Allgemein

Zehn Jahre Gefängnis für Lee Murray

Lee Murray

Der englische MMA-Kämpfer Lee Murray ist gestern in Marokko aufgrund seiner Beteiligung am größten Geldraub in der Geschichte Englands zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Am 21. Februar 2006 raubte eine Diebesbande ein Gelddepot in Kent mit Waffengewalt aus und erbeutete dabei 53 Millionen Pfund (63,5 Millionen Euro). Murray wurde zur Last gelegt, den Raub geplant und organisiert und auch bei der Tat selbst in einer großen Rolle aktiv mitgewirkt zu haben.

Von den 53 Millionen Pfund sind bislang nur 21 Millionen wieder aufgetaucht. Es wird vermutet, dass Murray einen großen Anteil davon versteckt hält. Vier Tage nach dem Überfall floh er nach Marokko, in die Heimat seines Vaters. Wenige Wochen später wurde Murray dort verhaftet, aber nicht nur, da er wegen des Geldraubs in England dringend tatverdächtig war, sondern auch, weil die Polizei ihn mit „harten Drogen“ erwischt hatte.

Wegen seiner marokkanischen Staatsbürgerschaft liefert Marokko den 30-Jährigen nicht an England aus. Im Juni 2009 wurde er sogar aus dem Gefängnis entlassen, aber drei Tage danach auf Bitten der englischen Polizei wieder eingesperrt. Gestern erfolgte nach langer Verhandlung seine Verurteilung durch ein Gericht in Rabat aufgrund der Aussagen anderer Mitglieder der Diebesbande, die ihn beschuldigten, eine der „Schlüsselfiguren“ des Geldraubs gewesen zu sein.

Vor seiner Karriere als Verbrecher bestritt Lee „Lightning“ Murray zwölf Profi-MMA-Kämpfe und erkämpfte dabei eine Bilanz von 8-2-1-1. Er trat unter anderem gegen Anderson Silva, Jorge Rivera und Jose „Pelé“ Landi-Jons an und kämpfte im Januar 2004 sogar einmal in der UFC.