Wermutstropfen war die Niederlage von Peter Sobotta, der wieder einmal sehr viel Herz bewies, aber am Schluss das Nachsehen gegen den „The Ultimate Fighter 7“-Sieger Amir Sadollah hatte. Der Co-Mainevent fiel unter dubiosen Umständen aus, was sehr schade für Jorge Rivera war, der so leider nicht gegen Alessio Sakara antreten konnte, da dieser „grippeähnliche Symptome“ zeigte. Jorge Rivera hatte im Vorfeld zu UFC 122 mit ein paar äußerst witzigen und unterhaltsamen YouTube Videos von sich reden gemacht (wie GroundandPound berichtete ) und hat natürlich auch im GnP-TV Interview gesungen. Karlos Vemola sicherte sich in seinem kurzweiligen Kampf den „Knockout of the Night“-Bonus, als er Seth Petruzelli in der ersten Runde auf die Bretter schickte. Der Mainevent zwischen Yushin Okami und Nate Marquardt war dagegen eher zähe Kost und konnte das anwesende Publikum nicht wirklich begeistern.

Mit der Verpflichtung von mittlerweile vier Deutschen hat die UFC eindrucksvoll bewiesen, wie stark ihr tatsächliches Interesse am deutschen Markt ist und wenn man bedenkt, dass die Kämpfe von Siver, Krauss und Rocha zu den vier besten Kämpfen des Abends gezählt haben, muss man sagen: zu Recht!. Eduardo Rocha hat mit seiner wunderschönen Kneebar gegen Kris McCray einen solchen Eindruck hinterlassen, dass er bei UFC 126 auf der Maincard gegen Jake Ellenberger antreten wird. Dennis Siver hat sein Sieg über Winner in der Leichtgewichtsdivision so weit nach vorn katapultiert, dass er bei UFC 127 gegen George Sotiropoulos antreten. Für den Sieger ist ein künftiger Titelkampf so gut wie sicher. Pascal „Panzer“ Krauss erholt sich im Moment von einer Schulterverletzung, aber wird mit Sicherheit alles daran setzen, an sein furioses Debut anzuknüpfen. Der Kampf zwischen ihm und Marc Scanlon war eine Schlacht, die die ganze König Pilsener Arena im Atem hielt. Peter Sobotta hat auf eigenen Wunsch den Vertrag mit der UFC durch sein Management auflösen lassen, ist im Begriff an seinem Thaiboxen zu feilen und  will verstärkt in der Grapplingszene antreten, bevor er in die UFC zurückkehrt.

Die Zukunft unserer deutschen Kämpfer sieht also überaus vielversprechend aus, ebenso wie die Zukunft der UFC in Deutschland, wie uns Marek Lieberberg, der UFC Co-Promoter und einer der weltweit angesehensten Veranstalter überhaupt, im Interview versicherte! Aus allen den genannten Gründen war UFC 122 nicht nur die Beste Veranstaltung national, sondern auch die Wichtigste, die 2010 auf deutschem Boden stattgefunden hat!