MMA

Was ändert sich in der UFC durch den Reebok-Deal?

Es war eine der größten Neuigkeiten des letzten Jahre: Sportbekleidungs-Gigant Reebok hat einen Deal mit der UFC geschlossen und wird ab Juli 2015 offizieller und exklusiver Ausstatter aller bei der Organisation unter Vertrag stehenden Kämpfer. Trotz der Größenordnung dieser Neuerung waren bisher kaum Einzelheiten bekannt, jetzt sind in einem an die Manager der Sportler gerichteten Dokument eine ganze Menge Details ans Licht gekommen. Ein paar wichtige Fragen bleiben dennoch unbeantwortet.

"Der ikonische Look, der durch diese Bekleidungs-Richtlinie kreiert werden wird, wird die Botschaft, die wir als Branchenführer kommunizieren, auf ein neues Level heben", heißt es etwas vage in der von Dana White und Lorenzo Fertitta verfassten Einleitung des Dokuments, dessen Inhalt die amerikanischen Kollegen von Bleacher Report am Mittwoch veröffentlicht haben. "Diese Ausstattung ist für MMA-Training und MMA-Kämpfe konzipiert worden und macht unserem Sport die neueste verfügbare Technologie zugänglich."

Anschließend zeichnet der Info-Brief ein schon recht klares Bild der Logistik hinter dem Deal, der Reebok in sämtlichen Events und TV-Formaten der UFC als exklusiven Sponsoring-Partner positionieren soll. So wurde innerhalb der UFC eine eigene neue Abteilung eingerichtet, die die Abwicklung und Organisation der neuen Richtlinien verantwortet und so beispielsweise ab dem anstehenden UFC Boston-Event Info-Meetings mit den Kämpfern abhalten wird, um die Sportler mit den Änderungen vertraut zu machen.

Und Änderungen wird es einige geben – am offensichtlichsten werden sie während der TV-Übertragungen selbst in Erscheinung treten, denn kurz gefasst ist innerhalb des Octagons außer Reebok keine andere Bekleidungsmarke mehr erlaubt. Bevorzugt bei der Farbwahl der Ausstattung sollen diejenigen Kämpfer werden, die in den offiziellen UFC-Rankings gelistet sind. Kämpft beispielsweise die Nummer 13 der Rangliste gegen jemanden außerhalb der Top 15, darf der gelistete Kämpfer die Farbe seiner Shorts, T-Shirts etc. bestimmen. Bei Kämpfen zwischen zwei gelisteten Sportlern darf der höher eingestufte Kämpfer entscheiden. Den individuellen Stil ihrer Ausstattung sollen die Kämpfer in Zusammenarbeit mit der UFC selbst bestimmen dürfen – was das genau heißt, bleibt bis auf weiteres offen.

Die Bekleidungs-Sets selbst bestehen aus Trainingstasche, Hoodie, T-Shirt und Trainings-Shorts sowie zusätzlich je einem Hoodie, T-Shirt, Cap und Shorts für das Einwiegen, Unterwäsche, Socken und Schuhen sowie Sport-BHs für die weiblichen Kämpferinnen. Die Ausrüstung wird den Sportlern bei Anreise im Kämpfer-Hotel ausgehändigt und ist bei offiziellen Terminen während der Event-Woche, wie zum Beispiel den öffentlichen Trainings, aber auch immer bei Auftritten in UFC-eigenen Shows wie UFC Tonight oder The Ultimate Fighter zu tragen. Für den Kampf selbst wird bei Ankunft in der Arena ein weiteres Set  ausgehändigt, das Shorts, T-Shirt, Hoodie, Cap und Jogginghose beinhaltet. Auch die Betreuer dürfen nur noch in offizieller Reebok-Bekleidung auftreten – bei Weigerung behält die UFC sich finanzielle Strafen oder sogar die Absage des Kampfes vor.

Inwiefern die Kämpfer finanziell vom neuen Deal profitieren werden, ist die eine große Frage dieser Entwicklung, die auch das veröffentlichte Dokument nicht konkret beantwortet. Verlieren sollte man seine Ausrüstung vor dem Kampfabend jedenfalls nicht, in diesem Fall müsste man nämlich selbst für die Erstattung aufkommen. Eigene Sponsoren dürfen von Kämpfern darüber hinaus nicht mehr bei offiziellen Terminen repräsentiert werden, die UFC selbst behält sich allerdings das Recht vor, auf sämtlicher Ausrüstung Logos von speziellen Event-Sponsoren zu platzieren. So sind beispielsweise auch die Octagon-Kopfhörer der Marke Monster weiterhin am Kampfabend erlaubt, die traditionellen Sponsoren-Banner, die bei Bruce Buffers Intro am Käfigzaun ausgerollt werden, gehören dagegen schon bald der Vergangenheit an. Ein Teil der aus dem Deal generierten Einnahmen soll an eine gemeinnützige Organisation gespendet werden, während "der überwiegende Teil" an die Sportler weitergegeben werden soll.

Während einige Fragen damit also geklärt wurden, bleiben andere immer noch völlig offen. Weitere Details werden allerdings voraussichtlich schon recht bald ans Licht der Öffentlichkeit kommen, bevor die neuen Richtlinien am 6. Juli im Rahmen der "International Fight Week" in Las Vegas endgültig in Kraft treten.