MMA

WSOF verpflichtet Superhelden

Ein Superheld im Käfig? Ben Fodor will nicht nur auf den Straßen von Seattle, sondern auch bei WSOF aufräumen (Foto: seattlepi.com).

Wer in Seattle an der US-Westküste plant, einer alten Dame die Tasche oder einem Familienvater sein Auto zu klauen, sollte sich sein Vorhaben zwei Mal überlegen: Seit einigen Jahren hat sich „Phoenix Jones“ dem Kampf gegen das Verbrechen gewidmet und damit jede Menge Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Jetzt kam heraus: Der vermeintliche Superheld heißt eigentlich Ben Fodor, besitzt neben einem ausgeprägten Moral-Kodex einen sehr ansehnlichen MMA-Kampfrekord und hat vor Kurzem bei der World Series of Fighting unterschrieben.

Anstelle von technologisch zukunftssicheren Autos, übermenschlichen Kletterkünsten oder der Fähigkeit zu Fliegen stellt „Phoenix Jones“ sich lediglich mit kugelsicherer Weste und dosenweise Pfefferspray seinen Widersachern, allein der gute Wille in Kombination mit einem wenig dezenten Outfit haben ihm in den vergangenen Jahren aber massig Berichterstattung in lokalen Medien eingebracht. Während einige Bürger Seattles seine Bemühungen durchaus gutheißen, ist Fodors Ruf bei den  Behörden der Großstadt im US-Bundesstaat Washington nicht ganz so gefestigt: „Mr. Fodor ist kein Held, sondern lediglich ein zutiefst fehlgeleitetes Individuum“, urteilte ein Staatsanwalt kürzlich wenig schmeichelhaft über „Phoenix Jones“ und dessen Doppelleben.

Was auch immer man von Fodors Hobby halten mag, das er nach eigenen Angaben aufnahm, nachdem er selbst und sein Sohn Opfer eines Raubes wurden: Im MMA war der Bruder von Strikeforce- und UFC-Veteran Caros Fodor bisher äußerst erfolgreich. Fünf Siege und ein Unentschieden hat der 26-Jährige im Profi-Zirkus bereits eingefahren, zusätzlich zu einer 15-2-Bilanz als Amateur. Nachdem vor Kurzem ein kleines Feature in ESPNs SportsCenter-Sendung über ihn ausgestrahlt wurde, sind laut Fodor schließlich auch die großen Ligen des Sports auf ihn aufmerksam geworden: „Ich habe buchstäblich Verträge mit jeder (MMA-) Organisation in den Händen, die ich mir vorstellen kann“, tweetete Fodor am Dienstag. Laut MMAJunkie hat Fodor sich schließlich für WSOF (World Series of Fighting) entschieden und soll am 10. April bei WSOF 20 debütieren. Ein Gegner steht noch nicht fest, allerdings wird „Phoenix Jones“ sich ihm dieses Mal ohne kugelsichere Weste und Pfefferspray stellen müssen…