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Wechselbad der Emotionen in Hamburg

Alexandra Buch, Anne Merkt und Jessy Schwarz (v.l.n.r., Fotos: Elias Stefanescu/Groundandpound.de)

Nach einigen etwas chaotischen Wendungen war am Ende dann doch noch alles gut: Durch den kurzfristigen Ausfall von Jannie Smits wurde das eigentlich als 4er-Wettkampf geplante Federgewichts-Turnier der Frauen bei No Compromises 2 am Samstag in Hamburg kurzerhand in ein Kräftemessen der drei übrig gebliebenen Kämpferinnen umfunktioniert, an dessen Ende die Halle Kopf stand.

Was war passiert? Kurz vor dem Start des Turniers wurde bekannt, das Jannie Smits nicht antreten konnte. Da nun aus drei Teilnehmerinnen eine verdiente Turniergewinnerin ermittelt werden musste, stieg Jessy Schwarz (1-4) einfach zweimal in den Ring, wurde nach zwei Punktniederlagen jedoch nicht mit dem Finaleinzug für den respektablen Einsatz belohnt. Stattdessen standen sich im Kampf um den Turniersieg Anne Merkt (1-1) und Alexandra Buch (8-2) gegenüber, das Buch letztlich kurz vor dem ersten Rundengong per Inverted Heel Hook für sich entscheiden konnte und damit als Turniersiegerin feststand.

Trotz des zwischenzeitlichen Chaos entpuppte sich das geschrumpfte Frauen-Turnier als Stimmungskanone in der Halle: Besonders nach dem Kampf Schwarz vs. Buch, den Schwarz mehr oder weniger ohne Verschnaufpause gegen eine frische Gegnerin mit Favoritenstatus ausgefochten hatte, zeigte das Publikum Anerkennung für die tapfere Leistung, die die Niederlage für Jessy Schwarz um einiges erträglicher gemacht hat: „Ich war echt überrascht, wie das Publikum danach reagiert hat und ich möchte mich echt bei allen bedanken; das war ein schönes Gefühl.“ Wenn der eigentlich klischee-geladene Titel „Siegerin der Herzen“ irgendwo zutrifft, dann in diesem Fall.

Nach den Kämpfen gegen Schwarz ging es für Alexandra Buch und Anne Merkt ebenfalls zum zweiten Mal ins Scheinwerferlicht. Nach einer actionreichen Runde stand Buch als Siegerin fest, denn der Heel Hook kurz vor dem Gong saß: „Als ich gehört hab `noch 30 Sekunden´ hab ich mir gedacht `das wird echt knapp - rollst du dich mal rüber und versuchst die andere Seite´. Dann hab ich einfach gezogen und er hat gesessen“, so Buch zur kampfentscheidenden Technik. Die Entscheidung zum Tap fiel Anne Merkt dann auch nicht allzu schwer: „Mein Knie brauch ich noch - ich bin keine Profi-Sportlerin, sondern habe noch einen Job.“ Besonders angesichts der Umstände also eine mehr als respektable Leistung nicht nur von Merkt, sondern aller drei beteiligten Kämpferinnen, die das Frauen-Turnier trotz aller Schwierigkeiten letztendlich doch noch zu einem vollen Erfolg gemacht haben.

Anbei die Interviews mit Jessy Schwarz, Anne Merkt und Alexandra Buch: