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Daniel Dörrer vor Innferno FC 2: „Kämpfe gegen starke Fighter reizen mich!“

Daniel Dörrer ging zuletzt für "Fight Nights" in St. Petersburg an den Start (Foto: Daniel Dörrer)

Der Hauptkampf von Innferno FC 2 lässt auf viel Action hoffen. Kickbox-Star und MMA-Durchstarter Daniel Dörrer (5-3) wird auf den unbesiegten Lokalmatadoren Mario Dengg (4-0) treffen. Dengg trainiert im Kaiser Gym Tirol und konnte seit seinem Profi-Debüt im vergangenen Jahr durchweg überzeugen. Kein Gegner des 28-Jährigen schaffte es bisher über die zweite Runde hinaus. Das will der 31 Jahre alte mehrfache Kickboxweltmeister Dörrer am 14. August ändern. Nach leichten Startschwierigkeiten konnte Dörrer in den letzten zwölf Monaten vier Siege in Folge einfahren, bevor er in seinem letzten Kampf in Russland eine schnelle Niederlage einstecken musste. Dörrer ist WKU- und Shooto-Champion im Halbschwergewicht und geht mit einem gehörigen Erfahrungsvorteil in den Kampf gegen Mario Dengg. Wir sprachen mit dem „Peaceful Warrior“ vor diesem wichtigen Duell.

GNP1.de: Daniel, nach einer tollen Serie wurdest du nach Russland eingeladen, um dort am selben Abend wie Fedor Emelianenko zu kämpfen.
Welche Erfahrungen hast du gemacht und welche Schlüsse ziehst du für die Zukunft?
Daniel Dörrer: Das ist richtig. Nach vier Knockout-Siegen in Folge im MMA durfte ich in Russland in St. Petersburg auf derselben Veranstaltung kämpfen, bei der auch Fedor Emelianenko sein Comeback gab. Das war natürlich eine Mega-Sache und einfach unbeschreiblich. Knapp zehntausend Zuschauer waren vor Ort. Einfach irre! Ich habe schon einmal in Russland gekämpft und es ist einfach jedes Mal genial. Wir haben dort einfach alles und jeden gesehen: Fedor Emelianenko, Nikolai Valuev, Peter Graham u.v.m. St. Petersburg war wunderschön und ein ganz toller Trip.

Zwei deiner Teamkameraden gehen jetzt für die UFC an den Start, was traust du ihnen dort zu?
In einem Wort: Alles! Sowohl Jojo (Danho) als auch Jessin (Ayari) haben das Zeug dazu, ihre Gegner vorzeitig zu schlagen. Die Jungs lieben diesen Sport und tun wirklich alles dafür, den Cage an diesem Abend als Sieger zu verlassen.

Wie sehen deine künftigen Ziele im MMA aus?
Ich hatte und habe nie solche Ziele. Weder im Kick-Thaiboxen, noch im MMA. Ein vielbenutztes Zitat im Kampfsport ist: "Der Weg ist das Ziel." Meister Lao Tse hat das vor langer Zeit gesagt und damit hat er bis heute Recht. Was ich damit sagen möchte, ist Folgendes: Es war niemals mein Plan, im Kickboxen irgendwelche Titel und Gürtel zu gewinnen. Es ist einfach passiert, weil ich genau das mache, was ich am meisten liebe: Ich trainiere und kämpfe. Kämpfen um zu kämpfen. Kämpfen um des Kampfes Willen. Titel sind egal. Das ist alles. Ich habe bis jetzt insgesamt über 170 Kämpfe (Boxen, Kickboxen, Thaiboxen, MMA) absolviert und habe neun WM-Titel gewonnen. Drei WM-Titel davon bei den Profis.

Ich habe national und international im Fernsehen bei großen Sendern wie Sat1, Kabel1, Sport1 und Eurosport gekämpft und es geht noch weiter. Lasst euch überraschen! Das ist viel mehr, als ich mir zu Beginn meiner Kämpferlaufbahn jemals auch nur erträumt hätte. Ich bin unglaublich dankbar für das alles und somit ist alles was ab jetzt kommt nur noch Bonus für mich. Im MMA halte ich aktuell den Deutschen Profititel der WKU im Halbschwergewicht und den Shooto-Titel. Beide Titelkämpfe konnte ich durch K.o. beenden. Kurz gesagt: Ich lebe einfach nur meinen Traum!

Du wirst bei Innferno FC 2 an den Start gehen. Freust du dich darauf, außerhalb von Deutschland zu kämpfen oder spielt der Ort keine Rolle?
Der Ort spielt für mich nie eine Rolle. Da ich ja schon öfters international gekämpft habe ist alles so oder so cool und Österreich ist ja keine Weltreise. Aber natürlich freue ich mich riesig auf diesen Fight - so wie auf alle anderen Kämpfe auch. Innferno ist ein super Event und ich freue mich total dort kämpfen zu können.

Du wirst auf Lokalmatador Mario Dengg treffen. Wird er einen Vorteil haben, aufgrund des Publikums?
Ich weiß nicht, ob es ein Vorteil für Mario sein wird. Ich weiß aber, dass es für mich kein Nachteil sein wird (lacht).

Er ist noch unbesiegt, bedeutet es dir etwas ihm die erste Karriereniederlage zuzuführen?
Über so etwas mache ich mir keine Gedanken. Vielleicht verpasse ich ihm seine erste Niederlage, vielleicht besiegt er mich. Wir sind uns absolut ebenbürtig und im MMA kann, wie wir alle wissen, bis zum Schluss, zur letzten Sekunde, alles passieren. Mir ist es ebenfalls immer jedes Mal egal, ob es um einen Titel oder um einen Blumentopf geht.

Was weißt du über ihn? Wo liegen deiner Meinung nach seine Stärken?
Er ist groß und stark und technisch sehr gut ausgebildet. Ich habe mir natürlich seine Kämpfe auf Video reingezogen. Ich mag es immer sehr, gegen solch starke Kämpfer anzutreten. Ich war noch nie ein Kampfbilanz-Jäger. Gute Kämpfe gegen starke Fighter reizen mich! Nur dadurch bekommst Du den wahren Respekt der Leute, die wirklich Ahnung haben. Nur das zählt.

Warum wirst du diesen Kampf gewinnen?
Weil ich viel erfahrener bin und Mario noch nie solch einen Gegner wie mich vor den Fäusten hatte. Nein im Ernst: Bei diesem Kampf gegen Mario können weder er noch ich irgendwas prophezeien. Wir befinden uns absolut auf Augenhöhe. Es kann diesmal alles passieren. Ich denke jedoch nicht, dass der Kampf über die volle Rundenzeit gehen wird. So rum oder so rum.

Als Kämpfer überdenkt man Kampfverläufe und visualisiert Kampfausgänge. Wie siehst du diese Begegnung enden?
Davon habe ich sogar geträumt, aber das verrate ich hier nicht. Es wird jedoch eine kleine Überraschung geben.

Planst du Ausflüge zurück ins K-1 oder hast du mit dem MMA-Sport deine Passion gefunden?
Im September werde ich in Aachen wieder mal einen K-1-Kampf bestreiten. Im November kämpfe ich nochmals K-1 in Holland. Bevor ich dann wieder über den Winter nach Thailand ins Trainingscamp fliege, steht ein weiterer MMA-Kampf an. Stay tuned!