MMA - CH/AT

Exklusiv-Interview mit Human Nikmaslak

GroundandPound: Hallo Human! Vielen Dank, dass Du Dir Zeit für unsere Fragen nimmst. Für die, die Dich noch nicht kennen: Du hast in Hamburg eine Kampfsportschule, das Tough Gym, bist der Thaiboxtrainer des deutschen UFC-Kämpfers Peter Sobotta und Du veranstaltest auch eigene Kampfsportshows. Außerdem bist Du der Präsident von M-1 Global Deutschland und der Cheftrainer von Team Germany in der M-1 Challenge. Erzähle uns doch bitte, wie es zu dieser Zusammenarbeit mit M-1 Global gekommen ist.
Human Nikmaslak: Erstmal ein großes Dankeschön an GnP, dass ihr mir dieses Interview ermöglicht und ganz viel Lob an eure Arbeit. Es hat alles mit meinem Kampf gegen Tyrone Spong in Suriname angefangen. Dort habe ich Patrick de Witte von 2h2h kennen gelernt. Wir haben uns dort sehr gut verstanden, er hat mir damals schon erzählt, was sie machen und was sie vorhaben und weiteres. Auch, dass sie versucht haben, in Deutschland mit einigen Promotern zusammenzuarbeiten. Aber irgendwie kam es nicht dazu, weil sie den Leuten nicht so richtig vertraut haben. Als ich nach Deutschland zurückkam, hat er mich angerufen und sagte, sie hätten gerne, dass wir M-1 in Deutschland übernehmen.

Es ging alles sehr schnell, ich habe mit meinem Bruder gesprochen und wird sind beide am nächsten Tag nach Amsterdam gefahren, um dies zu besprechen. Dort saßen wir mit Apy Echteld und Patrick zusammen, dann haben wir einen so genannten Vorvertrag unterschrieben und danach sollten wir ganz schnell ein Team nach Holland schicken. Das war echt kurzfristig. Damals sind wir mit einer 0:5-Niederlage gegen Holland nach Hause gefahren, aber es war alles okay, da wir innerhalb von zwei Wochen ein Team zusammengestellt haben und die Jungs alle eine Gewichtklasse höher gekämpft haben, als sie sonst kämpfen.

Das erste Duell von Team Germany in der diesjährigen Saison der M-1 Challenge fand im März in Bulgarien statt. Die Deutschen besiegten die Türkei klar mit 5:0. Was war das rückblickend für Dich für eine Erfahrung, mit der Mannschaft nach Bulgarien zu reisen und dann so erfolgreich wieder zurückzukehren?
Es war ein sehr schöner Moment, mit der Mannschaft den Pokal nach Deutschland zu bringen. Es war mehr als ein Kampf, wir haben uns dort alle sehr gut verstanden. Dawid und Martin konnten wir kaum voneinander trennen, die beiden waren so dicke miteinander, als ob sie sich seit ihrer Kindheit kennen würden. Natürlich haben wir sehr viel Druck gehabt, gerade Daniel und Franco, die schon beim ersten Mal in Holland gegen Team Holland dabei waren. Aber sie alle haben ihre Arbeit gut gemacht. Sie haben ihre Klasse gezeigt, die Ruhe bewahrt und sind im Ring explodiert. Es war einfach eine gute Zusammenarbeit, ein Team und alle haben einander motiviert und sich geholfen.

Im Mai hatte das Team Germany in Brasilien gegen die Russian Legion seinen zweiten Auftritt. Dieses Mal lief es weniger gut: Gregor Herb war der einzige, der seinen Kampf gewinnen konnte und so verloren die Deutschen mit 1:4 gegen die starken Russen. Vor der Veranstaltung herrschte ein heilloses Durcheinander, deutsche Kämpfer fielen aus und mussten sehr kurzfristig ersetzt werden. Kannst Du bitte klar stellen, was genau da alles geschehen ist?
Ich habe sehr oft bei meinen Events oder anderen Events mit Kämpferabsagen gerechnet, aber nicht, wenn man als ein Team startet. Das ist schon traurig, aber manchmal geht es nicht anders. Es war ein einziges hin und her. Daniel hatte schon vor dem Kampf in Bulgarien für das Event in Darmstadt zugesagt gehabt und Dawid auch und das wusste ich nicht. Dawid hat sich aber in Bulgarien seine Hand gebrochen. Martin sollte in Kroatien kämpfen und das alles habe ich erst später erfahren. Ich lasse mich, wie man weiß, von Willy viel über die deutschen MMA-Kämpfer beraten und vermitteln und er hilft mir dabei, Kämpfer zu finden und mit ihnen Kontakt aufzunehmen. Und ich bin ihm dafür dankbar. Willy und ich haben schon viele Kämpfer angesprochen, aber viele haben einige Forderungen gehabt oder wollten mehr Gage oder anderes.

