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Die Nachwehen von UFC 122

Yushin Okami (Foto via Zuffa LLC)

An einem Abend, an dem es nur im Hauptkampf nach Titel roch, war Dennis Siver der größte Gewinner. Mit seinem Sieg bei UFC 122 in Oberhausen gegen Andre Winner hat er sich in der Leichtgewichtsdivision weiter nach oben gearbeitet. In den anderen Kämpfen ging es hauptsächlich um den Verbleib in der UFC, weswegen es nicht verwunderlich ist, dass einige Kämpfer mit hängenden Köpfen nach Hause gingen.

Duane Ludwig besiegt Nick Osipczak

Nachdem er in der ersten Runde von Osipczak mit einigen guten Treffern zu Boden geschickt wurde, konnte Ludwig den Kampf, aus der Sicht von zwei Punktrichtern, in der zweiten und dritten Runde drehen und Osipczak seinerseits gut treffen. Auch wenn ein Niederschlag nicht gelingen wollte, reichte es doch für einen geteilten Punktsieg.

Duane Ludwig:
Nach zuvor zwei Niederlagen in Folge gegen Jim Miller und Darren Elkins konnte Ludwig mit diesem Sieg seinen Verbleib in der UFC erst mal sichern. Allerdings sollte er wohl kaum auf einen großen Namen in seinem nächsten Kampf hoffen. Vom Timing würde ein Aufeinandertreffen gegen den ebenfalls an diesem Abend erfolgreichen Deutschen Pascal Krauss Sinn machen.

Nick Osipczak:
Verfährt die UFC mit Osipczak wie mit den meisten ihrer Kämpfer, so darf man davon ausgehen, dass er nach Niederlagen gegen Rick Story, Greg Soto und jetzt Duane Ludwig die Organisation verlassen muss.

Krzysztof Soszynski besiegt Goran Reljic

Auch wenn Soszynski nicht seinen erhofften Kimura-Sieg gegen Reljic für sich verbuchen konnte, obwohl er es immer wieder versucht hat, war es doch genug ,um alle drei Runden auf den Punktrichterzetteln für sich zu gewinnen und Reljic womöglich aus der UFC zu katapultieren.

Krzysztof Soszynski:
Soszynski ist immer für einen unterhaltsamen Kampf gut, allerdings schafft er es nicht, sich in der sehr gut besetzten Halbschwergewichtsdivision nach oben zu arbeiten. Mögliche Gegner für ihn wären der Sieger für den am kommenden Wochenende bei UFC 123 stattfindenden Kampf zwischen Phil Davis und Tim Boetsch, aber auch Jason Brilz ist im Bereich des Möglichen.

Goran Reljic
Auf Reljic wird wohl das gleiche Schicksal warten, mit dem auch Osipcak rechnen muss. Nach drei Niederlagen in Folge gegen CB Dollaway, Kendall Grove und nun Soszynski dürfte die UFC seine Dienste wohl nicht weiter benötigen.

Amir Sadollah besiegt Peter Sobotta

Sadollah zeigte in diesem Kampf, was man mit Lowkicks alles erreichen kann. Er stellte mit 46 Lowkicks in einem Kampf nicht nur einen Rekord in der UFC auf, sondern zermürbte Sobotta und nahm dessen Beweglichkeit, was zu einem einstimmigen Punktsieg führte.

Amir Sadollah:
Sadollah hat dieser Kampf nicht weitergebracht. Alle haben erwartet, dass er gegen Sobotta gewinnt und, wie in seinen drei Kämpfen davor, musste er auch dieses Mal wieder über die Distanz gehen. Eine Möglichkeit sich wieder nach oben zu arbeiten, wäre ein Rückkampf gegen Johny Hendricks, nachdem der erste Kampf etwas umstritten vom Ringrichter abgebrochen wurde. Allerdings ist ein Kampf gegen den Gewinner des am nächsten Wochenende stattfindenden Kampfes zwischen Dennis Hallman und Karo Parisyan ebenfalls im Bereich des Möglichen.

