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Velasquez vs. dos Santos III in Houston

Zum dritten und vermutlich nicht zum letzten Mal werden Cain Velasquez und Junior dos Santos bei UFC 166 aufeinandertreffen.

Aller guten Dinge sind drei, sagt man hierzulande gerne. Bezogen auf die Rivalität zwischen Cain Velasquez und Junior dos Santos passt dieses Sprichwort buchstäblich wie die Faust auf’s Auge.

Doch nicht nur der lang erwartete dritte Titelkampf wird am kommenden Wochenende im Fokus stehen. Ebenfalls in Houston werden Daniel Cormier und Roy Nelson aufeinandertreffen, nachdem mit Gilbert Melendez, Diego Sanchez, John Dodson u.a. weitere Top-Kämpfer in den Käfig gestiegen sind.

Der Event kann in Deutschland, wie gewohnt, auf ufc.tv (Hauptprogramm und zweiter Teil des Vorprogramms) und über die offizielle Facebook-Präsenz der UFC (erste vier Vorkämpfe) kostenlos verfolgt werden.


Cain Velasquez (c) vs. Junior dos Santos
Im Hauptkampf von UFC 166 werden Schwergewichtschampion Cain Velasquez (12-1) und Herausforderer Junior „Cigano“ dos Santos (16-2) zum dritten Mal aufeinandertreffen.

Ist Velasquez das aktuell beste Schwergewicht der Welt…
Zwei Jahre ist es her, dass Cain Velasquez, bis dahin scheinbar unschlagbar, nach nur 64 Sekunden Kampfzeit von Junior dos Santos mit einer krachenden Rechten auf die Bretter geschickt wurde. An jenem Abend in Anaheim, Kalifornien, sollte Velasquez den Titel ein Jahr, nachdem er ihn im selben Gebäude dem damaligen Champion Brock Lesnar abgenommen hatte, zum ersten Mal verteidigen. Die allgemeine Verwirrung nach dem Schock-K.o. war nicht zu ignorieren, immerhin hatte Velasquez zuvor mit dominanten Siegen gegen Cheick Kongo, Ben Rothwell und Rodrigo Nogueira bereits wie der Superstar ausgesehen, der er schließlich auch werden sollte. Eine Mischung aus offenbar unendlicher Ausdauer, überlegenem Ringen, einem schier unerschöpflichen Siegeswillen und ständigem Fortschritt in allen Bereichen haben über die Jahre einen elitären Kämpfer geformt, der das unbestreitbare Potential hat, einer der dominantesten Champions in der Geschichte der UFC-Schwergewichtsklasse zu werden.

…oder doch dos Santos?
Ein anderer Kämpfer, der langfristig dieses Ziel vor Augen hat, ist Junior dos Santos. Der 29-Jährige Brasilianer steht vor der gleichen Aufgabe wie vor zehn Monaten sein Gegner – er will „seinen“ Gürtel zurück. Wie Velasquez ist auch dos Santos seit Jahren scheinbar unaufhaltsam durch die Rangliste der Schwergewichtsklasse nach oben marschiert. Siege gegen Fabricio Werdum, Mirko „CroCop“, Roy Nelson, Shane Carwin u.a. brachten ihm den ersten Titelkampf gegen Velasquez ein. Nachdem er den Titel im vergangenen Dezember bei UFC 155 an den Mann verlor, dem er ihn abgenommen hatte, begründete dos Santos die Niederlage mit persönlichen Problemec, u.a. der Trennung von seiner Frau und zu hartem Training. Nachdem er diese negativen Einflüsse beseitigt hatte, ging „Cigano“ entschlossen zurück an’s Werk und bezwang bei UFC 160 Mark Hunt als erster Kämpfer in der UFC durch K.o., indem er ihn in der dritten Runde per Wheel Kick auf die Bretter schickte. Mit diesem Sieg und Velasquezs erfolgreicher Titelverteidigung gegen Antonio „Bigfoot“ Silva kristallisierte sich erneut heraus, dass die beiden Rivalen zurzeit die besten Schwergewichte der Welt sind.

