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Urijah Faber vs. Alex Caceres kostenlos auf dem UFC Fight Pass

UFC 175 wird von zwei Titelkämpfen angeführt - Chris Weidman, Lyoto Machida, Ronda Rousey und Alexis Davis werden dabei in Aktion zu sehen sein (Foto: Zuffa LLC).

Alle Jahre wieder kehrt der UFC-Zirkus zum amerikanischen Independence Day Anfang Juli in der Zocker-Metropole Las Vegas ein. Dieses Jahr macht das Octagon gleich zwei Mal hintereinander in der Wüste Nevadas Halt – neben dem Finale der 19. „The Ultimate Fighter“-Staffel ist die Aufmerksamkeit am kommenden Wochenende vor allem auf UFC 175 gerichtet.

Für das Hauptprogramm sind namhafte Kämpfer wie Chris Weidman, Lyoto Machida, Ronda Rousey oder Stefan Struve eingeplant, aber auch das Vorprogramm hat einen echten Star abbekommen: Urijah Faber, der ansonsten häufiger mal in Titelkämpfen zu sehen ist, wird nach seiner Niederlage gegen Champion Renan Barao im letzten Kampf vor Beginn der Pay-per-View-Übertragung auf das junge Talent Alex Caceres treffen.

Außerdem werden mit Chris Camozzi, George Roop und Kevin Casey einige andere Kämpfer ins Octagon steigen, die immer für einen spannenden Kampf zu haben sind – für Kurzweil sollte vor dem Auftritt der ganz großen Sternchen also durchaus gesorgt sein.

Das Vorprogramm kann auf ufc.tv über den UFC Fight Pass verfolgt werden. Das direkt im Anschluss stattfindende Hauptprogramm kostet dort 15,99 Euro (SD) bzw. 17,99 Euro (HD).

Urijah Faber vs. Alex Caceres
Es war die wohl größte Überraschung im Vorfeld der Veranstaltung: Urijah „The California Kid“ Faber (30-7), einer der langjährigen Top-Stars des Sports, wird nicht, wie in so gut wie jedem seiner restlichen Kämpfe unter dem Zuffa-Banner, im Haupt- oder Co-Hauptkampf stehen. Stattdessen wurde auf das Vorprogramm ‚degradiert’. Aber wurde er das wirklich? Scheinbar hat Faber diese Position selbst gefordert, und bei genauerem Hinsehen macht diese ungewöhnliche Entscheidung sogar Sinn, denn die Zuschauerzahlen der Vorkämpfe haben die der kostenpflichtigen Hauptkämpfe in der Vergangenheit meist übertroffen. Für jemanden wie Faber, der nicht an den Pay-per-View-Verkäufen beteiligt wird, ist diese Entscheidung also durchaus nachvollziehbar. Jetzt muss er seinen Kampf gegen Alex „Bruce Leeroy“ Caceres (10-5-0(1)) nur noch gewinnen.

Dem Verlauf von Fabers bisheriger, sehr beeindruckender Karriere nach zu urteilen, sollte das eigentlich gar keine Frage sein. Bis 2008 war „The Californian Kid“ in der WEC unangefochtener Champion der Federgewichtsklasse, bevor er diesen Gürtel an Mike Brown verlor. Seitdem scheinen Faber und Titelgürtel nicht mehr so recht zusammenzupassen, denn in insgesamt fünf Versuchen hat es der mittlerweile 35-Jährige nicht mehr geschafft, das begehrte Stück Gold wieder an sich zu reißen. Zuletzt verlor er im Februar nach starken Siegen gegen Ivan Menjivar, Scott Jorgensen, Yuri Alcantara und Michael McDonald etwas umstritten durch T.K.o. gegen Renan Barao, weshab „The California Kid“ nun einmal mehr einen neuen Anlauf in Richtung Spitze starten muss.