Peter Sobotta:
Für Sobotta kam die UFC vielleicht etwas zu früh. Nach drei Niederlagen in Folge und den Siegen von Dennis Siver, Pascal Krauss und Carlos Eduardo Rocha wird die UFC ihn wohl wieder zurück nach Deutschland schicken, um in kleineren Organisationen einige Siege einzufahren und noch etwas Erfahrung zu sammeln. Mit gerade mal 23 Jahren kann er aber sicherlich wieder den Weg in die UFC zurück finden.

Dennis Siver besiegt Andre Winner

Nachdem es für einige Zeit so aussah, als ob Winners Reichweitenvorteile Siver dazu veranlassen würden, den Takedown zu suchen, traf er den Briten mit einem linken Haken und schickte ihn zu Boden. Dort zeigte der Deutsche, dass er lange kein reiner Kickboxer mehr ist. Mit einem Rear Naked Choke, der ihm den Bonus für die „Submission of the Night“ einbrachte, konnte er den sechsten Sieg in seinen letzten sieben Kämpfen einfahren.

Dennis Siver:
Mit Siegen gegen Paul Kelly, Spencer Fisher und Winner sowie einer „Fight of the Night“-Niederlage gegen Ross Pearson hat sich Siver in der Leichtgewichtsdivision langsam nach oben gearbeitet. Nach dem Kampf sagte Siver, dass er gerne gegen einen Kämpfer ins Octagon steigen würde, der ihn zuvor besiegt hatte. In der UFC wären dies Ross Pearson, Melvin Guillard und Nummer-1-Herausforderer Gray Manyard. Sollte ihm die UFC den Gewinner von Takanori Gomi und Clay Guida geben, die bei UFC 125 aufeinandertreffen, so wäre er sicherlich auch nicht abgeneigt.

Andre Winner:
Nach der Niederlage gegen Nik Lentz bei UFC 118 folgte nun die Niederlage gegen Siver, wodurch Winner in seinem nächsten Kampf mit dem Rücken gegen die Wand steht. Allerdings dürfte er damit ein guter Kandidat dafür sein, einen der WEC-Kämpfer in der UFC willkommen zu heißen. Deswegen sollte er sich WEC 53 genauer ansehen, da sich dort allein unter den Hauptkämpfen vier Leichtgewichtskämpfe finden.

Yushin Okami besiegt Nate Marquardt

In einem Kampf, den keiner verlieren wollte, setzt sich Okami am Ende nach Punkten durch. Ein typischer Okami-Kampf, nach dem sich UFC-Präsident Dana White zu der Aussage verleiten ließ, die er nach UFC 118 bereits an Kenny Florian gerichtet hatte: Nate Marquardt hält dem Druck nicht stand. Keiner der Kämpfer schien darauf aus zu sein, den Kampf zu beenden. Marquardt setzte in der ersten Runde zweimal zu einem Guillotine Choke an, Okami kam aber beide Male ohne größere Probleme raus. Ansonsten ging es hauptsächlich um Octagon-Kontrolle und Aggressivität, durch die Okami schlussendlich den Punktsieg davontragen konnte.

Yushin Okami:
Für Okami steht damit sein erster Titelkampf in der UFC an. Sollten nicht wieder Verletzungen dazwischen kommen, wird er 2011 gegen den Gewinner vom Titelkampf zwischen Anderson Silva und Vitor Belfort antreten - immer vorausgesetzt, dass Silva gewinnt, sonst kann man sich fast sicher sein, dass es einen sofortigen Rückkampf gibt.

Nate Marquardt:
Marquardt befindet sich nun in der Situation, dass er zwei,al um den Platz des Nummer-1-Herausforderers kämpfen durfte und beide Male verloren hat. Es wird wohl einige Zeit dauern, bis ihm die UFC eine weitere Chance gibt. In der Zwischenzeit könnte es zu einem Rückkampf mit Chael Sonnen kommen, wenn dessen Sperre vorzeitig aufgehoben wird. Ein interessanter Kampf wäre sicherlich ein Treffen mit Wanderlei Silva, aber nach dieser Niederlage könnte sich Marquardt als nächstes auch Chris Leben oder Alan Belcher gegenüber sehen.