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Vorschau auf UFC 164: Henderson vs. Pettis 2

UFC 164: Henderson vs. Pettis 2

Über zwei Jahre lang hat Anthony Pettis auf diesen Moment gewartet: Schon Anfang 2011 hätte „Showtime“ seine Chance auf den UFC-Gürtel bekommen sollen, aber schieres Pech, eine schlecht getimte Niederlage und Verletzungen kegelten „Showtime“ immer wieder aus diversen Titelkämpfen.

Dieses Mal war es andersherum: TJ Grant, der im BMO Harris Bradley Center von Milwaukee eigentlich auf Henderson treffen sollte, verletzte sich und machte damit den Weg frei für Pettis, der Henderson in einem WEC-Titelkampf Ende 2010 bereits einmal besiegen konnte und sich nun „seinen“ Gürtel zurückholen will. Henderson hat allerdings andere Pläne. In einem Interview mit MMA Fighting kündigte er an, er wolle Anderson Silvas Rekord von zehn aufeinanderfolgenden Titelverteidigungen im Jahr 2016 brechen, und dafür muss er am Wochenende an Pettis vorbei.

Neben dem Leichtgewichtstitelkampf hat UFC 164 aber noch einiges mehr zu bieten: Im Schwergewicht werden Frank Mir und Josh Barnett aufeinandertreffen, außerdem sind u.a. Chad Mendes, Clay Guida, Brandon Vera, Erik Koch und der deutsche „Panzer“, Pascal Krauss, im Octagon zu sehen.

Die Veranstaltung kann innerhalb Deutschlands, wie gewohnt, über ufc.tv (Hauptprogramm und zweiter Teil des Vorprogramms) und via Facebook (erste drei Vorkämpfe) verfolgt werden.

Benson Henderson vs. Anthony Pettis (Foto: ZUFFA LLC)Benson Henderson (c) vs. Anthony Pettis
Am 16. Dezember 2010 trafen im letzten WEC-Kampf vor deren Übernahme in die UFC Anthony „Showtime“ Pettis (16-2) und Benson „Smooth“ Henderson (19-2) aufeinander. Nach viereinhalb knappen Runden lief Pettis plötzlich auf den Käfig zu, Henderson zirkelte zur Seite, bevor „Showtime“ seinem Namen alle Ehre machte, sich mit dem rechten Fuß vom Käfigzaun abstoß und Henderson mit dem gleichen Bein am Kopf traf. Der Champion ging zu Boden und kam wieder auf die Beine, aber die schier unglaubliche Aktion war die Nuance, die die Punktrichter benötigten, um den äußerst engen Kampf an Pettis zu geben. Henderson brauchte lange, um diese eine Minute zu verdauen und pocht seitdem auf einen Rückkampf, genau wie Pettis, der immer noch der Meinung ist, er hätte seit langem an Hendersons Stelle UFC-Champion sein sollen.

Henderson war nach dem Titel-Verlust gegen Pettis am Boden zerstört, begann seine UFC-Karriere ein halbes Jahr später dann aber mit umso größerem Ehrgeiz. Nach dominanten Siegen gegen Mark Bocek, Jim Miller und Clay Guida und weniger als ein Jahr nach seinem UFC-Debüt stand „Smooth“ schließlich bei UFC 144 Frankie Edgar gegenüber. Fünf Runden später konnte er dann ansehnlichen Ersatz für den verlorenen WEC-Gürtel sein Eigen nennen und verteidigte den UFC-Titel seitdem drei Mal. Das Problem des 29-Jährigen: Mit Ausnahme eines dominanten Sieges gegen Nate Diaz waren die anderen Kämpfe haarscharf und wurden von vielen Medien-Vertretern und Fans zu Ungunsten Hendersons gewertet. Der Kampf gegen Pettis ist für ihn also in zweierlei Hinsicht wichtig. Einerseits braucht Henderson einen klaren Sieg, um sich endgültig als Champion zu etablieren, andererseits schwebt die Niederlage gegen Pettis und besonders der „Showtime-Kick“ noch immer über ihm, und nur ein Sieg gegen den Verursacher kann die allgemein präsente Erinnerung daran tilgen.

