MMA - CH/AT

"Entweder er oder ich!"

Jörg "Marshmallow" Lothmann will hoch hinaus. (Foto: Franz Schwerdtmann/GroundandPound)

Eigentlich wollten die beiden Urgesteine schon zurücktreten vom aktiven MMA-Sport, doch Jörg „Marshmallow“ Lothmann und Peter „Yamatodamashii“ Angerer juckt es immer noch in den Fäusten. Die beiden kultigen Kämpfer repräsentieren die alte Schule und werden sich bei Respect.FC 9 am 13. April eine Schlacht liefern. GroundandPound sprach mit dem Mann, der nicht nur für den Knockout, sondern auch für die Submission des Jahres nominiert war.

GroundandPound: Jörg, es fing alles damit an, dass du daran dachtest, die Handschuhe an den Nagel zu hängen. Dann hast du dir gedacht, warum nicht einmal MMA ausprobieren. Seitdem hast du zweifach spektakulär gewonnen. Ist kein Ende in Sicht?
Jörg Lothmann: Natürlich ist noch nicht Schluss (lacht). Am 13. April wird es zur Sache gehen. Es folgen auch noch ein paar Kämpfe hinterher. Ich will auch noch im Ausland kämpfen.

Bevor wir über weitere Pläne sprechen, lass uns über Peter Angerer sprechen. Warum das Duell gegen einen Krieger der alten Garde? Wollt ihr der jungen Generation zeigen, wo der Haken hängt?
Richtig. Es geht darum den Leuten etwas klarzumachen. Du musst viele Disziplinen lernen, und das wiederum erfordert viel Selbstdisziplin. Wenige Leute sind komplett und können von allem ein bisschen, aber nichts richtig.

Warum kämpft ihr bei Respect.FC? Wo ist der Unterschied zu anderen Promotions für dich?
In meinem Alter suche ich mir das aus, was mir am besten gefällt. Für mich ist Respect der König der Veranstaltungen in Deutschland. Dort fühle ich mich heimisch.

Lothmann mit dem Submissionsieg bei Respect.7 (Foto: Franz Schwerdtmann/GroundandPound)

Um die Frage noch einmal aufzugreifen. Warum Peter Angerer?
Wen soll ich sonst kämpfen in Deutschland? Wer ist die unangefochtene Nummer eins seit Jahren? Er hat die Besten der Besten gekämpft. Ich wüsste keinen auf dem Niveau in der Altersklasse. Bei ihm weiß ich, ich muss kein Fangen spielen. Das wird ein Meilenstein, in dem ich mich testen kann, ob ich international mithalten kann.

Einen Schwarzgurt im Karate habt ihr beide. Bedeutet dies, dass wir spektakuläre Kicks und Angriffe erwarten können?
Auf jeden Fall. Wir werden beide die Beine auspacken, die Zuschauer werdet viele Sachen sehen und es wird richtig knallen. Wir brauchen kein Abtasten. Angerer ist komplett, ich auch. Man kann keinen reinen Karatekampf draus machen. Er tritt wie ein Pferd. Angerer kennt nur alles oder nichts, genau wie ich. Es ist ganz einfach: Entweder er oder ich! Es wird recht lustig werden. Ich garantiere eine Submission oder einen Knockout. Ansonsten bringt viel Eis mit, denn wir werden beide nebeneinander im Krankenhaus aufwachen.

Wo denkst du liegt sein Vorteil, wo hingegen deiner?
Ihr werdet in diesem Kampf den Unterschied zwischen den jungen Athleten und den alten Meistern sehen. Ich denke, es wird überall hingehen, auf dem Boden und auch im Stehen. Auf dem Boden muss ich auf meine Beine aufpassen, aber ansonsten habe ich den Vorteil, besonders in der Oberlage. Dort halte ich mich für stärker. Vielleicht habe ich auch noch einen Überraschungsmoment auf meiner Seite? Einen Drehkick vielleicht? Aber ich denke, er fällt nicht drauf rein. Die Außenseiterrolle gehört mir, er ist Favorit.

Wovor musst du dich bei Angerer hüten?
Seine Aktivität, er sucht den K.o. und ist der mobilere und agilere Mann. Das Problem ist, er ist aktiver im Standup, dort hat er den Vorteil. Ich hoffe, dass er wirklich kommt und den K.o. sucht. Er hat ja auch in Japan gekämpft, das wird lustig.

Lothmann (l.) kennt nur eine Richtung: Volle Kraft voraus. (Foto: Franz Schwerdtmann/GroundandPound)

Gib uns eine Prognose, wie geht der Kampf aus?
Ich hoffe auf einen Submissionsieg für mich. Im Stehen ist es völlig offen, einer geht K.o.! Da trau ich ihm alles zu. Ich bin gespannt.

Falls du gewinnen solltest, was steht an? Willst du weiter hinaus, hast du eventuell sogar einen Titel in Aussicht?
Ich habe schon mal darüber nachgedacht den einen oder anderen jungen Athleten zu kämpfen. Ich glaube, das mache ich auch. Die 77kg-Klasse kann sich schon mal warm anziehen. Ich denke noch nicht ans Aufhören und will noch ein paar Jahre weitermachen. Wenn alles richtig läuft, ohne Verletzungen, wird das auch passieren.

Wir danken dir für das Interview und wünschen viel Erfolg bei Respect.FC 9.
Ich danke euch. Freut euch auf einen Knaller im Ring!