Ich muss sagen, ich war schon ein bisschen enttäuscht. Mein Bruder und ich haben uns gegen jeden Kämpfer gestellt, egal wie gut er war. Wir haben gegen jeden Kämpfer gekämpft. Bei einigen Kämpfen ist man der Gewinner, obwohl man verliert und manchmal ist man sogar der Verlierer, obwohl man gewonnen hat, wenn ihr versteht, was ich meine. Ich konnte mir in meiner Karriere nie meine Gegner aussuchen. Leider haben sich die Zeiten geändert. Ob im Thaiboxen oder MMA, viele können ihre Gegner aussuchen oder es wird aus bestimmten Gründen kurzfristig abgesagt.

Großen Respekt an Ismail Cetinkaya. Mein Kämpfer Adam Bakayoko musste ein Visum für Brasilien beantragen und das wussten wir nicht. Erst als wir im Flughafen erfahren haben, dass er nicht fliegen darf, habe ich bei Ismail angerufen. Ich sagte ihm auch, dass er bis 93 kg kämpfen soll. Er sagte zu, obwohl er nur 83 kg wog, kein Training und eine verletzte Hand hatte. Jetzt in Holland kann er aber seine Fähigkeiten in seiner Gewichtklasse zeigen. Ich halte viel von Ismail, er ist ein super Kämpfer. Im Schwergewicht haben wir auch einige Absagen gehabt. Man hat schon gemerkt: Als wir den Leuten gesagt haben, dass wir gegen Team Russland kämpfen, überlegten die Leute zu viel oder irgendwann kam die Absage.

Aber der Lars Klug ist eingesprungen, er hat in der 2. Liga gerungen und drei MMA-Kämpfe absolviert und er hat sich im Ring gerade gemacht, Respekt Lars. Ortega hat einen super Kampf gemacht, sein Gegner, wie alle ihn kennen, ist ein Kraftpaket. Als er das Knie in seine kurze Rippe bekommen hat, war es vorbei. Wer schon mal einen solchen Schlag oder Tritt bekommen hat, weiß, wie schmerzvoll es ist. Sven Heising, ein junges Talent, er ist zweimal aus schwierigen Hebelsituationen raus gekommen, ist in den Schlagabtausch gegangen und hat sich nicht versteckt. Leider war der Gegner einfach besser und erfahrener, aber Sven hat bis dahin einen super Kampf gemacht. Man hat gesehen, dass noch viel in ihm steckt.

Und natürlich unser Lehrer Gregor. Natürlich haben mein Bruder und ich in der Ringecke zuerst sehr gezittert, als wir gesehen haben, dass der Russe keinen Bock hatte, mit Gregor auf den Boden zu gehen und immer wieder mit seinen starken Boxkombinationen Gregors Kinn treffen wollte. Dann aber hat Gregor durch sein gutes Auge den Kampf mit einem Armhebel zu Ende gebracht hat. Also der Lehrer hat seine Aufgabe richtig gemacht – eine 2+ von uns für dich, Gregor. So, danach ging es ab nach Rodizio und es wurde ordentlich gegessen.

Am 15. August wird das Team Germany im holländischen Hilversum gegen das World Team antreten. Mit Daniel Weichel, Nordin Asrih, Ismail Cetinkaya, Mathias Schuck und Marko Zschörner hast Du wieder eine großartige Mannschaft zusammengestellt. Wie schätzt Du die Siegchancen von Team Germany ein?
Ich muss dazu sagen, dass wir wieder einen Wechsel im Team Germany haben. Marko Zschörner musste wegen einer Krankheit absagen, dann sollte Dawid Baziak seinen Platz übernehmen, aber dann hat er auch aus privaten Gründen abgesagt. Da Thorsten Kronz sich schon mal dafür beworben hat, haben Willy und ich uns für ihn entschieden. Ein schneller Anruf an Thorsten und obwohl er letztes Wochenende bei der Westdeutschen Meisterschaft kämpfen sollte, hat Andreas Stockmann ihn für das M-1 Event freigegeben. Ganz großer Dank an Andreas Stockmann.

