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Vorschau auf WEC 47

Nächsten Monat, genauer gesagt am 24. April, schickt sich World Extreme Cagefighting an, mit WEC 48, der ersten PPV-Veranstaltung seit ihrer Gründung 2001, Geschichte zu schreiben. Nicht minder spannend ist jedoch das Programm für WEC 47, der Show, die an diesem Samstag, dem 6. März, in Columbus, Ohio stattfinden wird.

Im Hauptkampf wird Brian Bowles (8-0), der 2009 für die größte WEC-Sensation des Jahres sorgte, erstmals seinen Bantamgewichtstitel verteidigen. Im September knockte er den fast unantastbar erscheinenden Miguel Torres in der ersten Runde aus, um neuer Champion zu werden. Das war der achte vorzeitige Sieg im achten Kampf für Bowles, der aus derselben Talentschmiede in Georgia stammt, wie der frühere UFC Halbschwergewichtschampion Forrest Griffin – dem HardCore Gym.

Sein Herausforderer Dominick Cruz (14-1) ist erst 24 Jahre alt, kämpft aber schon zum zweiten Mal um einen WEC-Titel. Mit einer Kampfbilanz von 9-0 kam Cruz 2007 für einen Federgewichtstitelkampf gegen Urijah Faber in die Organisation, musste aber in einem Guillotine Choke aufgeben. Anschließend wechselte er ins Bantamgewicht, wo er bislang viermal hintereinander nach Punkten gewann und sich somit ein weiteres Duell um die WEC-Krone sicherte.

Bevor es zum Titelkampf zwischen Bowles und Cruz kommt, treffen ihre letzten Gegner aufeinander – der ehemalige Bantamgewichtschampion Miguel Torres (37-2) und der Faber-Schützling Joseph Benavidez (11-1). Vor seinem Titelverlust galt Torres als einer der Gewichtsklassen übergreifend besten Kämpfer der Welt. Gegen den quirligen Ringer Benavidez muss er jetzt ein deutliches Zeichen setzen, dass die Bowles-Niederlage nur ein einmaliger Ausrutscher war, den es in Zukunft wieder gutzumachen gilt.

Jens Pulver (22-12-1), der erste UFC Leichtgewichtschampion der Geschichte, wollte sich Ende 2007 im Federgewicht neu erfinden. Das fing gut an, denn sein WEC-Debüt gewann er in 35 Sekunden durch Aufgabe. Anschließend verlor einen Titelkampf gegen Urijah Faber in einer spannenden 5-Runden-Schlacht – das kann den besten passieren. In seinen nächsten drei Kämpfen ging Pulver sang- und klanglos in der ersten Runde unter. Gut möglich also, dass der Auftritt bei WEC 47 im Falle einer Niederlage sein letzter sein wird. Pulvers Gegner war zuletzt ebenfalls nicht vom Glück verfolgt: Javier Vazquez (13-4) debütierte im vergangenen Jahr bei WEC, verlor aber seine beiden Kämpfe gegen die starken LC Davis und Deividas Taurosevicius durch geteilten Punktrichterentscheid.

Eben jene LC Davis (15-2) und Deividas Taurosevicius (12-3) werden sich an diesem Samstag auch im blauen Käfig von WEC gegenüberstehen. Die beiden kämpften früher in der International Fight League, zu einem direkten Aufeinandertreffen kam es jedoch nie.

Die WEC-Leichtgewichtsklasse wird momentan von vier Männern beherrscht: Ben Henderson, Jamie Varner, Donald Cerrone und Anthony Njokuani. Bald könnte aber ein fünfter Kämpfer hinzukommen, der 23 Jahre alte Karen Darabedyan (9-1). Der Armenier wird von den Grapplinglegenden Gene LeBell und Gokor Chivichyan trainiert und ist ein Schwarzgurt im Judo, Karate und Taekwondo. In seinem WEC-Debüt besiegte Darabedyan den ehemaligen Champion Rob McCullough nach Punkten. Mit Bart Palaszewski (33-13) wartet bei WEC 47 erneut ein schwerer Brocken auf ihn.

In den Vorkämpfen werden diejenigen, die auch die europäische Szene verfolgen, einen alten Bekannten entdecken: Bendy Casimir (19-5-2) aus Frankreich. Das kleine Leichtgewicht verdiente sich den WEC-Vertrag, indem es von seinen letzten 16 Kämpfen stolze 15 gewonnen hat. Das Empfangskomitee bildet der Ringer Ricardo Lamas (7-1).

Außerdem von besonderem Interesse bei WEC 47 sind das Aufeinandertreffen der ehemaligen UFC-Kämpfer Leonard Garcia (13-5) und George Roop (10-6) sowie das Duell der ungeschlagenen Federgewichte Chad Mendes (5-0) und Erik Koch (9-0).