MMA - CH/AT

Azaitars Sieg über Zawada bleibt bestehen

Unabhängiges Punktgericht bestätigt Respect.FC 7-Urteil. (Foto: GroundandPound)

Die Respect.FC 7-Begegnung zwischen dem Kölner Abu Azaitar und dem Düsseldorfer Martin Zawada war ein harter und nicht immer ganz sauber geführter Kampf. Die Punkrichter entschieden mit 29-28 für Azaitar, Zawada legte anschließend Einspruch ein. Ein unabhängiges Gremium hat den Sieg Azaitars nun offiziell bestätigt.

„Respect.FC hat sich entschieden, diesem Protest statt zu geben, um seine Punktrichter und ihren Ruf zu schützen, und ihr Urteil von drei internationalen unabhängigen Punktrichtern überprüfen zu lassen“, so der Wortlaut einer Pressemitteilung der Respect-Offiziellen Ben Helm und Sebastian Tlatlik. Das Gremium bestand aus dem Dänen Carl Otto Knudsen (Mitglied des Board of Directors der IMMAF, des auch von der UFC unterstützten Internationalen MMA-Verbandes), dem Ungarn Balazs Laczko (Präsident des Referee & Punktrichter Komitees der Hungarian Mixed Combat Sport Association) und dem US-amerikanischen MMA-Kämpfer Hayward Charles.

„Wir hatten bekannt gegeben, drei Punktrichter aus den USA, Brasilien und England auszuwählen. Dies war für Brasilien Gabriel De Medeiros Henrique und für England Dave O'Donnell, leider haben wir von diesen noch keine Rückmeldung bekommen bzw. war es ihre Entscheidung, für diesen Fall nicht als unabhängige Punktrichter zu fungieren“, so die Pressemitteilung weiter. „Da wir die Entscheidung nicht länger hinauszögern wollten, haben wir uns an die im europäischen MMA bekannten und geschätzten Veteranen, Referees und Punktrichter Carl Otto Knudsen und Balazs Laczko gewannt.“

„Alle drei Punktrichter haben abermals ein einstimmiges Punkturteil von 29-28 zu Gunsten von Abu Azaitar gewertet und so das Urteil der Respect.FC-Punktrichter bestätigt.“

Zu den von Zawada angemahnten unsauberen Aktionen Azaitars äußerte sich der Ringrichter des Kampfes, Marco Broersen, in der Pressemitteilung wie folgt:

„Dies war ein sehr hitziger Kampf zwischen zwei Kämpfern, die ich sehr mag; mit jeder Menge Emotionen bei den Kämpfern, den Coaches, dem Publikum und auch mir, dem Referee.

Abu hielt seine Finger bei einem Crossface zu nah an den Augen von Martin, dafür habe ich ihn im Kampf und zwischen der ersten und zweiten Runde verwarnt. Eine gelbe Karte habe ich deshalb nicht verteilt, weil die Finger noch immer oberhalb der Augen waren und ich daher keine Absicht zu einer unerlaubten Aktion erkennen konnte!

Martin traf Abu mit einigen Schlägen auf den Hinterkopf. Auch hierfür habe ich keine gelbe Karte verteilt, denn so etwas passiert bei Ground and Pound nun einmal.

Als Abu durch die Seile stieg, habe ich ihn verwarnt: ‚Tu das noch einmal und du erhältst eine gelbe Karte!’ Auch dafür, dass er sich an den Seilen festgehalten hat, habe ich ihn mehrfach verwarnt – ich wollte den Kampf aber auch nicht durch eine gelbe Karte ruinieren. Als er sich nämlich festgehalten hatte, landete er in der Guard. Sollte ich da abbrechen und beide wieder im Stand beginnen lassen?

Fazit: Ich wollte keine gelben Karten verteilen, denn mir gefiel, was ich sah. Es war ein sauberer Kampf, den ich weder für die Kämpfer und deren Ecken noch für das Publikum ruinieren wollte. Vielleicht sollte ich beim nächsten Mal mehr gelbe Karten verteilen, doch auch dann wird es endlose Kommentare von Kämpfern, Trainern und Zuschauern geben, weil ich ihnen einen tollen Kampf versaut habe.“

Laut Helm und Tlatlik ist ein nachträglicher Punktabzug oder gar eine Disqualifikation eines Kämpfers ausgeschlossen, wenn der Referee beide Sportler im Kampf für ihre Aktionen bereits ermahnt hat. Die Veranstalter beziehen sich dabei auf das Regelwerk „aller großen MMA Verbände und Kommissionen“.

„MMA ist und bleibt ein Jury-Sport und ein Referee ist ein fehlbarer Mensch. Trotz allem sind wir überzeugt, mit Marco Broersen als Hauptreferee einen der besten Männer seines Fachs in Europa zu haben. Nicht umsonst ist er der einzige europäische Referee mit einer Referee-Lizenz einer amerikanischen Sportkommission (Kalifornien) und einer Referee-Lizenz der japanischen Shooto-Kommission. In punkto Erfahrung gibt es keinen Europäer, der so viele Kämpfe begleitet hat wie er. Doch im MMA ist es wohl so wie im Fußball: Der Referee bekommt aufgrund seiner Stellung immer mehr Kritik als Lob ab“, folgern die Veranstalter in der Pressemitteilung und schließen mit:

„Wir hoffen, dass wir durch dieses Urteil klargestellt haben, dass wir seriös arbeiten und es bei uns keinerlei Manipulationen oder ähnliches gibt oder geben wird. Wir versuchen in allem Tun dem MMA-Sport im Allgemeinen und den Kämpfern im Besonderen gerecht zu werden und bei Respect.FC eine faire und transparente Kampffläche zu bieten.“