MMA AT

Cage Fight Series 8: Nandor Guelmino beendet Karriere gegen Ex-UFC-Champion

Die Ettl Bros Cage Fight Series ist zurück (Quelle: Cage Fight Series)

Mehr als vier Jahre sind seit der letzten Ausgabe der österreichischen Cage Fight Series vergangen. Im kommenden Januar feiern die Ettl Bros, die als Veranstalter auftreten, nun ihre lange ersehnte Rückkehr. Blickt man auf das Programm, haben die Trainer der österreichischen MMA-Nationalmannschaft keine Kosten und Mühen gescheut, um ihre Veranstaltungsreihe mit einem Knall wiederaufleben zu lassen. Zu diesem Zweck wird am 20. Januar die gesamte nationale Elite im Grazer Freizeitzentrum Schwarzl versammelt sein. Zu den absoluten Höhepunkten des Abends zählt der Kampf des UFC-Veteranen Nandor Guelmino: Der Lokalmatador will seine Karriere gegen den ehemaligen UFC-Champion Ricco Rodriguez mit einem Sieg beenden.

Wie bei der Cage Fight Series liegt auch der letzte Auftritt von Nandor Guelmino (11-5-1) bereits vier Jahre zurück. Bei UFC 165 musste sich der „Hunne“, wie er von seinen Anhängern genannt wird, dem gefährlichen Standkämpfer Daniel Omielanczuk geschlagen geben. In seinen letzten acht Kämpfen war es zuvor nur Josh Barnett gelungen, Guelmino zu bezwingen. Nach seiner Auszeit vom Käfig will es der 41-Jährige noch einmal wissen und seine Karriere, in deren Verlauf er für die UFC und Strikeforce an den Start ging, mit einem Erfolg krönen. Sein Karriereende bei der Cage Fight Series ist umso passender, blickt man auf die Anfänge seiner Laufbahn zurück: Bei CFS 1 knockte  er in seinem ersten Profikampf Jan Kirschbaum nach nur 33 Sekunden aus. Einen passenderen Abschluss als eine Wiederholung dieser Leistung könnte man sich kaum vorstellen.

Für dieses Unterfangen hat er sich jedoch einen harten Brocken ausgesucht. Ricco Rodriguez (53-25-0 (1)) zählt zu den absoluten Pionieren der gemischten Kampfkünste, feierte sein Profidebüt schon 1999. Seitdem stand „Suave“ sage und schreibe 79 Mal im Käfig, 53 Mal verließ er ihn als Sieger. Vor allem auf der Matte ist der BJJ-Schwarzgurt mit 27 Erfolgen brandgefährlich. Den größten Erfolg seiner Laufbahn feierte er bereits 2002: Nach einer zehn Kämpfe umfassenden Siegesserie bekam er die Chance auf den UFC-Titel im Schwergewicht. Gegen Randy Couture hatte er zu Beginn des Kampfes Probleme, sicherte sich in der fünften Runde jedoch die Top-Position und machte den Sack mit Ground and Pound zu. Dieser Erfolg machte ihn zum achten Weltmeister im Schwergewicht. Seitdem stand der 40-Jährige für nahezu alle namhaften Organisationen im Käfig, darunter Pride, WEC und Bellator. Auch die Cage Fight Series ist für Rodriguez kein Neuland: Bei CFS 7 setzte sich der US-Amerikaner mit puerto-ricanischen Wurzeln gegen Andreas Kraniotakes nach Punkten durch. Für den 20. Januar hat er seinen nächsten Erfolg auf österreichischem Boden im Visier.

Auch der Rest des Programms ist gespickt mit Top-MMA-Kämpfern aus Österreich. Im Co-Hauptkampf des Abends trifft der Lokalmatador Dritan Barjamaj (13-14) auf den Deutschen Markus Grosse (6-10-0 (1)). Der Linzer Barjamaj ist ein exzellenter Standkämpfer, was zehn Siege durch Knockout beweisen. Zudem steht „The Furious“ für reichlich Action: Nur zwei seiner 27 Profikämpfe gingen über die volle Distanz. Nach einem beeindruckenden T.K.o.-Sieg über Kickbox-Star Anderson „Braddock“ Silva Anfang des Jahres 2017 will er 2018 trotz zuletzt drei Submission-Niederlagen genauso einläuten. Dafür muss er an Markus Grosse vorbei. Der Rosenheimer ist wie sein Kontrahent ein Garant für aufregende Gefechte, nie musste er über die volle Distanz gehen. Zwei Submission-Siege in Folge deuten zudem auf ein Rezept gegen den Standkämpfer Barjamaj hin.

Ebenfalls mit von der Partie ist Ivo Cuk (12-8). Der in Hohenems wohnhafte Kroate ist ein bekanntes Gesicht in der europäischen MMA-Szene, stand schon für zahlreiche Organisationen im Käfig. Im Moment läuft es für den 37-Jährigen besser als je zuvor: Acht seiner letzten neun Kämpfe gestaltete er siegreich, allesamt vorzeitig. Diese Serie will er gegen Hans Lackner (4-1) fortsetzen. Der Grazer baute sich als Amateur eine makellose Bilanz von sechs Siegen in ebenso vielen Duellen auf. Auch nach seinem Wechsel ins Profilager läuft es sehr gut für das Schwergewicht: Vier Siege feierte er in Folge, bevor er sich Lukasz Cwikla geschlagen geben musste. Nach einer längeren Pause will er sich gegen Ivo Cuk den größten Sieg seiner Karriere sichern.

Im weiteren Verlauf des Abends bekommen die Zuschauer im Schwarzl Freizeitzentrum ein Gefecht zweier Österreicher mit Beteiligung von Rene Wollinger (10-6-1 (1)) und Pascal Kloser (10-10-0 (3)) geboten. Die beiden Athleten standen sich bereits 2015 gegenüber. Damals endete der Kampf nach einem illegalen Tritt in einem für beide Seiten unbefriedigendem Unentschieden. Der Rückkampf soll nun für klare Verhältnisse sorgen. Die Kampfstile versprechen den Zuschauern ein echtes Spektakel: Von 41 kombinierten Gefechten ging kein einziges über die volle Distanz.

Des Weiteren steht ein Kampf zwischen Markus Cuk (5-6) und Jeton Azemi (3-2) auf der Tagesordnung. Für zusätzliche acht Österreicher werden derzeit noch Gegner gesucht. Näheres erfahrt ihr in Kürze.

Wer am 20. Januar live vor Ort dabei sein will, kann sich hier Karten besorgen. Weitere Informationen zur Veranstaltung bekommt ihr auf www.cage-fight.at.

Anbei findet ihr das bisherige Programm in der Übersicht:

Ettl Bros Cage Fight Series 8
20. Januar 2018
Freizeitzentrum Schwarzl, Graz, Österreich

Nandor Guelmino vs. Ricco Rodriguez
Dritan Barjamaj vs. Markus Grosse
Ivo Cuk vs. Hans Lackner
Jeton Azemi vs. Markus Cuk
Rene Wollinger vs. Pascal Kloser
Florian Aberger vs. TBA
Bogdan Grad vs. TBA
Benjamin Horvath vs. TBA
Christian Draxler vs. TBA
Michelle Rirsch vs. TBA
Valid Abdurachmanov vs. TBA
Mirza Ramic vs. TBA