Pettis hätte als letzter WEC-Champion eigentlich einen direkten Titelkampf in der UFC bekommen sollen, das Unentschieden zwischen Frankie Edgar und Gray Maynard zog allerdings einen weiteren Kampf der beiden nach sich, weshalb Pettis gegen Clay Guida antrat, um nicht inaktiv zu bleiben. Im Nachhinein entpuppte sich diese Entscheidung als Fehler, denn Guida sicherte sich eine Punktentscheidung und schickte Pettis an das hintere Ende der langen Schlange aus potentiellen Herausforderern. Das war im Juni 2011, es sollte also ganze zwei Jahre dauern, bis „Showtime“ zurück an der Spitze steht. Die Zwischenzeit war dafür allerdings äußerst produktiv für Pettis, der nacheinander Jeremy Stephens, Joe Lauzon und Donald Cerrone besiegen konnte, die letzten beiden spektakulär per (T.)K.o. Am Samstag bekommt Pettis nun in seiner Heimatstadt die Chance, auf die er so lange gewartet hat.

Frank Mir vs. Josh Barnett (Foto: ZUFFA LLC)
Frank Mir vs. Josh Barnett
Im Co-Hauptkampf von UFC 164 wird es zum Duell zwischen zwei der besten Bodenkämpfer der Schwergewichtsklasse kommen. Sowohl Frank Mir (16-7) als auch Josh „“ Barnett (32-6) sind ehemalige UFC-Champions, die nach ihrem Titelgewinn allerdings ganz unterschiedliche Pfade einschlugen. Mir musste seine Karriere nach einem schweren Motorradunfall beinahe beenden, gab den Titel ab und kehrte fast zwei Jahre später mit zwei Niederlagen in drei Kämpfen zurück, bevor es wieder aufwärts ging. Nach Siegen gegen Antoni Hardonk, Brock Lesnar und Rodrigo Nogueira bekam er seine zweite Titelchance, die er im Rückkampf gegen Lesnar aber grandios in den Sand setzte – der damalige Champion brachte ihn zu Boden und beendete den Kampf dort mit hartem Groundandpound.

Seitdem läuft es mal mehr, mal weniger gut für Mir. Siegen gegen Cheick Kongo, Mirko CroCop, Roy Nelson und Rodrigo Nogueira stehen recht klare Niederlagen gegen Shane Carwin, Junior dos Santos und zuletzt Daniel Cormier gegenüber. Gegen Barnett braucht Mir also dringend einen Sieg, um in der immer stärker werdenden Schwergewichtsklasse nicht irrelevant zu werden.

Barnett bekam ebenfalls nie die Gelegenheit, seinen Titel zu verteidigen – kurz nach dem Sieg gegen Randy Couture testete er nämlich positiv auf Steroide. Barnett kämpfte in den Folgejahren ausschließlich in Japan und wechselte nach dem Ende von Pride zwischen Organisationen wie Affliction, Dream oder Sengoku, bevor er Mitte 2011 bei Strikeforce unterkam. Dort nahm er am Schwergewichts-Grand-Prix teil und konnte sowohl Brett Rogers als auch Sergei Kharitonov zur Aufgabe zwingen, bevor er im Finale an Daniel Cormier scheiterte. Im Januar rehabilitierte der mittlerweile 35-Jährige sich mit einem Aufgabe-Sieg gegen den Österreicher Nandor Guelmino und unterschrieb nach einigem Zögern schließlich bei der UFC.

Chad Mendes vs. Clay Guida (Foto: ZUFFA LLC)Chad Mendes vs. Clay Guida
Im Federgewicht wird sich am Samstag entscheiden, wer einem Titelkampf ein großes Stück näher kommt. Chad „Money“ Mendes (14-1) hatte bereits seine Chance gegen José Aldo und verlor eine Sekunde der ersten Runde durch Knockout, seitdem hat der Team Alpha Male-Kämpfer allerdings eine eigene K.o.-Serie gestartet: Der früher für Punktentscheidungen bekannte Ringer-Experte brauchte insgesamt etwa dreieinhalb Minuten, um Cody McKenzie, Yaotzin Meza und Darren Elkins auf die Bretter zu schicken. Großen Anteil am durchschlagenden Erfolg des neuen Chad Mendes hat nach eigener Aussage Duane Ludwig. Der Muay Thai-Spezialist und UFC-Veteran hat im vergangenen Jahr die Position des Cheftrainers beim Alpha Male-Team übernommen, und seitdem schlagen seine Schüler ihre Gegner reihenweise K.o.