Fakt ist, dass beide Kämpfer das Zeug dazu haben, den jeweils anderen zu besiegen. Der überzeugendere Sieg gelang Velasquez, der dos Santos fünf Runden lang nach Strich und Faden dominieren konnte, während dos Santos im ersten Aufeinandertreffen bewiesen hat, dass er die Schlagkraft besitzt, um den Kampf von einer Sekunde auf die andere zu beenden. Der allgemeinen Ansicht nach wird der dritte und entscheidende Kampf erneut auf eine der beiden Arten ausgehen. Ob das tatsächlich so sein wird oder ob uns eine erneute Überraschung erwartet, werden wir in der Nacht von Samstag auf Sonntag erfahren…


Daniel Cormier vs. Roy Nelson
Im Co-Hauptkampf des Abends werden Daniel “DC” Cormier (12-0) und Roy “Big Country” Nelson (19-8) aufeinandertreffen.

Wie sieht Cormiers Zukunft aus?
Für Daniel Cormier ist der kommende Samstag der wichtigste Tag seiner bisherigen Karriere. Das trifft zwar eigentlich jedes Mal auf den nächsten Kampf zu, aber die Leistung gegen Roy Nelson könnte die Weichen für Cormiers unmittelbare Zukunft in die eine oder die andere Richtung stellen. 

Schon vor seinem UFC-Debüt ging das Gerücht um, Cormier könnte ins Halbschwergewicht abkochen. Mit Cain Velasquez war schließlich ein enger Freund und Trainingspartner Champion, gegeneinander kämpfen wollten beide nicht und wenn die Fettpolster um seine Hüften verschwänden, könnte Cormier doch bestimmt auch problemlos 93 Kilo auf die Waage bringen. Wie allgemein üblich bei Entscheidungen zu Gewichtsklassenwechseln, wollte Cormier sich lange nicht festlegen, wich Fragen dazu aus und ließ sich Zeit mit seiner Entscheidung, die jetzt allerdings gefällt ist: Für „DC“ wird der Kampf gegen Nelson der letzte Auftritt in der Königsklasse sein, ab Montag heißt das neue Ziel des Olympia-Ringers ‚Jon Jones’.

Dazu muss allerdings ein überzeugender Sieg gegen Nelson her. Gegen Frank Mir hat er im vergangenen April zwar dominant gewonnen, gleichzeitig aber nicht so überzeugt, wie man es von ihm erwartet hätte. Das ihm während des hauptsächlich am Zaun geführten Kampfes die Puste ausging, kann man auf die berühmt-berüchtigten „UFC-Jitter“ schieben, allerdings nur genau ein Mal. An diesem Samstag muss Cormier eine beeindruckende Leistung abliefern, um zu beweisen, dass er tatsächlich eines der besten Schwergewichte der Welt ist.
Ringer-Fähigkeiten, die ihn bis zu den Olympischen Spielen gebracht haben und die für Ringer beinahe schon typischen harten Fäuste haben Cormier innerhalb weniger Jahre vom unbekannten Neuling zum populären Elite-Kämpfer gemacht. Auf dem Papier sollte ihm ein Sieg gegen „Big Country“ also problemlos gelingen, gerade diese Erwartungshaltung gegen einen gefährlichen Gegner wie Nelson lädt aber noch einmal eine Extra-Schippe Erfolgsdruck auf Cormiers Schultern. Was für ein Resultat all diese Einflüsse hervorrufen werden, ob Cormier in näherer Zukunft um den Halbschwergewichtstitel kämpfen wird oder sich nach einer Niederlage in der neuen Gewichtsklasse erst einmal wieder hocharbeiten muss, werden wir in der Nacht von Samstag auf Sonntag erfahren…

Bleibt Nelson ein Top-Kämpfer?
Roy Nelson hat ein Kinn aus Granit, eine hammerharte Rechte und einen Schwarzgurt im BJJ, trotzdem sehen seine Kämpfe fast immer ähnlich aus. Entweder, Nelson landet – meist recht früh im Kampf – eine saubere Bombe und beendet den Kampf, oder er wird drei Runden lang in allen Bereichen dominiert.

Die meisten seiner UFC-Kämpfe endeten auf erstere Art, sobald Nelson allerdings auf die Elite der Gewichtsklasse stieß, wurde er regelmäßig vorgeführt – gegen Junior dos Santos, Fabricio Werdum und zuletzt Stipe Miocic sah Nelson je drei Runden lang kein Land und wurde in den Ranglisten deutlich zurückgeworfen. Besonders der Kampf gegen Miocic stellt eine herbe Enttäuschung dar, da Nelson den Kampf kurzfristig angenommen hatte, um seinen damaligen Vertrag zu erfüllen und nach einem Sieg bessere Konditionen aushandeln zu können. Der Schuss ist gehörig nach hinten losgegangen für Nelson, der gegen Miocic wie ein Amateur aussah und sich damit trotz drei Siegen in seinen letzten vier Kämpfen in eine missliche Lage manövriert hat.

