MMA - CH/AT

Das Ultimatum

„Serious“ Mario Stapel kündigte soeben sein Deutschland-Ultimatum im GnP-Exklusivgespräch an. Der deutsche MMA-Veteran will seine Anhänger wissen lassen, was derzeit in seinem Kopf vorgeht: Nämlich, dass er vorerst nicht mehr auf deutschem Boden kämpfen wird.

„Ich werde nach der Mix Fight Gala 13 vorerst nicht mehr in Deutschland kämpfen“, so Stapel gegenüber GroundandPound. „Jedenfalls nicht solange MMA-Kämpfe nicht mehr im deutschen Fernsehen übertragen werden.“

Für Fans und Zuschauer bedeutet dies, dass sich am 1. September in Frankfurt die vorerst letzte Chance bietet das MMA-Urgestein national live in Action zu sehen.

„Alle Freunde und Fans die mich gewinnen sehen wollen, sollen mich bitte in Frankfurt unterstützen“, so Stapel weiter. „Auch alle Neider, die mich verlieren sehen wollen, sollten lieber zur MFG 13 kommen, denn es wird die letzte Chance sein.“

Diese Meldung ist von Vorteil für Veranstalter Sefer Göktepe, der nun die Sitze der bereits gut gebuchten Halle erweitern kann, doch darum geht es Stapel nicht. Der international erfahrene Kämpfer sieht das Problem derzeit in anderen Dingen.

„Die Größe des Events ist das Problem. So etwas wie Respect.FC oder die Mix Fight Gala geht natürlich in Ordnung, aber trotzdem kommen diese leider nicht ins Fernsehen“, erklärte Stapel. „Das heißt, ich habe auf der einen Seite kaum Geld verdient und auf der anderen Seite kaum Werbung. Würde ich am Wochenende ein Seminar geben, hätte ich fast das Gleiche verdient und würde meine Gesundheit nicht aufs Spiel setzen.“

„Ich habe einfach keine Lust mir immer wieder anzuhören, das es einfach zu viel Geld ist, das ich nehme, obwohl ich genau weiß, dass ich um einiges weniger nehme als andere deutsche Kämpfer“, erklärte Stapel weiter.

„Obwohl ich viel mehr Erfahrung besitze, werde ich bezahlt wie jeder andere. Zudem ist es nicht mal ein Zehntel von dem was ich in den USA bekommen habe. Das ist nunmal Fakt und das ist traurig. Es zeigt mir aber auch, dass es ein sinnloses Unterfangen ist. Also nicht falsch verstehen: Ich freue mich darauf, mich mit Christian Eckerlin im Ring zu messen (GnP berichtete), aber ich finde es auch sehr schade, dass MMA eben nicht im TV gezeigt wird. Zudem habe ich Familie und für die muss ich da sein. Die muss ich natürlich ernähren und durch Training und Kampfvorbereitung bin ich kaum zu Hause.“

Nachdenklich im Gespräch mit GnP: Mario Stapel. (Foto: Elias Stefanescu/GroundandPound)

Ebenfalls sei die Motivation ein großes Problem, legte der Team Serious Fighter-Cheftrainer offen: „Es fällt mir schwer, mich für kleine Events zu motivieren, besonders bei der Gage. Das ist ja so, als würde ich bei McDonalds arbeiten. Das war es, ich kämpfe in Deutschland nicht mehr. Ihr habt es hier gehört. Im Ausland werde ich aber natürlich weiterhin zu sehen sein.“

Mit einem längeren Auslandsaufenthalt oder gar dem Plan, auszuwandern, habe all dies aber nichts zu tun, versicherte Stapel:

„Nein, keine Sorge, ich bleibe vorerst hier. Mein Gym läuft zu gut. Zudem hat Cage Warriors mir ein gutes Angebot für Irland gemacht. Lasst euch überraschen! Dort ist die Gage zwar auch nicht so hoch wie in den USA, aber es läuft in 22 Ländern der Erde live im TV. Das motiviert dann wiederum und so macht es auch Spaß zu kämpfen.“

Wohin die Reise geht, werden wir nach seinem Kampf gegen Christian Eckerlin erfahren, gegen den Stapel am 1. September auf der Mix Fight Gala 13 in Frankfurt treffen wird. GnP-TV wird selbstverständlich vor Ort sein und den 35-Jährigen vor die Kamera einladen, um weitere Informationen ans Tageslicht zu bringen.