Ich denke, wir haben ein super Team. Thorsten ist ein erfahrener Kämpfer mit gutem Auge. Mathias Schuck kenne ich noch nicht richtig, aber er hat sich durch seine Kämpfe einen guten Ruf erarbeitet, sodass alle gut über ihn sprechen. Ismail hat bewiesen, dass er ein Kämpfer ist. Wie ihr wisst, trainiert Daniel Weichel für sein Stand Up auch bei mir: Er kommt immer für ein bis drei Wochen Training nach Hamburg und ich trainiere zwei- bis dreimal am Tag mit ihm. Für diesen Kampf ist er auch wieder zwei Wochen bei mir in Hamburg gewesen. Dann ist er auch mehrmals mit Ismail gerollt, es hat viel Spaß gemacht, den Jungs zuzusehen. Ismail ist sehr gut drauf und er wird es diesmal machen.

Nordin ist ein super Fighter, gutes Stand Up und auch gut auf dem Boden. Er ist sehr bissig und niemand kann ihn einschüchtern. Er würde gegen jeden kämpfen, das gefällt mir an ihm. Ihm ist egal, wie der Gegner heißt, woher er kommt oder wer das ist. Über Daniel muss ich eigentlich nicht viel sagen, er bleibt für mich Deutschlands Nr. 1 MMA-Kämpfer in seiner Gewichtsklasse. Es macht mir so einen Spaß, mit ihm zu trainieren. Diesmal haben wir noch härter trainiert als sonst, er ist innerhalb von zwei Wochen von 80 kg auf 76 kg gekommen. Jetzt kämpft er auch noch bis 70 kg. Seinen Gegner kenne ich. Der Danial Sharifi ist vielleicht kein bekannter Kämpfer, aber er hat sehr viel Herz und ist ein zäher Bursche. Er trainiert mit vielen namhaften holländischen MMA-Fightern.

Es wird für das Opening M-1 Event zuerst einen Thaiboxkampf in der B-Klasse geben. Dort wird das Hamburger Talent Sascha Valentin, der Schüler von Florian Ogunade vom Gym Nordschmiede, kämpfen. Er ist gerade einmal 16 Jahre alt und sehr talentiert. Also ich sage nur: Holland, wir kommen!

Du bist nicht nur für M-1 Global tätig, sondern kümmerst Dich auch noch um das Tough Gym und Deine Sicherheitsfirma Human 4 Guard Security. Wie schaffst Du es, so viele Dinge unter einen Hut zu bekommen?
Ja, gute Frage, das weiß ich auch nicht. Positives denken, dann klappt alles von selbst. Ich mache es nicht alleine, mein Bruder und ich machen alles zusammen: Firma, Gym, Training und M-1. Allein hätte ich das nicht geschafft, im Bereich MMA hilft mir auch Willy Steinky sehr viel, um Kontakt mit den deutschen Kämpfern aufzunehmen, sie zu finden und zu beraten. Noch mal großen Dank an ihn. Es ist viel Arbeit, besonders mit unserer human4guard Firma haben wir viel zu tun, und dann noch unser Gym‚ das Tough Gym. Dort geben mein Bruder und ich das Training. Mit unserer Eventreihe sind wir sehr zufrieden, immerhin sind wir die Ersten in Hamburg, die ein 8-Mann-Turnier nach K-1 Rules veranstaltet haben und wird sind dabei geblieben. Solche Events zu machen, erfordert, wie viele wissen, Zeit und Arbeit, und ich muss sagen, in diesem Bereich hilft mir der Deutsche WKN & IPTA Präsident Wolfgang Gier auch, um Kämpfer für ein Event zu buchen. Wir versuchen, mit allen zusammenzuarbeiten.

Das Wort „ich“ gibt es nicht, alleine schafft man nie etwas. Es wird immer die Hilfe anderer Menschen benötigt. Man muss nur den Mumm haben, um diese Hilfe anzunehmen und dazu zu stehen. Leider versuchen viele, statt sich einander zu unterstützen, gegeneinander zu arbeiten. Aber das ist ja nichts Neues und ist nicht nur in Hamburg, Deutschland so. In Holland ist es noch schlimmer. So sind halt die Menschen, Neid ist der größte Grund dafür.