Das erste Hindernis auf diesem Weg heißt Alex Caceres. „Bruce Leeroy“ wurde, als er Ende 2010 im TUF-Haus auftauchte, vom Großteil der Zuschauer wegen seiner wilden Frisur und seinem teils kindischem Benehmen belächelt. Aufgabe-Niederlagen gegen Mackens Semerzier und Jimy Hettes wurden daher allgemein eher mit Schadenfreude aufgenommen, bevor Caceres Ende 2011 durchstartete: Cole Escovedo wurde volle drei Runden lang dominiert, bevor ein kontroverser Punktabzug zu einer geteilten Punktniederlage gegen Edwin Figueroa führte. Seitdem hat Caceres gegen Damacio Page, Motonobu Tezuka, Roland Delorme und zuletzt Sergio Pettis gewonnen und dabei beeindruckende Verbesserungen in allen Bereichen des Sports bewiesen: auf dem Boden, im Stand, den Übergängen und vor allem auch außerhalb des Käfigs ist aus dem provokant grinsenden „Bruce Leeroy“ ein erwachsener 26-Jähriger geworden, der nun die größte Chance seiner Karriere vor die Fäuste bekommt.

Falls er gegen Faber gewinnt, würde das Caceres’ Karriere auf das nächste Level hieven und ihn mit einem Schlag weit nach oben in den Ranglisten bringen. Bei Buchmachern, Medien und Fans geht „Bruce Leeroy“ natürlich als haushoher Underdog ins Rennen, aber wie heißt es so schön? In diesem Sport ist alles möglich…

Kenny Robertson vs. Ildemar Alcantara
Zuvor wird es im Weltergewicht zwischen Kenny Robertson (13-3) und Ildemar “Marajó” Alcantara (20-6) zur Sache gehen. Robertson sollte sein UFC-Debüt eigentlich in Oberhausen geben, als die UFC Ende 2010 zum zweiten Mal nach Deutschland kam. Ein gebrochener Zeh zwang den Amerikaner jedoch, seinen geplanten Kampf gegen Pascal Krauss abzusagen. Wenige Monate später wurde Robertson dann von Mike Pyle T.K.o. geschlagen und musste die UFC verlassen. Eineinhalb Jahre und einen K.o.-Sieg gegen Lucio Linhares später brauchten Joe Silva und co. dann jedoch kurzfristig einen Gegner für Aaron Simpson, und Robertson wurde kurzerhand wieder unter Vertrag genommen. Sein zweiter Anlauf in der UFC verlief bisher etwas erfolgreicher – zwar wurde er von Simpson und Sean Pierson geschlagen, konnte jedoch auch Brock Jardine und zuletzt Thiago Perpétuo durch Aufgabe bezwingen.

Am Samstag wird er auf Ildemar Alcantara treffen, der es seinem älteren Bruder Yuri gleichtun will, der im Mai in Berlin einen großen K.o.-Sieg gegen Vaughan Lee einfuhr. Auf einem guten Weg dahin ist „Marajó“ jedenfalls, denn drei seiner vier UFC-Kämpfe konnte der 31-Jährige bereits gewinnen. Neben einer Punktniederlage gegen Igor Araújo bezwang er Leandro Silva und Albert Tumenov im Weltergewicht nach Punkten, nachdem er sein Debüt im Halbschwergewicht gegeben, dabei Wagner Prado per Kniehebel zur Aufgabe gezwungen und dafür den Bonus für die „Submission of the Night“ gewonnen hatte.

Chris Camozzi vs. Bruno Santos
Für Mittelgewicht Chris Camozzi (19-7) geht es am Samstag in Vegas um alles. Der 27-Jährige wurde nach einem semi-erfolgreichen Lauf in der UFC, der nach einer Niederlage gegen Kyle Noke sehr früh endete, 2011 zurückgeholt, um gegen Francis Carmont anzutreten. Dieser schlug Camozzi jedoch nach Punkten, woraufhin Camozzi eine in diesem Umfang etwas überraschende Erfolgs-Serie startete, während der er Dustin Jacoby, Nick Catone, Luiz Cane und zuletzt, auf dem Hautprogramm von UFC 158, Nick Ring besiegte.

