MMA - CH/AT

Benjamin Nüßle im Interview

Benjamin Nüßle

Die MMA-Karriere des Reutlingers Benjamin Nüßle begann alles andere als optimal. Mit fünf Niederlagen in Serie hat sich der 27 Jahre alte BWL-Student zu Beginn eine schwere Last auf den Buckel gepackt. Dabei kamen diese Niederlagen gegen Leute, wie z.B. BJJ-Europameister Gregor Herb und Shidokan-Weltmeister Thorsten Kronz. Angesichts dieser Namen relativiert sich einiges. Nachdem Benjamin im Jahr 2009 dann erneut Gas gab und bei „Fight Fever“ in Luxemburg seinen ersten Sieg einheimste, startete er 2010 vollends durch. Der Knoten war endgültig geplatzt und es folgten in diesem Jahr drei wichtige Siege im Shooto bei den Amateuren. Die einzige Niederlage 2010 kassierte Benjamin nur im Halbfinale der Shooto Europameisterschaften in diesem Jahr in Amsterdam gegen den späteren holländischen Champion. Ansonsten mussten seine Gegner aus Deutschland, Österreich und Schweden allesamt in der ersten Runde abklopfen.

Nun steht der Reutlinger vor seiner schwersten Aufgabe bisher: Am kommenden Samstag kämpft er bei den German Vale Tudo Open in Reutlingen in seinem Profidebüt gegen den spanischen BJJ-Spezialisten Alfredo Merelo Aguilar. Wir haben zwei Tage vor dem Kampf noch ein paar Worte mit Benjamin gewechselt und wollten wissen, wie er den Kampf am Samstag sieht.

GroundandPound: Hallo Benjamin, es freut mich, dass Du Dir so kurz vor Deinem Kampf noch Zeit für ein Interview mit uns nimmst. Stell Dich unseren Lesern doch ganz kurz vor und schildere uns Deinen Hintergrund im Kampfsport.
Benjamin Nüßle: Hallo, mein Name ist Benjamin Nüßle, ich bin 27 Jahre alt und trainiere in der German Top Team Akademie in Reutlingen. Ich befasse mich seit drei Jahren intensiv mit Kampfsport, vor allem mit MMA. Aufgrund dessen gibt es keinen wirklichen Schwerpunkt in meinem Training. Ich versuche BJJ, Grappling, Kickboxen, MMA und manchmal auch Shidokan-Karate gleichmäßig zu trainieren. Zur Zeit fühle ich mich im Stand-Up und am Boden recht ausgeglichen.

Wenn man Deinen Werdegang verfolgt, dann sieht man, dass Du von der Pike auf bei den Amateuren gelernt hast und nun im Profilager angekommen bist. Wie siehst Du selbst Deine Entwicklung in Hinblick auf Deinen jetzigen Status als Profikämpfer im Shooto?
Na ja, da gab es Höhen und Tiefen, anfänglich mehr Tiefen, doch mittlerweile hat sich auch der eine oder andere Erfolg eingestellt. Mit nunmehr zwölf Amateurkämpfen ist ein großer Vorteil der lockere Umgang mit dem Stress, und natürlich verbessert sich die Technik. Da das Reglement in der C-Klasse sehr eingeschränkt ist, hat man als Kämpfer weniger Angst vor Verletzungen. Ich persönlich sehe mich natürlich immer mit sehr viel Defiziten, aber eine positive Entwicklung ist denke ich vorhanden. (grinst)

Am Wochenende wirst Du bei den German Vale Tudo Open nun gegen den spanischen BJJ-Spezialisten Alfredo Merelo Aguilar aus Valencia kämpfen. Was weißt Du über Deinen Gegner und mit welchen Erwartungen gehst Du in diesen Kampf?

AWie ich hörte soll er ein netter und sympathischer Mensch sein, und ein sehr guter BJJ'ler, der den Braungurt trägt. Das lässt seine Stärken erahnen. Allerdings mehr Scouting-Arbeit habe ich nicht betrieben. Ich möchte den Kampf natürlich gegen einen solch starken und namhaften Gegner gewinnen und ich bin mir sicher, dass es ein harter Kampf wird.

Siehst Du die Tatsache, dass Du als Lokalmatador im Ring stehst, eher als motivierend an oder denkst Du, dass Du durch diese Rolle einem zu großen Druck ausgesetzt bist?
Sowohl als auch. Die Fans des GTT's gelten als die besten Deutschlands (lacht), und es ist mir eine Ehre, vor solch einem Publikum zu kämpfen. Allerdings ist die Nervosität und der Druck zu verlieren auch vorhanden. Es ist eine gesunde Mischung von beidem würde ich sagen.

Wenn wir jetzt die Uhr vor- oder zurückdrehen könnten - was wäre Dir lieber und warum?

Ich möchte keine Zeitreise machen. Die Vorbereitung war hart und ideal, und die Tage, Minuten und Sekunden bis vor und während dem Kampf möchte ich nicht verpassen, genau das macht das Kämpfen ja aus.

Was denkst Du können wir für einen Kampf mit Dir am Samstag erwarten? Hast Du schon einen festen Plan oder eine Taktik, um Aguilar zu besiegen? Wie gehst Du den Kampf an?
Wie man im Schwäbischen so schön sagt: 'S kommt wie'S kommt. Ich möchte flexibel agieren und nicht erst auf meinen Gegner reagieren, und wie es dann verläuft und endet werden wir sehen, ich will auf jeden Fall mein Bestes geben.

Hast Du vielleicht noch ein paar abschließende Worte für unsere Leser?
Tja, wünscht mir viel Erfolg, Glück brauche ich hoffentlich nicht. Ich hoffe ein paar Leser werden den Weg zu dieser Veranstaltung finden und mich anfeuern.