MMA - CH/AT

Eine zünftige Schlacht in Wels

Die 4. Ausgabe der Mix Fight Night ist vorüber und hat so ziemlich alles geboten, was man von einem Kampfsport-Event erwartet: Action, Spannung, Technik, Dramatik und ein bisschen Kontroverse.

Im Hauptkampf der Veranstaltung konnte sich Willi Ott den Mittelgewichtstitel von MMA Austria sichern, indem er seinen früheren Freund und Trainingspartner Adin Buljubasic nach einigen spektakulären Szenen in der ersten Runde stoppen konnte. Buljubasic begann wie die Feuerwehr und warf Bomben, Ott ließ sich in den Schlagabtausch verwickeln, schlug mit, und beide tauschten knallharte Fäuste, mit offenem Visier. Ott wackelte zu Beginn kurz, fing sich aber wieder, verlagerte den Kampf auf den Boden und konnte ihn dort schließlich mit einem Rear-Naked Choke beenden. Ott ist damit der neue Mittelgewichtschampion von MMA Austria.

Willi Ott setzt zum Rear-Naked Choke an. (Foto: Dorian Szücs/Groundandpound.de)

Die Pechsträhne von Cengiz Dana will einfach nicht enden. Nach zwei Siegen, durch Disqualifikation seiner Gegner, musste der Kölner nun eine etwas skurrile Niederlage gegen den Brasilianer Andrius Hobaldo einstecken. Zu Beginn landete Dana einige Treffer im Stand, wurde aber zügig vom Brasilianer an den Käfig gepresst und dort für den Rest der Runde kontrolliert. Kontrovers am weiteren Kampfverlauf waren nun zwei Dinge: Hobaldo landete ein Knie zum Kopf Danas, obwohl der sich in der Dreipunktstellung befand und somit nicht mit Kniestößen zum Kopf attackiert werden durfte. Nach Ende der ersten Runde wurde der Kampf dann vom Ringarzt beendet. Grund: Eine vermeintlich gebrochene Nase Danas. Der zeigte im Interview nach dem Kampf, dass seine Nase keinesfalls gebrochen war, sondern lediglich ein wenig blutete. Ein bittere Niederlage für Dana, der Österreich sehr enttäuscht verlässt.

Cengiz Dana wird am Käfig geklammert. (Foto: Dorian Szücs/Groundandpound.de)

Im Muay Thai schenkten sich Henry Bannert und Rene Wimmer nichts. Bannert aus Wien und Wimmer aus Linz, trugen eine kleine aber feine Städtefehde im Ring aus und attackierten sich von Beginn an wild. Wimmer, mit deutlichen Reichweitennachteilen ausgestattet, machte den Anfang, stürmte und schickte Bannert schnell mit einem rechten Hammer zu Boden. Der erholte sich jedoch schnell und nutzte nun seine Größenvorteile aus, presste Wimmer an den Käfig und landete Kniestöße en Masse. Nachdem Wimmer mehrfach angezählt wurde, nahm ihn der Ringrichter im zweiten Durchgang schließlich aus dem Kampf.

Knallharte Knie von Bannert. (Foto: Dorian Szücs/Groundandpound.de)

WFC-Veteran Markus Di Gallo, eigentlich bekannt für seine K.o.-Power, lieferte dem Italiener Mattia Schiavolin ein spannendes Grappling-Duell, dass er über weite Strecken dominieren konnte. Lediglich in der Halbdistanz sah er wenig glücklich aus und musste den einen oder anderen Treffer wegstecken, dafür hatte er Schiavolin am Ende der zweiten Runde nah am Finish, als er einen Rear-Naked Choke zwar ansetzen, aber wegen der Käfigwand im Rücken nicht durchziehen konnte. Das Punktgericht entschied nach drei Runden unverständlicherweise auf ein Unentschieden.

Ein unzufriedenstellendes Unentschieden. (Foto: Dorian Szücs/Groundandpound.de)

Ein spannendes K-1-Duell zwischen Alan Karczewski und Andreas Junga endete mit einem würdigen Finish. Karczewski landete ein Knie zum Körper des erst 15-jährigen Junga, der sackte zusammen und wurde ausgezählt. Respekt gebührt dennoch beiden Kämpfern, die einen der besten Fights des Abends hingelegt haben.

Mit Ruben Wolf konnte ein deutsches Schwergewicht nach einer langen Durststrecke wieder einen Sieg einfahren. Er besiegte den Ungarn Tibor Biro mit seiner Lieblingstechnik, dem Heelhook, nach nur gut eineinhalb Minuten.

Etwas kurios verlief der Kampf zwischen Rene Wollinger und Bertold Oroszi. Ringrichter Dr. Fritz Treiber unterbrach den Kampf etwa zur Mitte der ersten Runde, nachdem Wollinger sich aus einem Armhebel befreit hatte und begann, Hammerfaustschläge regnen zu lassen. Der Kampf war jedoch noch nicht vorüber, wie zunächst angenommen, sondern wurde nur unterbrochen, da Oroszi seinen Mundschutz verloren hatte. Am Endergebnis änderte dies jedoch nichts. Wollinger sicherte sofort wieder den Takedown und kontrollierte den Kampf am Boden – das gleiche Bild im zweiten Durchgang. Nach 1:38 Minute konnte er seinen Gegner schließlich derart mit Schlägen bearbeiten, dass dieser abklopfte.

