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ACB 52: Arbi Agujev vs. Patrik Kincl endet im No-Contest

Patrik Kincl bearbeitet Arbi Agujev mit Ground and Pound (Foto: Mark Bergmann)

Der erste ACB-Event in Österreich endete mit einer Kontroverse: Tscheche Patrik Kincl stoppte Lokalmatador Arbi Agujev mit Ground and Pound in der zweiten Runde. Der Zeitpunkt des Ringrichter-Abbruchs, nur Sekunden vor der Pause, wurde jedoch heftig diskutiert. Am Morgen darauf wurde Kincls Sieg annulliert, der Kampf zum No-Contest erklärt.

Nach seiner Niederlage im wilden ACB-Titelfight gegen Mittelgewichtschampion Anatoly Tokov im Mai, kehrte der Wiener Lokalmatador Arbi Agujev im Hauptkampf von ACB 52 wieder in seine eigentliche Gewichtsklasse, das Weltergewicht zurück. Das Gewichtmachen schien den 29-Jährigen jedoch einiges an Substanz gekostet zu haben, denn gegen den zähen Tschechen Kincl ging im recht zügig die Luft aus.

Kincl suchte von Beginn an den Clinch, presste Agujev an den Käfig, wo beide Kämpfer um eine dominante Position rangen. Nach einem ausgeglichenen ersten Durchgang rüttelte Agujev Kincl dann in Runde zwei im Stand gehörig durch und finishte den Kampf fast mit einem Armbar, wurde aber schließlich doch gesweept und gemountet. Kincl landete zunächst einige gute Treffer, bis er sich scheinbar müde geschlagen hatte und langsamer wurde. Genau dann - rund 20 Sekunden vor Schluss - schritt plötzlich der Referee ein und brach den Kampf ab.

Die Entscheidung wurde vom Veranstalter Mairbek Khasiev später heftig kritisiert, der ankündigte, künftig nie wieder mit diesem Kampf- und Punktgericht zusammenarbeiten zu wollen. Am Sonntagmorgen wurde Kincls T.K.o.-Sieg schließlich zu einem No-Contest erklärt. Ob es einen Rückkampf geben wird, ist offen.

Hier eine kurzes Video vom Finish:

Spektakuläre Finishes im Rahmenprogramm

Im Co-Hauptkampf stoppte der polnische Hüne Michal Andryszak den früheren M-1-Titelkandidaten Denis Smoldarev, der als einer der besten Schwergewichtler Europas gilt, in der ersten Runde mit einem heftigen Kniestoß zum Kopf.

Besonders interessant: Smoldarev stützte sich dabei mit einer Hand auf dem Boden ab, nach altem Regelwerk der Unified Rules eine Dreipunktstellung und das Knie damit ein Foul, nach neuem Regelwerk jedoch eine erlaubte Aktion. Für Andryszak war es der vierte Sieg in Folge, allesamt erzwang er durch K.o. in der ersten Runde.

Hier ein kurzer Clip vom Finish:

Jeweils 10.000 US-Dollar Leistungsbonus erhielten der österreichische Senkrechtstarter Ismail Naurdiev, für seinen spektakulären Knie-K.o. gegen den Rumänen Andrei Vascina, und der Slowene Matjaz Vicar, der Power-Puncher Khamzat Musaev nach schwieriger Startphase mit einem Armbar bezwang.

ACB 52
21. Januar 2017
Hallman Dome in Wien, Österreich

Arbi Agujev vs. Patrik Kincl endet im No Contest (Original-Ergebnis: Kincl bes. Agujev via T.K.o. in Rd. 2)
Michal Andryszak bes. Denis Smoldarev via K.o. (Knie) in Rd. 1
Luiz Nogueira bes. Shamil Nikaev einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28)
Nikola Dipchikov bes. Alexander Takacs (Knie) via K.o. in Rd. 1
Erhan Kartal bes. Rubenilton Pereira einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28)
Ismail Naurdiev bes. Andrei Vasinca via K.o. (Knie und Schläge) in Rd. 1
Matjaz Vicar bes. Khamzat Musaev via Submission (Armbar) in Rd. 1
Malik Merad bes. Christian Mitrea via T.K.o. (Schläge) in Rd. 1
Dovletdzhan Yagshimuradov bes. Dan Konecke via T.K.o. (Schläge) in Rd. 2
Niko Gjoka bes. Paulo Rodrigo De Sousa einstimmig nach Punkten (30:26, 30:26, 30:26)