MMA - CH/AT

Eine Niederlage, die keine war

Defenders FC 3: Musa Jangubaev vs. Arkady Pavlov (Foto: FOTONOID.COM)

Am vergangenen Freitag veranstaltete die Defenders Fighting Championship in Stuttgart zum dritten Mal Kämpfe in den Disziplinen MMA, K-1 und Grappling. Während der Abend für die Veranstalter insgesamt gelungen war, trübte der Ausgang des Kampfes zwischen dem Offenburger Musa Jangubaev und dem Russen Arkady Pavlov die Stimmung. Heute setzten die Veranstalter der Kontroverse ein Ende.

In dem auf drei Runden angesetzten Kampf hatte Pavlov die Vorteile im Stand, während Jangubaev einige Takedowns erzielte und Pavlov aus der Oberlage kontrollierte. Nach der regulären Kampfzeit von drei Runden erhielt der Hauptkampfrichter die Wertungen der drei Punktrichter und erklärte den Kampf als „Unentschieden“.

Obwohl es das Regelwerk nicht vorsieht, verlängerte der Hauptkampfrichter den Kampf um eine weitere Runde. Im Anschluss wurden die Zettel der Punktrichter erneut ausgewertet und Pavlov zum Sieger erklärt.

In einer Pressemitteilung schrieben die Organisatoren von Defenders FC:

„Schon aufgrund der vierten Runde ist der gesamte Kampf nicht regelkonform abgelaufen und gibt damit beiden Parteien die Möglichkeit, berechtigterweise Einspruch einzulegen. Kurz nach dem Kampf haben die Offenburger mündlich gegen dieses Urteil protestiert. Heute Morgen ist nun auch der schriftliche Protest beim Veranstalter eingegangen.

Bei einer neuerlichen Überprüfung des Urteils stellte sich heraus, dass zudem auch noch die Punktzettel falsch addiert wurden und Musa Jangubaev der Sieger nach drei Runden gewesen wäre.

Aufgrund des berechtigten Einspruchs der Offenburger und der neuerlichen Prüfung des Sachverhaltes hat sich der Veranstalter daher entschieden, die fehlerhafte Entscheidung der Punktrichter für ungültig zu erklären. Damit ist die Niederlage von Musa Jangubaev nichtig. Wegen der Unregelmäßigkeiten während des Kampfes, sollte er nicht gewertet werden.

Der Veranstalter möchte in diesem Zusammenhang klar stellen, wie sehr er diesen Sachverhalt bedauert. Ein Gebot der Fairness gegenüber beiden Kämpfern wäre es sicherlich, wenn der Kampf bei einer Folgeveranstaltung wiederholt werden könnte.“

Auch Hauptkampfrichter Bernd Kornmaier äußerte sich zum Kampfablauf:

Zuerst will ich die Gelegenheit nutzen, mich bei den Kämpfern zu entschuldigen und versuchen, das am Veranstaltungsabend von Defenders FC 3 veröffentlichte Fehlurteil und den Weg zu selbigem zu erklären. Durch einen unglücklichen Zustand war das Kampfgericht bei diesem Kampf nicht in seiner gewohnten und erfahrenen Zusammensetzung im Einsatz. Durch eine fehlerhafte Kommunikation wurde ein externer und dem Team unbekannter Punktrichter in die Rolle des stellvertretenden Supervisors versetzt, welcher er in diesem Fall leider nicht gewachsen war. Bei der Auswertung der Wertungszettel nach Beendigung der dritten Runde wurde damit ein falsches Urteil in den Ring kommuniziert. Dieses war aufgrund des eindeutigen Kampfverlaufs unverständlich, wurde aber vom stellvertretenden Supervisor auf Nachfrage bestätigt.

Aufgrund dieses Verlaufs wurde von mir die falsche Entscheidung getroffen eine Verlängerungsrunde kämpfen zu lassen – dieses war weder vertraglich vorgesehen noch entsprach dies dem Reglement. Das aus der Zusatzrunde resultierende Ergebnis widerspiegelte ebenso wenig meine Erwartung und meine Beobachtung des Kampfverlaufs wurde aber – aufgrund meiner Rolle als Ringrichter – von mir an den Sprecher zur Verlautbarung weitergegeben.

Ich kann nur nochmals mein Bedauern über die vorgefallenen Fehler zum Ausdruck bringen und mich – wie bereits erfolgt – bei den Kämpfern entschuldigen.“