Der Kampf am Samstag ist für ihn damit ein wichtiger Meilenstein seiner Karriere. Gewinnt Nelson, straft er seine Kritiker ein weiteres Mal lügen und wird sich wohl bis auf weiteres an der Spitze halten können. Falls er allerdings verlieren sollte, wäre das ein mittelschweres Desaster. Zwei verlorene Kämpfe und Meinungsverschiedenheiten mit der UFC sind nie eine gute Kombination. Und obwohl der bei den Fans ziemlich beliebte „Big Country“ nach einer Niederlage wohl nicht entlassen werden würde, könnte er sich seine Titelträume für längere Zeit abschminken.


Gilbert Melendez vs. Diego Sanchez
Im Leichtgewicht werden Gilbert „El Nino“ Melendez (21-3) und Diego „The Dream“ Sanchez (24-5) aufeinandertreffen.

Hat Melendez das Zeug, um noch einmal um den Titel zu kämpfen?
In den Augen einiger Fans ist Gilbert Melendez der ungekrönte Champion der Leichtgewichtsklasse. Nach einer illustren Karriere bei Strikeforce, deren Leichtgewichtsgürtel er über Jahre halten konnte und auf dem Weg Top-Kämpfer wie Shinya Aoki, Jorge Masvidal und Josh Thomson (2x) besiegte, war „El Nino“ einer der am sehnlichsten erwarteten Kämpfer, den eine Menge Fans unbedingt in der UFC sehen wollten. Als er nach der Strikeforce-Schließung den direkten Titelkampf in der UFC bekam und gegen Ben Henderson einen hochspannenden und extrem knappen Kampf ablieferte, ging ein nicht unerheblicher Teil der Zuschauer davon aus, dass er während der fünf Runden genug getan hatte, um Henderson den Titel abzuknöpfen. Die Punktrichter waren allerdings anderer Meinung und lösten damit einen wochenlangen Disput aus, wer denn nun der wahre Champion sei. Fakt ist, dass Melendez den Kampf offiziell verloren hat und sich nun wieder zurück an die Spitze kämpfen muss; wer auch immer dann den Gürtel halten wird. Der erste Stein in seinem Weg heißt am Wochenende Diego Sanchez, und im Falle eines Sieges könnte „El Nino“ sich unmittelbar wieder in Reichweite einer zweiten Titelchance befinden.

Ist Sanchezs beste Zeit vorbei?
Diego Sanchez ist einer der populärsten Kämpfer der UFC. Als Sieger der ersten „Ultimate Fighter“-Staffel ging er bereits im April 2005 in die Geschichte der UFC ein und hat die Fans seitdem mit spektakulären Kämpfen und merkwürdigen Allüren bei Laune gehalten oder die Stirn runzeln lassen. Zuletzt hat „The Dream“ meistens letztere Reaktion hervorgerufen - nach einer einseitigen Niederlage im Titelkampf mit BJ Penn Ende 2009 wechselte Sanchez hoch ins Weltergewicht, wo er prompt gegen John Hathaway verlor. Es folgten ein überzeugender Kampf gegen Paulo Thiago und ein kontroverser Punktsieg gegen Martin Kampmann, bevor Sanchez von Jake Ellenberger geschlagen wurde und sich im März dieses Jahres einen weiteren kontroversen Sieg gegen Takanori Gomi sicherte. Mit dem Mix aus spannenden Kämpfen, Gewichtsproblemen, längeren Auszeiten, fragwürdigen Punktentscheidungen und Gewichtsklassenwechseln manövrierte Sanchez sich in ein kaum definierbares Niemansland. In keiner Gewichtsklasse zuhause, in keiner Top Ten-Statistik gelistet und trotzdem allseits bekannt und in Hauptkämpfen zu sehen hat Sanchez einige merkwürdige Jahre hinter sich.