Die neu entdeckte Schlagkraft wird am Samstag auf die bisher härteste Probe gestellt werden, denn Clay „The Carpenter“ Guida (30-13) hat in seinen 43 professionellen MMA-Kämpfen alles gesehen, wurde in all den Jahren aber noch nicht ein Mal ausgeknockt. Der Greg Jackson-Kämpfer ist bekannt für schier unendliche Ausdauer, erbarmungslosen Druck und einen sehr unorthodoxen Kampfstil. Zumindest war er das vor seinen letzten beiden Kämpfen, in denen Guida ungewöhnlich zurückhaltend, zeitweise sogar ausweichend kämpfte. Welcher Guida gegen Mendes auftaucht, ist unmöglich zu sagen. Angesichts seines rapide sinkenden Ansehens bei den Fans und Mendes Stil sollte er möglicherweise wieder der „Carpenter“ auftauchen, der nacheinander Rafael dos Anjos, Takanori Gomi und Anthony Pettis schlagen konnte.

Ben Rothwell vs. Brandon Vera (Foto: ZUFFA LLC)Brandon Vera vs. Ben Rothwell
„The Truth“ ist zurück im Schwergewicht. Brandon Vera (12-6-0(1)), der in den vergangenen Jahren immer wieder kurz vor der Entlassung aus der UFC stand, wäre tatsächlich nicht mehr in der Organisation, hätte Thiago Silva vor ihrem Kampf nicht verbotene Substanzen eingeworfen. Zu Anfang seiner Karriere hatte Vera beachtlichen Erfolg und kündigte an, gleichzeitig Champion im Schwer- und Halbschwergewicht zu werden. Nach Niederlagen gegen Silva, Randy Couture und Jon Jones stand Vera im Oktober 2011 stattdessen mit dem Rücken zur Wand. Seinen Kampf gegen Elliot Marshall gewann er nur äußerst knapp nach Punkten und verließ den Käfig mit einem gebrochenen Arm.

Trotzdem nimmt das Schicksal manchmal unvorhergesehene Wendungen, und so stand Vera neun Monate später nach mehreren Verletzungen und Kampfverschiebungen schließlich im Hauptkampf der vierten UFC on Fox-Veranstaltung. Gegen Mauricio „Shogun“ Rua legte  er einen der besten Kämpfe des Jahres hin und sicherte sich damit, obwohl er in Runde vier durch K.o. verlor, seinen Job im Octagon. Über ein Jahr später kehrt er dorthin zurück und wird im Schwergewicht auf Ben „Big Ben“ Rothwell (32-9) treffen.

Rothwell weiß selbst, wie sich die Hochs und Tiefs dieses Sports anfühlen. Seit seinem UFC-Debüt im Oktober 2009 wechselten sich bei ihm Sieg und Niederlage ab. Nachdem er immer wieder starke Konditionsprobleme bekam, stellte er Ende 2011 sein Training um und brachte sich in die Form seines Lebens, in der er bei UFC 145 Brendan Schaub nach nur 70 Sekunden K.o. schlug. Der Sieg hätte ein Neuanfang sein können, allerdings musste „Big Ben“ seinen nächsten Kampf verletzungsbedingt absagen und ging schließlich im Januar dieses Jahres gegen Gabriel Gonzaga sang- und klanglos unter, bevor er in Runde zwei in einem Guillotine Choke abklopfen musste.

Erik Koch vs. Dustin Poirier (Foto: ZUFFA LLC)Erik Koch vs. Dustin Poirier
Zur Eröffnung des Hauptprogramms treffen Erik „New Breed“ Koch (13-2) und Dustin „The Diamond“ Poirier (13-3) aufeinander. Beide sind hochkarätige Kämpfer, die jeweils kurz vor einem Titelkampf standen, dann allerdings Niederlagen einstecken mussten. Koch debütierte bei UFC 128 mit einem beeindruckenden Erstrunden-K.o. gegen Raphael Assuncao im Octagon und schlug einige Monate später Jonathan Brookins. Danach hätte er eigentlich gegen José Aldo um den Titel kämpfen sollen, verletzte sich jedoch und konnte erst im Januar dieses Jahres wieder in den Käfig zurückkehren.

Nach beinahe eineinhalbjähriger Pause entpuppte sich Ricardo Lamas als zu X für den Comeback-Kampf, Koch verlor in Runde eins durch T.K.o. Zwei Wochen später stand Dustin Poirier im Co-Hauptkampf von UFC on Fuel TV 7 in London Cub Swanson gegenüber. Nach drei unterhaltsamen Runden musste der X-Jährige eine einstimmige Punktentscheidung und damit den zweiten seiner letzten drei Kämpfe abgeben, nachdem er im Mai 2012 in einem Kandidaten für den Kampf des Jahres gegen den „Korean Zombie“, Chan Sung-Jung, verlor.

