MMA - CH/AT

„Ein Meilenstein in der deutschen MMA-Geschichte!“

Peter Angerer, Präsident von Shooto Germany, und Martijn De Jong, Präsident von Shooto Europe. (Foto: Valentino Kerkhof/SportMMA)

Mit der Ausrichtung der 12. Shooto-Europameisterschaften hat der deutsche MMA-Pionier Peter Angerer, Präsident von Shooto Germany, einen wichtigen Beitrag für den MMA-Sport in Deutschland geleistet. Gegenüber GroundandPound zieht Angerer nun ein Resümee der gestrigen Veranstaltung:

„Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, wenn ich an die Fights gestern bei der Shooto Europameisterschaft denke. Gestern hat man wirklich ein derart hohes technisches Level in den Kämpfen gesehen, dass die meisten Profilabels in Deutschland blass vor Neid werden könnten! Die harte Aufbauarbeit der vergangenen zwei Jahre hat sich gebündelt an einem Tag ausgezahlt. Eine Veranstaltung dieser Größenordnung mit Kämpfern aus 10 europäischen Ländern in Deutschland zu haben, spricht Bände für Arbeit der deutschen Shooto Kommission. Philipp Krebs und seine Mannschaft haben gestern wirklich so etwas wie „das Wunder von Aschaffenburg“ vollbracht. Organisatorisch war das von der Kommission echt eine Meisterleistung auf internationalem Top Niveau. Vielen Dank an die ganzen Helfer und Offiziellen, die hierfür hart und unermüdlich gearbeitet haben.

Kämpferisch haben die Deutschen gezeigt, dass man europaweit wirklich mehr als nur mithalten kann. Nicolas Djember (Stallion Cage Stuttgart), Brian Fischer (The Unit Hagen), Tanja Hoffmann (Bad Griesbach) und Kristin Handel (German Top Team) haben sich gestern verdient die Krone geholt und Europa gezeigt, dass wir besser kämpfen als Fußball spielen können. Mit vier weiteren zweiten Plätzen haben die Shooter aus Deutschland dabei das beste Ergebnis für unser Land bisher bei einer Europameisterschaft im Shooto erzielt. Es macht mich schon verdammt stolz, dass Deutschland beweisen konnte, dass wir sehr starke und technisch versierte Kämpfer haben, die sich gegen eine harte internationale Konkurrenz durchsetzen können.

Herausragende Kämpfer aus deutscher Sicht waren dabei für mich persönlich Nicolas Djember (Stallion Cage Stuttgart) und Fabian Ultes (Body Attack Viernheim), die in zwei sehr starken Gewichtsklassen ein Level gezeigt haben, das man in Deutschland wirklich selten sieht. Beide haben sicherlich noch eine große Karriere vor sich, wenn sie weiterhin so am Ball bleiben. Mit ein paar Kämpfen mehr im Amateurbereich dürften beide bereit sein für eine erfolgreiche und vielversprechende Profikarriere. Aber auch die deutschen Mädels haben mich sehr überzeugt. Auch von den anwesenden Teams aus ganz Europa hörte ich nur Lob für die Leistungen der Frauen. Immerhin wurden nach 12 Jahren nun auch endlich Titel in den Frauenklassen vergeben und wir sind stolz, dass wir dadurch einen Beitrag leisten konnten, um das Frauen-MMA weiter populär zu machen. Die Mädels müssen sich auf keinen Fall hinter den Männern verstecken!

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Enttäuscht war ich vor allem davon, dass zwei komplette deutsche Teams ohne Entschuldigung einfach nicht gekommen sind. Da fliegen z.B. die Griechen tausende Kilometer nach Aschaffenburg und die Leute vor der eigenen Haustür kommen gar nicht, oder mit Verspätung... Oder gehen dann vor dem Kampf nach Hause und lassen ihre Gegner ohne Kampf stehen. Na ja...

Dennoch kann die Veranstaltung nur als Meilenstein in der deutschen MMA-Geschichte gewertet werden. Die Teams und Schulen aus Deutschland, die regelmäßig und hart am Erfolg der Sportler arbeiten und diese fördern, haben endlich einmal die Lorbeeren geerntet, die sie verdienen. Ich kann jedem Einzelnen wirklich nur gratulieren und freue mich, dass das Shooto hierzulande immer populärer wird und Zuspruch findet.

An dieser Stelle möchte ich mich besonders bei Martijn de Jong (Golden Glory), Rafles La Rose (Europäische Shooto Kommission), Patrick Drees (Shooto Switzerland), Franco de Leonardis (Deutsche Grappling Liga), Philipp Krebs (Deutsche Shooto Kommission), Timo Bieber (Leuchtende Kinderaugen), Valentino Kerkhof (SportMMA), Achilleas Chalkidis (Arena Aschaffenburg) und der gesamten GroundandPound Mannschaft bedanken! Alle hier genannten haben maßgeblich zum Erfolg der Veranstaltung beigetragen und ihren Teil dazu getan, dass die Europameisterschaften sportlich ein derartiger Erfolg werden konnten. Wir sind hier in Deutschland wirklich auf dem richtigen Kurs!“