Bei Sanchez weiß man schlicht und einfach nie, was einen erwartet. Im Vorfeld seines mittlerweile 19. Octagon-Auftritts wirkt Sanchez jedenfalls rejuviniert. Das muss erfahrungsgemäß nicht unbedingt etwas heißen, „The Dream“ scheint für UFC 166 allerdings tatsächlich in der besten Form seit langem zu sein. Die von ihm gewohnte Intensität, kaum ein Gramm Fett und sogar die jahrelang in der Versenkung verschwundenen „Yes!“-Ausrufe präsentierte „The Dream“ am Mittwoch stolz den Zuschauern des Öffentlichen Trainings und gab damit ein ganz anderes Bild ab als noch vor seinen letzten Kämpfen. Falls er am Samstag zeigen kann, dass er tatsächlich noch auf der Höhe der Zeit ist und seine Karriere ernst nimmt, wäre in Anbetracht seines Alters von erst 31 Jahren sogar ein weiterer Angriff auf den Titel im Bereich des Möglichen.


Gabriel Gonzaga vs. Shawn Jordan
Im Schwergewicht werden Gabriel “Napao” Gonzaga (15-7) und Shawn “The Savage” Jordan (15-4) aufeinandertreffen.

Ist Gonzaga noch relevant?
Gabriel Gonzaga hat eine lange und ereignisreiche Reise hinter sich. Nach nur fünf professionellen Kämpfen gab der BJJ-Experte im November 2005 sein UFC-Debüt. Die ersten drei Kämpfe im Octagon endeten alle vorzeitig zu Gonzagas Gunsten, sodass „Napao“ bei UFC 70 im Hauptkampf gegen K1- und Pride-Legende Mirko „CroCop“ Filipovic antreten durfte. Der kroatische Headkick-Spezialist hätte mit einem vermeintlich einfachen Sieg gegen den damals unbekannten Gonzaga eigentlich einen Titelkampf gegen Randy Couture bekommen sollen, Gonzaga sackte die Titelchance jedoch selbst ein, indem er CroCop zur Überraschung aller in der ersten Runde ausknockte – per Headkick. Den Kampf gegen Couture verlor Gonzaga allerdings, danach außerdem vier seiner nächsten sieben Kämpfe, was ihm die Entlassung aus der UFC einbrachte. Einen Kampf in der regionalen Szene und eine Verletzung später wurde Gonzaga allerdings kurzfristig als Ersatzkämpfer wieder verpflichtet und konnte sich Anfang 2012 mit einem Erstrundensieg gegen Ednaldo Oliveira wieder zurückmelden.

Nach einem vollen Jahr verletzungsbedingter Auszeit ging es im Januar 2013 weiter – ein Aufgabesieg gegen Ben Rothwell brachte Gonzaga vollends wieder auf Spur und verschaffte ihm einen Kampf gegen Top-Kämpfer Travis Browne. Dieser Abend endete jedoch schnell und kontrovers für Gonzaga, als er nach nur 71 Sekunden unter Ellbogenstößen einbrach, die laut Gonzaga seinen Hinterkopf getroffen haben. Eine Beschwerde bei der Sport-Kommission brachte allerdings keinen Erfolg, sodass die Niederlage auch weiterhin in der Statistik steht. Den enttäuschenden Abend im April konnte Gonzaga bei UFC 168 im Juli dann allerdings wieder vergessen machen, als er Dave Herman nach nur 17 Sekunden bewusstlos auf die Bretter schickte. Mit Shawn Jordan steht dem Brasilianer am Wochenende nun erneut ein ernster Test bevor, der zeigen wird, wo der ehemalige Titelherausforderer im Jahr 2013 steht.

Wie groß ist Jordans Potential?
Das Schwergewicht ist traditionell eine der schwächsten Gewichtsklassen. Filigrane Technik und athletische Brillanz findet man bei den schweren Jungs naturgemäß viel seltener als in den leichteren Gewichtsklassen, daher ist es umso erfrischender, wenn hin und wieder Kämpfer auftauchen, die zumindest körperlich aus der Masse herausstechen.
Shawn Jordan ist einer dieser Kämpfer. Mit einer Vergangenheit als professioneller Football-Spieler bringt der 28-Jährige körperliche Voraussetzungen mit in den Käfig, die mit der schieren Kraft und Masse der meisten Schwergewichte nicht zu vergleichen sind.