Trotz der Rückschläge sind beide immer noch zwei der hochkarätigsten Federgewichtler des Kaders, die mit einem beeindruckenden Sieg schnell wieder zurück an die Spitze kommen könnten. Abgesehen davon sollte es, unabhängig von allen Rankings, ein toller Kampf werden, das Einschalten dürfte sich also lohnen.

Pascal Krauss vs. Hyun Gyu Lim (Foto: ZUFFA LLC)Pascal Krauss vs. Hyun Gyu Lim
Mit Spannung erwartet wird hierzulande der nächste Kampf des Breisachers Pascal Krauss (11-1) gegen den Koreaner Hyun Gyu Lim (11-3-1).

Lim absolviert dabei seinen zweiten UFC-Kampf. Der 28-Jährige gab im März sein UFC-Debüt gegen den Grappler Marcelo Guimaraes und besiegte den Brasilianer durch T.K.o. Ende der zweiten Runde. Allerdings profitierte Lim dabei von permanenten Takedown-Versuchen seines Gegners, der quasi in den T.K.o. hinein lief. Mit 1,90 m gehört Lim nicht nur zu den größten Kämpfern seiner Gewichtsklasse sondern verfügt zudem auch noch über sehr lange Arme, durch die er Krauss auf Distanz halten kann. Problematisch wird es bei "The Ace" eher in der Defensive. Lim wirkte gegen Guimaraes doch etwas behäbig auf den Beinen und dürfte für einen Boxer wie Krauss ein leichtes Ziel sein. Nichtsdestotrotz muss sich Krauss vor den harten Schlägen und Kniestößen des Koreaners in Acht nehmen.

Bereits bei seinem letztem UFC-Auftritt gegen Mike Stumpf bei UFC On Fox 6 im Januar bewies Pascal Krauss den Wert eines Camps wie Roufussport. Durch spektakuläre Aktionen und eine dominante Vorstellung sicherte sich der Deutsche einen ungefährdeten Punktsieg über Stumpf. Mit einem weiteren kompletten Trainingscamp sowie dem Heimvorteil als Roufussport-Kämpfer im Rücken darf man von Krauss eine weitere Steigerung seiner Fähigkeiten erwarten. Der 26-jährige frühere Boxer dürfte seinem Gegner im Stand überlegen sein und sollte, wenn alles nach Plan verläuft, mit schnellen Kombinationen punkten können. Die große Unbekannte in diesem Kampf ist Lims Bodenkampf. Der Koreaner konnte zwar schon zwei Siege über Submission einfahren, dürfte Krauss in dieser Hinsicht jedoch nicht gefährlich werden. Sollte Krauss im Training mit Ben Askren und Anthony Pettis gut genug aufgepasst und sich einiges abgeschaut haben, sollte dem dritten UFC-Erfolg im vierten Kampf wenig im Weg stehen.

Gleison Tibau vs. Jamie Varner
Bevor das Hauptprogramm beginnt, messen sich zwei der erfahrensten Leichtgewichte der UFC in Gleison Tibau (27-9) und Jamie Varner (21-7-1) miteinander. Tibau ist einer der versiertesten Kämpfer im Leichtgewicht und weist so gut wie keine eklatanten Schwächen auf. Der Brasilianer kann mit solidem Ringen, BJJ und Striking punkten und ist immer ein unangenehmer Gegner. Für Tibau ist es dabei ein Jubiläum. Der 30-Jährige bestreitet bei UFC 164 bereits seinen 20. Kampf für die UFC und setzt dabei eine neue Alters-Bestmarke. Für die absolute Spitze wird es bei beim bulligen Brasilianer wahrscheinlich nicht mehr reichen, ein Härtetest in einer unglaublich tiefen Gewichtsklasse wird er jedoch auf Weiteres bleiben.

