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Andreas Kraniotakes will den GFC-Titel erobern

Andreas "Big Daddy" Kraniotakes (Foto: Elias Stefanescu/Groundandpound.de)

Die zweite Auflage von Gladiators FC begeistert Süddeutschland mit einem vollgepackten Kampfprogramm, das mit MMA- sowie K-1-Duellen glänzt. Die Hauptattraktion ist der Titelkampf zwischen Deutschlands Nummer eins im Schwergewicht, Andreas "Big Daddy" Kraniotakes", und Bruno "Le Commando" Hosier aus Kanada. Kraniotakes stand uns in einem exklusiven Interview Rede und Antwort, nur wenige Wochen vor seinem GFC-Auftritt.

Groundandpound.de: Andreas, in wenigen Tagen triffst du beim zweiten Gladiators FC auf Bruno Hosier. Wie läuft die Vorbereitung?
Andreas Kraniotakes: Die Vorbereitung läuft gut, ich bin bei meinen Planetenfressern und ich fühle mich großartig.

War es für dich schwer, nach so kurzer Zeit wieder aktiv auf der Matte zu stehen? Deine Fans wissen, dass du vor weniger als zwei Wochen im Käfig warst.
Ich bin immer wieder direkt nach dem Kampf auf der Matte. Es ist selten, dass ich länger Pause mache als bis zum Dienstag nach dem Kampf. Insofern war das für mich keine große Sache. Wer mich kennt weiß zudem, dass ich sehr gerne Kämpfe in kurzer Abfolge bestreite.

Deine Leistung gegen Ricco Rodriguez wurde von vielen gelobt. Woran solltest du trotzdem noch arbeiten?
Echt? Hab nicht so viel von dem Lob mitbekommen. Das ist aber auch so eine Sache. Eigentlich will ich das gar nicht hören, denn wenn ich so gut gewesen wäre, dann hätte ja nicht der andere gewonnen (lacht). Arbeiten muss ich prinzipiell an allen Disziplinen. Aber derzeit arbeite ich eben viel an meinem Timing. Ich mache viel Sparring und wettkampfbezogene Drills.

Das Ende deines letzten Kampfes auf deutschem Boden verlief sehr umstritten. Was wirst du tun, damit es zu keiner erneuten (evtl. kontroversen) Punktentscheidung kommt?
Nun ja, ich bin ja generell niemand der darauf abzielt über die Distanz zu gehen. Von meinen 15 Siegen sind alle 15 vorzeitig zustande gekommen. Insofern werde ich eigentlich nicht viel ändern., außer vielleicht meine Erwartungen anpassen. Nur weil ich mit meinem persönlichen Sachverstand davon ausgehe, dass ich einen Kampf oder eine Runde gewonnen habe, kann ich nicht davon ausgehen, dass andere Leute das auch so sehen. Wir haben ein großes Problem, was kompetente Judges angeht. Aber das ist im MMA generell so. Auch in der UFC kommt es immer wieder zu Skandalurteilen. An solchen Dingen merkt man eben, dass unser Sport doch noch sehr jung ist. Ich habe die große Hoffnung, dass es jedoch in absehbarer Zeit immer besser wird.

Kraniotakes mit seinem Team. (Foto: Elias Stefanescu/Groundandpound.de)

Was bedeutet es dir bei GFC zu kämpfen und dann auch noch um den Titel?
Die Gladiators FC hat in ihrem Debüt eine gute Figur gemacht. Es wird einen Live-Stream geben und ich mag und respektiere die Veranstalter sehr. Daher habe ich mich sehr über das Zustandekommen des Kampfes gefreut. Es ist gut für mich, dass ich schnell wieder kämpfe. Diesen Sommer will ich viel arbeiten und dieser Kampf ist ein weiterer Baustein in diesem Plan.

Wie viele Titel hast du schon in deiner Karriere gewonnen – und wo steht der GFC Titel dort?
Ich hatte leider bislang immer Pech, wenn es um Titel ging. Das scheint mir so eine Art Fluch zu sein und diesen zu brechen ist meine Mission. Zunächst werde ich mir den Gürtel der GFC um die Hüften schnallen und dann geht es weiter damit, mir den Gürtel zu holen der rechtmäßig sowieso mir gehören müsste.

Was weißt du über deinen Gegner? Wie schätzt du ihn und seinen Stil ein?
Ich weiß, dass er Kanadier ist und derzeit in Frankreich wohnt. Er soll durch die Fremdenlegion dort hingekommen sein. Das lässt darauf schließen, dass er in mehr als nur der sportlichen Hinsicht ein "harter Hund" sein dürfte. Darauf freue ich mich. Ebenso freue ich mich darauf und darüber, dass er sich vornehmlich auf das Striking konzentriert. So wird der Kampf sicherlich spektakulärer.

Gibt es etwas, dass er besonders gut kann, oder dir Sorgen bereitet?
Ich mache mir nie Sorgen! Ich habe schon gegen so viele und so gute Leute gekämpft und mir ist schon das Schlimmste passiert und das Beste passiert was passieren kann. Es hing dabei niemals von meinem Gegenüber ab, sondern immer nur von mir und der Einstellung mit der ich ihm gegenüber getreten bin. Daher konzentriere ich mich auf mich. Dann wird alles gut.

Was für einen Kampfverlauf erwartest du?
Ich erwarte einen intensiven Kampf. Ich werde einen intensiven Kampf antizipieren und deshalb gibt es kaum eine Wahl für meinen Gegner, als auch einen solchen Kampf zu machen.

Wenn du wählen könntest wie er ausgeht – wie endet der Kampf?
K.O. in Runde eins.

Du wirst wenige Wochen nach GFC wieder die Fäuste schwingen, ist das zusätzlicher Druck?
Nein, es gibt keinen Druck. Im Gegenteil, ich bin im Groove und das hilft mir mich zu fokussieren!

Besteht im Hinterkopf so etwas wie Angst, aufgrund einer möglichen Verletzung – oder schaltest du das bei jedem Kampf ab und isolierst dich davon mental?
Ich habe keine Angst vor Verletzungen. Erfahrungsgemäß verletzt man sich im Training weitaus häufiger als im Kampf. Das Kämpfen ist der einfache Part.

Falls es mit dem Titelgewinn klappt, wohin soll die Reise für dich noch gehen, was können wir 2013 und darüber hinaus noch von dir erwarten?
Da gebe ich kaum Prognosen ab. Alles was ich meinen Fans versprechen kann ist, dass ich weiterhin hart an mir arbeiten werde und die Herausforderungen annehme, die andere ausschlagen. Ich bin hier um zu kämpfen und um heraus zu finden wie weit ich damit kommen kann. Wenn ich das jetzt schon wüsste, dann wäre es ja nicht mehr spannend.

Vielen Dank für das Interview. Die letzten Worte gehören Dir.
Vielen Dank an alle die mich Supporten. Allen voran meine Frau und meine Familie sowie Freunde. Dann natürlich meine Fans, die mir immer wieder die Kraft und Motivation geben bei der Stange zu bleiben. Ausgesprochen danken möchte ich auch Boxhaus, GeVaS, One Man Army und American Supps für ihre Unterstützung. Sie ermöglichen mir den Fighter-Livestyle. Und natürlich danke an das ganze Ground and Pound Team! We are all one. Namaste.