Islam Siszbulatow musste zu Beginn des Kampfes einige brenzlige Situationen überstehen, als Samoht Schletterer ihn gleich zweimal in einem tiefen Guillotine Choke gefangen hatte – Siszbulatow konnte sich jedoch jedes Mal aus dem Aufgabegriff herauskämpfen und den Kampf anschließend zu großen Teilen dominieren. Überschattet wurde der Kampf von einem kurzen Tumult im Publikum, der durch das beherzte Eingreifen der Veranstalterin Cive jedoch schnell beigelegt werden konnte.

Vincenz Platzer, aus dem Stall der Ettl Bros., verschwendete gegen Matia Markovic keine Zeit und versuchte sofort einen Double-Leg Takedown. Der gelang nicht, dafür musste Platzer kurz einen Standing-Guillotine Choke verteidigen, was ihm auch problemlos gelang, indem er zum Rücken Markovics durchlief. Einen gewaltigen Suplex Platzers verhinderte Markovic durch wiederholtes Halten am Käfig, musste aber schließlich trotzdem irgendwann zu Boden, wo er nur Sekunden später mit einem Rear-Naked Choke finalisiert wurde.

Im ersten Titelkampf des Abends konnte sich Elke Beinwachs nach Punkten gegen die Schweizerin Jenni Huser durchsetzen und sich somit den ISKA-Titel im K-1 sichern. Beide Damen gaben gehörig Gas, die wichtigsten Punkte sammelte Beinwachs sicher zu Beginn, als Huser recht langsam in den Kampf fand.

Philipp Loicht aus Tirol und Robin Schreiner lieferten sich von Beginn an immer wieder offene Schlagabtausche – kein Wunder, dass hier einer umfallen musste. Beide teilten gut aus, als Schreiner nach gut zwei Minuten erneut auf Loicht zustürmte, lief er direkt in einen Konterhaken und ging kurz zu Boden. Zwar kam er schnell wieder auf die Beine und drückte Loicht gegen die Käfigwand, zu diesem Zeitpunkt hatte der Ringrichter Mirza Ramic den Kampf jedoch schon abgewinkt.

Im MMA-Kampf zwischen Hans Lackner und Marcin Klonowski verliefen beide Runden ganz ähnlich: Nachdem sich Lackner anfänglich verschiedener Triangle- und Armbar-Versuche erwehren musste, konnte er immer wieder die Guard Klonowskis passieren und schlussendlich in der Mount landen. Dort richtete er zwar nicht genug Schaden an, um den Kampf vorzeitig zu beenden – zum einstimmigen Punktsieg reichte es aber allemal für den Ettl Bros.-Fighter.

Ettl Bros.-Fighter Felix Scherübel brachte den Ungarn Peter Guzsvan in der zweiten Runde mit einem Triangle Choke zum Einschlafen, der Referee ging nach 2:22 Minuten dazwischen und beendete den Kampf.

Im Opener des Abends besiegte Goldenfist-Fighter Manuel Bilic Benny Scharf in einem Thaiboxkampf nach Punkten.

Mix Fight Night 4
30. März 2013
Rotax Halle in Wels, Österreich

MMA Austria Titelkampf im Mittelgewicht
Willi Ott bes. Adin Buljubasic via Rear-Naked Choke nach 2:42 in Rd. 1

MMA
Andrius da Silva bes. Cengiz Dana via T.K.o. (Arzt-Abbruch) nach 0:00 in Rd. 2

Muay Thai
Henry Bannert bes. Rene Wimmer via T.K.o. in Rd. 2

MMA
Markus Di Gallo vs. Mattia Schiavolin endete unentschieden

K-1
Alan Karczewski bes. Andreas Junga via K.o. nach 1:59 in Rd.3

MMA
Ruben Wolf bes. Tibor Biro via Heelhook nach 1:11 in Rd. 1
Rene Wollinger bes. Bertold Oroszi via Submission (Schläge) nach 1:38 in Rd. 2
Islam Siszbulatow bes. Samoht Schletterer nach Punkten
Vincenz Platzer bes. Matia Markovic via Rear-Naked Choke nach 1:38 in Rd. 1

ISKA Titelkampf im K-1
Elke Beinwachs bes. Jenni Huser nach Punkten

MMA
Philipp Loicht bes. Robin Schreiner via T.K.o. nach 2:31 in Rd. 1
Hans Lackner bes. Marcin Klonowski nach Punkten
Felix Scherübel bes. Peter Guzsvan via Technical Submission (Triangle Choke) nach 2:22 in Rd. 2

Muay Thai
Manuel Bilic bes. Benny Scharf nach Punkten