Wer hätte gedacht, dass Jamie Varner noch einmal ein relevantes Leichtgewicht wird. Nach vier WEC-Kämpfen ohne Sieg, einem angekündigten Rücktritt und einer Niederlage gegen den Pornodarsteller Dakota Cochrane glaubten wahrscheinlich nur die wenigsten an eine erfolgreiche Fortsetzung seiner Karriere. Doch Varner strafte seine Kritiker Lügen, sicherte sich mit zwei vorzeitigen Siegen sein UFC-Ticket und brachte in der Rückkehr an die alte Wirkungsstätte erst einmal die Hype-Maschinerie um Edson Barboza durch Erstrunden-T.K.o. Stillstand. Nach einer Niederlage in einem Fight Of The Night gegen Joe Lauzon sicherte sich der starke Boxer gegen Melvin Guillard eine geteilte Punktentscheidung bei UFC 155 und hofft gegen Tibau auf die erste Siegesserie seiner UFC-Karriere.

Louis Gaudinot vs. Tim Elliott
Louis Gaudinot (6-2) kam über die 14. Staffel von The Ultimate Fighter in die UFC und bestritt zuvor alle Kämpfe für die in New Jersey beheimatete Veranstaltungsreihe Ring Of Combat, bei der er sich den Fliegengewichtstitel sichern konnte. Nachdem er während der Staffel Dustin Pague durch Submission unterlag folgte im ersten echten UFC-Kampf gegen den weitaus größeren Johnny Bedford eine T.K.o.-Niederlage und daraufhin der Wechsel zurück ins Fliegengewicht. Hier empfing Gaudinot schließlich den Brasilianer John Lineker, den er im Mai letzten Jahres zur Aufgabe brachte. Seitdem stand Gaudinot nicht mehr im Käfig.

Auch Tim Elliott (9-3-1) steht am Samstag zum ersten Mal in diesem Jahr im Käfig. Der 26-Jährige bestreitet seit vier Jahren Profi-Kämpfe im MMA und durfte gegen Jens Pulver im ersten Hauptkampf der heutigen UFC-Kaderschmiede Resurrection Fighting Alliance antreten. Nach zwei Erfolgen bei RFA gab der Rechtsausleger schließlich bei UFC On Fox 3 sein UFC-Debüt gegen John Dodson, welchem er nach Punkten unterlag. Der unkonventionelle Standkämpfer konnte anschließend mit einem Punktsieg über Jared Papazian im Dezember seine UFC-Bilanz ausgleichen.

Chico Camus vs. Kyung Ho Kang
Chico Camus (12-4) kann bisher auf zwei UFC-Kämpfer zurück blicken. Der 28-Jährige begann seine MMA-Karriere mit zehn Kämpfen in seinem Heimatstaat Wisconsin, bevor er sich über den Veranstalter LFC (nicht zu verwechseln mit LegacyFC) für die UFC empfehlen konnte. Der Roufussport-Kämpfer gab bei UFC 150 sein Debüt und besiegte Dustin Pague nach Punkten. Bei seinem zweiten Einsatz bei UFC 156 musste sich Camus dann dem Hawaiianer Dustin Kimura nach Punkten geschlagen geben, was seine Serie von vier Kämpfen ohne Niederlage beendete.

Camus Gegner Kyung Ho Kang (11-6) bestreitet bei UFC 164 seinen zweiten UFC-Kampf, seine Bilanz lautet jedoch weiterhin 0 Siege, 0 Niederlagen. Der Koreaner traf in seinem UFC-Debüt im März auf Alex Caceres und konnte den Kampf mit Takedowns und Kontrolle bestimmen. Die Punktrichter sahen das jedoch anders und sprachen Alex Caceres den Sieg zu. Glück im Unglück für Kang, dass Caceres postwendend durch den Drogentest fiel und die Wertung damit annulliert wurde. "Typhoon", so Kangs Spitzname konnte acht seiner elf Siege über Submission erreichen.

Facebook-Vorkämpfe
Den Kampfabend eröffnen drei Facebook-Vorkämpfe. Im Schwergewicht stehen sich UFC-Rückkehrer Soa Palalei (18-3) und UFC-Debütant Nikita Krylov (15-2) gegenüber. Sechs Jahre ist es her, seit man Palalei im Octagon sah. Bei UFC 79 traf der Australier auf Eddie Sanchez und unterlag durch T.K.o. Seitdem musste sich der 35-Jährige in elf Kämpfen nur Daniel Cormier geschlagen geben und bezwang dabei die ehemaligen UFC-Kämpfer Brad Morris und Sean McCorkle. Palalei ist ein massiges Schwergewicht mit sehr harten Händen und dürfte ein großer Prüfstein für Krylov werden.

"Al Capone" Nikita Krylov kommt mit der Erfahrung aus 17 MMA- und einer Vielzahl an Karate-Kämpfen in den Käfig. Der Ukrainer löst am Samstag Max Holloway als jüngsten Kämpfer im UFC-Kader ab und trat bisher ausschließlich in der ehemaligen Sowjetunion in den Ring. Das UFC-Ticket löste Krylov mit einem Sieg über den Nürnberger Gabriel Tampu bei der M-1 Challenge 38 im April. Genau wie Palalei musste auch Krylov sein Schicksal noch nie in die Hände der Punktrichter legen, sondern beendete alle seine Kämpfe in der ersten Runde.

Während die Leichtgewichte am oberen Ende des Hauptprogramms den Titel auskämpfen, kommt es im zweiten Kampf des Abends schon zum Kampf ums UFC-Überleben zwischen Al Iaquinta (5-2-1) und Ryan Couture (6-2). Iaquinta kam über die The Ultimate Fighter 15-Staffel in die UFC. In dieser sicherte sich der 26-Jährige mit Siegen über Jon Tuck, Andy Ogle, Myles Jury und Vinc Pichel die Teilnahme im Finale gegen Michael Chiesa, das Iaquinta in der ersten Runde verlor. Seitdem ist es ruhig geworden um den Teamkollegen von Chris Weidman. Iaquinta hätte ursprünglich bei UFC 159 gegen Joe Proctor antreten sollen, verletzte sich aber ebenso wie sein Gegenüber im Vorfeld der Begegnung und ersetzt nun gegen Ryan Couture den verletzten Quinn Mulhern.

Nein, Ryan Couture hat es nicht leicht in der UFC. Der Sohn des UFC-Hall Of Famers Randy Couture sicherte sich mit einem umstrittenen Erfolg über KJ Noons den Verbleib bei ZUFFA, durfte sich in seinem UFC-Debüt dann aber mit Ross Pearson messen. Der Brite zeigte Couture im April deutlich die Grenzen zwischen Strikeforce und der UFC auf und sicherte sich einen T.K.o.-Sieg in der zweiten Runde.

Im ersten Kampf des Abends treffen die Mittelgewichte Jared Hamman (13-5) und Magnus Cedenblad (10-4) aufeinander. Hamman kämpft seit 2009 in der UFC. Der mittlerweile 31-Jährige trat zuerst im Halbschwergewicht an, unterlag dabei jedoch Alexander Gustafsson und Kyle Kingsbury bei einem Sieg über Rodney Wallace. Die Kämpfe gegen die beiden Letztgenannten brachten ihm dabei zwei Fight Of The Night-Boni ein. Seit seinem Wechsel ins Mittelgewicht sieht es für den Amerikaner nicht wirklich besser aus. Nachdem er in seinem Debüt in der neuen Gewichtsklasse CB Dollaway T.K.o. schlagen konnte, musste er zuletzt gegen Costa Philippou und Michael Kuiper vorzeitige Niederlagen einstecken und hat nun drei seiner letzten vier Kämpfe verloren.

Ihm gegenüber steht mit Magnus Cedenblad ein relativ unbeschriebenes UFC-Blatt. Der Schwede vom Allstars Training Center bestreitet am Samstag seinen zweiten UFC-Kampf und unterlag vor über einem Jahr in seinem Debüt Francis Carmont durch Rear-Naked Choke. Gegen Hamman soll nun der erste Sieg folgen, wenn Cedenblad Hammans harten Fäusten entgehen kann.

Anbei das gesamte Programm von UFC 164 im Überblick: 

UFC 164: Henderson vs. Pettis 2
Samstag, 31. August 2013
BMO Bradley Center, Milwaukee, Wisconsin, USA

Leichtgewichtstitelkampf (ufc.tv)
Benson Henderson (c) vs. Anthony Pettis

Hauptprogramm (ufc.tv)
Frank Mir vs. Josh Barnett
Chad Mendes vs. Clay Guida
Brandon Vera vs. Ben Rothwell
Erik Koch vs. Dustin Poirier

Vorprogramm (ufc.tv)
Jamie Varner vs. Gleison Tibau
Louis Gaudinot vs. Tim Elliott
Pascal Krauss vs. Hyun Gyu Lim
Chico Camus vs. Kyung Ho Kang

Vorprogramm (Facebook)
Soa Palelei vs. Nikita Krylov
Ryan Couture vs. Al Iaquinta
Jared Hamman vs. Magnus Cedenblad