MMA - CH/AT

GnP Awards 2009: Bester Neuling national

Nick Hein bei einem Lehrgang in Essen vor zwei Jahren. (Foto © Nick Hein)

So langsam kommt Bewegung in die deutsche MMA-Szene. Junge Talente wie Alan Omer (Stuttgart), Pascal Krauss (Freiburg) oder Sebastian Nowak (Rostock) schießen über die gesamte Republik verteilt wie Pilze aus dem Boden. Der Sport hat zwar noch nicht die Anziehungskraft, um wie in Japan die bekanntesten Judokas und Sumotori zur Teilnahme zu bewegen, doch auch dort sind langsam erste Ansätze zu verzeichnen.

Mit Judo-Schwarzgurt Gregor Herb und Bundesliga-Ringer Mathias Schuck starteten vor zwei respektive drei Jahren zwei Männer in den MMA-Sport, die zuvor in einer olympischen Disziplin erfolgreich gewesen waren. Diesen Trend setzt nun auch der junge Kölner Nick Hein fort. Der 25-jährige Rheinländer ist seit seinem fünften Lebensjahr auf der Judomatte zu Hause und konnte in den vergangenen Jahren zwei deutsche Meistertitel und sogar einen EM-Titel bei der U-23 gewinnen.

Im Sommer vergangenen Jahres konnte der Mann vom 1. Judo-Club Mönchengladbach dann auch sein erfolgreiches MMA-Debüt feiern. Bei der westdeutschen Meisterschaft der FFA zwang er den damals mit einem Kampfrekord von 2-0 in den Kampf gehenden Münsteraner Stefan Heber Mitte der ersten Runde zur Aufgabe. Ein Vierteljahr später konnte er seine Bilanz dann seinerseits mit einem Sieg über den Tschechen Milan Tomes auf 2-0 ausbauen.

Hein setzt dem Tschechen Milan Tomes am Boden zu

Der Kampf gegen den Königgrätzer Tomes, der dort u.a. mit dem Skandinavien-erfahrenen Patrick Kincl trainiert und bereits drei Runden mit dem deutschen Mittelgewichts-Ass Nelson Siegert gegangen war, verlangte dem nur 1,73 Meter großen Hein jedoch schon deutlich mehr ab. Trotz starker Würfe war er nicht flexibel genug im Bodenkampf, so daß Tomes lange gut dagegenhalten konnte. In Runde zwei kam schließlich trotzdem das Ende durch Rear Naked Choke.

Es wird interessant sein zu sehen, wie sich Bundespolizist Hein, der in Köln beim Combat Club Cologne unter Mike Cüppers und mit weiteren formidablen Mittelgewichten wie Fatih Balci und Farbod Fadami trainiert, weiter entwickeln wird. Bleibt er dem MMA-Sport treu und arbeitet weiter an seinen Schwächen, so hat er auf Grund seiner Judo-Basis ein immenses Potential, es auch in diesem, noch deutlich komplexeren Sport weit zu bringen.

Bevor es jedoch wieder in den Ring oder in den Käfig geht, ruft zuvor jedoch erst einmal wieder die Tatami: Am kommenden Samstag, den 23. Januar finden in Bayreuth die deutschen Meisterschaften statt. Dort will Hein seinen dritten Titel in der Gewichtsklasse bis 81kg gewinnen und zeigen, daß in ihm möglicherweise der legitime Nachfolger von Olympiasieger und Europameister Ole Bischof steckt. Den Titel als "Bester Neuling national" von unseren Lesern hat er jedenfalls schonmal.

Die exakte Stimmverteilung im Überblick:

1. Nick Hein (Köln) 33,2%
2. Thomas Buschkamp (Tuttlingen) 27,6%
3. Markus Grosse (München) 11,2%
4. Andreas Bernhard (Hamburg) 9,7%
5. Selcuk Karabiyik (Konstanz) 9,3%
6. Yoel Romero Palacio (Nürnberg) 9,0%