Nach einem schnellen Sieg gegen Oli Thompson in seinem UFC-Debüt sprang Jordan einige Monate später kurzfristig für den verletzten Rodrigo Nogueira gegen den Veteranen Cheick Kongo ein. Kongo zeigte Jordans Defizite und mangelnde Erfahrung auf und gewann deutlich nach Punkten, indem er Jordan Runde für Runde kontrollierte -  die Niederlage war bitter und wurde durch die Tatsache in ein noch schlechteres Licht gerückt, dass UFC 149 allgemein als eines der unspektakulärsten Events der jüngeren Vergangenheit angesehen wird. Seitdem konnte „The Savage“ sich allerdings überzeugend rehabilitieren, indem er zunächst Mike Russow per T.K.o. aus der UFC kegelte und dann im vergangenen Juni Pat Barry überraschend in Runde eins K.o. schlug. Gabriel Gonzaga ist somit genau die Art von Gegner, die Jordan jetzt braucht – ein Sieg gegen einen bekannten Namen und langjährigen Veteranen macht sich in jeder Statistik gut und würde höchstwahrscheinlich Jordans Ticket hin zu den wirklich großen Kämpfen bedeuten.


John Dodson vs. Darrell Montague
Im ersten Kampf des Hauptprogramms werden im Fliegengewicht John „The Magician“ Dodson (14-6) und Darrell Montague (13-2) aufeinandertreffen.

Schlägt Dodson erneut den Weg in Richtung Titelkampf ein?
Dodson ist einer der athletischsten Kämpfer des gesamten UFC-Kaders. Mit Schlagkraft, Ausdauer und spektakulären Techniken hat es der 29-Jährige aus Greg Jacksons Team innerhalb eines knappen Jahres vom „Ultimate Fighter“-Gewinner zum Titelherausforderer gebracht. Siege gegen TJ Dillashaw, Tim Elliott und Jussier Formiga sorgten dafür, dass „The Magician“ im vergangenen Januar im Hauptkampf von UFC on Fox 6 gegen Demetrious Johnson ran durfte. Fünf knappe Runden später war es zwar immer noch Johnson, der den Gürtel sein eigen nennen durfte, Dodson hatte sich mit der beherzten Leistung allerdings eine Menge neuer Fans und viel Respekt erarbeitet. Seitdem hat der quirlige 1,60-Meter-Mann nicht mehr gekämpft, sondern stattdessen in Albuquerque an seinen Fähigkeiten gefeilt und will jetzt wieder mit Vollgas angreifen, um einer der wenigen Kämpfer zu werden, die es vom TUF-Gewinner zum UFC-Champion gebracht haben.

Wird das Fliegengewicht um einen Top-Kämpfer reicher?
Darrel „The Mongoose“ Montague bekommt am Wochenende eine riesen Chance. Erst im Sommer 2008 begann der nun 25-Jährige seine Karriere als professioneller MMA-Kämpfer, arbeitete sich allerdings im Eiltempo die Ranglisten empor und sicherte sich 2011 bereits den Fliegengewichtstitel der renommierten Tachi Palace Fighting-Organisation. Den Gürtel verlor er zwar in seiner ersten Verteidigung an Ian McCall, seitdem ist „The Mongoose“ allerdings ungeschlagen und kommt mit drei vorzeitigen Siegen im Rücken in der UFC an. Mit je fünf Knockouts und fünf Aufgabe-Siegen in seiner bisherigen Karriere hat Montague gezeigt, dass er überall gefährlich ist – der Kalifornier hat Kämpfe mit Kicks zum Körper, Schlägen zum Kopf, einer Spinning Back Fist, via Armbar, Rear Naked- oder Triangle Choke gewonnen. Mit John Dodson wurde ihm allerdings ein harter Brocken für sein UFC-Debüt vorgesetzt. Sollte Montague ihn entgegen der eindeutigen Wettquoten schlagen können, hätte das immer noch recht dünn besetzte Fliegengewicht ein neues Talent und möglicherweise schon bald einen neuen Titelherausforderer.


Anbei das gesamte Programm:

UFC 166: Velasquez vs. dos Santos III
Samstag, 19. Oktober 2013
Toyota Center in Houston, Texas, USA

Schwergewichtstitelkampf (ufc.tv)
Cain Velasquez (c) vs. Junior dos Santos

Hauptprogramm (ufc.tv)
Daniel Cormier vs. Roy Nelson
Gilbert Melendez vs. Diego Sanchez
Gabriel Gonzaga vs. Shawn Jordan
John Dodson vs. Darrell Montague

Vorprogramm (ufc.tv)
Tim Boetsch vs. C.B. Dollaway
Nate Marquardt vs. Hector Lombard
Sarah Kaufman vs. Jessica Eye
George Sotiropoulos vs. KJ Noons

Vorprogramm (Facebook)
TJ Waldburger vs. Adlan Amagov
Tony Ferguson vs. Mike Rio
Jeremy Larsen vs. Andre Fili
Dustin Pague vs. Kyoji Horiguchi