Was M-1 angeht, versuche ich, etwas für deutsche MMA-Fighter zu machen, damit hier in Deutschland MMA populärer wird und dieser Sport weiterkommt. M-1 hat mich für diese Verantwortung ausgesucht, daher versuche, ich das Beste daraus machen.

Du bist zudem auch der Thaiboxtrainer von Peter Sobotta. Bei seinem Kampf gegen Paul Taylor bei UFC 99 standest Du in seiner Ecke, vor fast 13000 Zuschauern in der Kölner lanxess ARENA. Wie hast Du den Kampf erlebt?
Es war unbeschreiblich. Die ganze Organisation, die Stimmung, einfach alles. Es war Hammer. Als Peter aufgerufen wurde und wir rein gelaufen sind, dachte ich, wir laufen durch einen Tunnel von Menschen. Es war so laut, es war für mich bis jetzt das beste Kampfsportevent, das in Deutschland überhaupt stattgefunden hat. Nicht mal die Boxevents von den großen Boxpromotern Deutschlands können da mithalten.

Zu Peter muss ich sagen, wir alle wissen, dass er normalerweise viel besser ist, als er gezeigt hat. Man muss verstehen, er steht mit 22 Jahren beim größten MMA-Event mit so vielen Stars im gleichen Käfig. So viel Druck von allen Seiten, so viele Pressekonferenzen in den Tagen vor dem Kampf. Jeder will etwas zu deinem Kampf beitragen, was du machen sollst, und Peter ist ein ruhiger Mensch. Er hört allen zu, er beschwert sich nicht mal, wenn die Leute ihn nerven. Und ich weiß selber, dass man normalerweise vor dem Kampf seine Ruhe haben möchte. Großen Respekt an ihn. Es war einfach nicht sein Tag, aber er hat das Beste daraus gemacht und ich glaube, nächstes Mal wird alles anders laufen. Weiter so, Peter!

Man munkelt, Du hättest Dir vor dem Kampf beim Aufwärmtraining die Achillessehne gerissen. Wie ist das denn passiert?
Ja, genau! Peter hat den Kampf gemacht und ich habe mir die Verletzung geholt. Beim Warmmachen in der Kabine war ich mit ihm im Clinch, dann sind wir vom Stand direkt auf den Boden gegangen. Die Matten, die wir in der Kabine hatten, waren zweiteilig und mein Fuß ist deswegen zwischen den beiden stecken geblieben und ich konnte ihn nicht rausziehen. Dann fiel Peter mit seinem gewicht auf mein Fußgelenk und dann hat es geknallt. Es war sehr schmerzhaft, zwei Bänder sind gerissen. Ich habe mich schnell in Ecke gezogen, damit Peter weitermacht, aber er war natürlich sehr besorgt um mich. Habe es mit Eis gekühlt, fest bandagiert und bin dann einfach in die Halle rein gegangen. Das Adrenalin war so hoch, dass ich während seinem Kampf keinen Schmerz gefühlt habe. Am nächsten Tag musste ich ins Krankenhaus, da ich kaum gehen konnte. Nach sechs Wochen Schiene tragen geht es mir schon viel besser. Ich habe mir bis jetzt in meinen Kämpfen die Hand, die Finger, den Fuß und die Nase gebrochen, aber keinen Bänderriss gehabt. Jetzt bin ich vollständig.

Am 13. September findet im Curio Haus in Hamburg die dritte Ausgabe Deiner Veranstaltungsreihe „Humans Fight Night“ statt. Was hast Du alles für diesen Abend geplant?
Am 13. September gibt es im Curio Haus in Hamburg ein top 8-Mann-Turnier nach K-1 Rules bis 72,5 kg. Wir haben sehr gute Kämpfer im Turnier: Bakar Barakat gehört zu den Topfightern in Deutschland. Pacco, der vor zwei Jahren gegen Schneidmiller gewonnen hat, hat auch in Suriname gegen Samranchai gekämpft. Shemsi Beqiri aus der Schweiz, ein Topfighter, der sich durch seinen Sieg über Jimmy Eimers einen guten Namen in Holland gemacht hat. Von Team Slamm kommt van Assen, dazu Muhammed Gür und weitere harte Kämpfer wie Farush Demelezi, Youssef Ohanini und Vahit Arslan. Sie kämpfen an diesem Abend um 5000 Euro Siegerprämie.

Außerdem werden Dawid Massina gegen Oschlies und Timo Seeburger gegen Peter Harm Superfights bestreiten. Um die Deutsche Meisterschaft im Schwergewicht kämpfen Yahya El-Yassir aus Hamburg und Chris Jührs aus Kiel. Es wird viele weitere Rahmenkämpfe geben, die sehr interessant sind. Der Gewinner dieses 8-Mann-Turniers bekommt einen Kampf beim Slamm-Event in Holland. Den Ersatzfight für das 8-Mann-Turnier macht der Ulli Schick gegen Omar Amrani, das wird auch ein sehr interessanter Kampf.

Du warst selbst ein erfolgreicher Thai- und Kickboxer, unter anderem wurdest Du deutscher Meister und Europameister. Werden Dich die Fans noch einmal im Ring kämpfen sehen oder wirst Du Dich in der nächsten Zeit mehr auf die anderen Bereiche konzentrieren?
Die Leute, die mich kennen, wissen, dass ich eigentlich schon seit ein paar Jahren aufhören will, zu kämpfen, da ich die Zeit für das Vorbereiten nicht mehr habe. Und mit 35 Jahren machen die Knochen und Gelenke nicht mehr so richtig mit. Es fällt sehr schwer, aufzuhören. Ich liebe diesen Sport und liebe es, in den Ring zu steigen. Ich war 14, als ich mit dem Kampfsport angefangen habe, bin einfach damit aufgewachsen. Ich weiß noch, wie ich meinen ersten B-Klasse Kampf in der Wandsbeker Sporthalle in Hamburg gemacht habe. Dort hat Ramon Dekkers gegen Shanoy aus Thailand gekämpft, es war Thailand gegen Holland. Dort waren Legenden wie Gilbert Ballantine und Andre Massur auch noch dabei. Wenn ich in die Vergangenheit zurückblicke, dann will ich es noch mal wissen.

Aber jetzt ist die Zeit, um wirklich damit aufzuhören. Ich habe das letzte Mal in Hamburg im Jahr 2001 gegen Günther Turan von den Thaiholics Hamburg gekämpft und habe durch einen Drehkick zum Kopf durch KO in Runde zwei gewonnen. Danach waren meine Kämpfe nur außerhalb Hamburgs und Deutschlands. Ich würde gerne noch einen Kampf in Hamburg machen. Es geht mir bei diesem Kampf auch nicht um Sieg oder Niederlage, die Zuschauer müssen was erleben, vielleicht einen MMA-Fight? Oder gegen einen interessanten Gegner. Ich warte nur noch, dass mein Bänderriss ganz verheilt ist, dann werde ich mir Gedanken darüber machen. Also Ende dieses Jahres oder Anfang nächstes Jahr plane ich noch einen Kampf. Und vielleicht macht sogar mein Bruder ein Comeback. Ich höre auf und er fängt wieder an.

Angenommen, Du müsstest Dich für eine Sache entscheiden – Kämpfer, Trainer oder Promoter – was würdest Du wählen?
Ihr stellt mir echt eine schwere Frage. Als Kämpfer bin ich schon langsam zu alt dafür, als Promoter kostet es mich echt viel zu viel Nerven, obwohl ich das sehr gerne mache. Unser Event war bis jetzt immer ein Erfolg und die Leute haben sehr gut darüber gesprochen. Ich habe sehr früh angefangen, als Trainer zu arbeiten: Mit 21 Jahren hatte ich meine erste richtige Gruppe, ich wurde als Trainer bei Sevendaysthais in Norderstedt eingestellt. Dort haben viele Hamburger Kämpfer bei mir trainiert. Ich habe viel Spaß an diesem Job und die Erfolge meiner Schüler sind für mich einfach meine Belohnung. Ich würde mich einfach für den Trainerjob entscheiden und nebenbei einfach unsere Humans Fight Night einmal im Jahr weiter veranstalten. Dazu sage ich noch, es ist wichtig, für seine Träume ein paar Kämpfe durchzustehen – nicht als Opfer, sondern als Abenteurer.

Human, wir danken Dir vielmals für das Interview und wünschen Dir weiterhin alles Gute für die Zukunft!
Ich bedanke mich auch sehr für euer Interview und wünsche euch weiterhin viel Erfolg.