Nur wenige Monate später kurzfristig gegen „Jacare“ Souza einzuspringen, war zwar mutig, entpuppte sich im Mai 2013 allerdings als keine besonders gute Idee. Das brasilianische BJJ-Ass erwies sich als ein paar Nummern zu groß und zwang Camozzi nach dreieinhalb Minuten per Arm Triangle Choke Schlafen. Im vergangenen November wurde Camozzi dann von Lorenz Larkin drei Runden lang im Stand dominiert und nur von seinen überaus beachtlichen Nehmerfähigkeiten vor einer vorzeitigen Niederlage bewahrt.

Nun soll gegen Bruno Santos (13-1) wieder ein Sieg her. Santos kämpfte sich seit 2007 sehr erfolgreich durch die brasilianische Szene, wo er zwölf Kämpfe nacheinander gewann, von denen er jedoch nur zwei vorzeitig beenden konnte. Anfang 2012 wurde Bellator auf Santos aufmerksam, wo er Giva Santana nach Punkten bezwang, bevor die UFC ihn im vergangenen Jahr an Bord holte. Bei der 33. UFC Fight Night in Brisbane, Australien ging der Brasilianer ein weiteres Mal über die Runden, musste nach Verkündigung des Ergebnisses allerdings Krzystztof Jotko zum Sieg gratulieren. Auch Santos braucht daher am Wochenende einen Sieg, wenn er seine UFC-Träume weiter am Leben erhalten will.

George Roop vs. Rob Font
Im Federgewicht muss George Roop (15-10-1) einen Sieg gegen den UFC-Neuling Rob Font (10-1) einfahren, um nach zweieinhalb Jahren in der Organisation endlich aus dem Niemansland des Bantamgewichtes auszubrechen. Roop hat immer wieder beeindruckende Leistungen gezeigt und dabei u.a. Josh Grispi und den Ex-WEC-Champion Brian Bowles ausgeknockt. An anderen Tagen scheint er die Einzelteile seines Könnens einfach nicht zusammensetzen zu können und geht gegen Francisco Rivera oder Mark Hominick unter. Drei seiner letzten vier Kämpfe konnte Roop jedoch gewinnen und muss nun endlich anfangen, sein Potential in jedem Kampf auszunutzen, wenn er es in der UFC zu etwas bringen will.

Gerade dieser Kampf gegen Rob Font ist in dieser Hinsicht nicht das, was Roop braucht. Font hat seinen zweiten Profi-Kampf nach Punkten verloren und seitdem seine nächsten neun Gegner nacheinander besiegt, fünf davon vorzeitig durch Knockout oder Aufgabe. Auf (inter-) nationalem Level ist der Bostoner, der unter Mark DellaGrotte im Sityodtong Gym trainiert, jedoch ein gänzlich unbekanntes Gesicht, weshalb sich Roop eine Niederlage bei UFC 175 auf keinen Fall leisten kann.

Luke Zachrich vs. Guilherme Vasconcelos
Im Mittelgewicht wird Luke Zachrich (13-3) seine zweite und möglicherweise letzte Chance auf einen Sieg in der UFC gegen Guilherme „Bomba“ Vasconcelos (3-1) bekommen. Zachrich hatte sich seit 2006 mit 13 Siegen in der regionalen Szene in die Nähe eines UFC-Vertrags gearbeitet und machte den Sprung dann im vergangenen April, als die Organisation kurzfristig einen Ersatzgegner für Caio Magalhaes brauchte. Der Brasilianer schlug Zachrich bei UFC on Fox 11 allerdings nach nur 44 Sekunden T.K.o., sodass dieser am Samstag in Vegas einen Sieg braucht.

Den will auch Vasconcelos mit nach Hause nehmen. Schwer für „Bomba“ könnte allerdings die Umstellung auf die große Bühne werden gegen jemanden, der den UFC-Rummel bereits einmal mitgemacht hat. Der 28-Jährige hat bisher erst vier offizielle Kämpfe auf dem Buckel, von denen er drei gewonnen hat. Interessant ist dabei die Tatsache, dass seine lediglich vier Gegner eine kombinierte Kampfbilanz von 65 Siegen bei 30 Niederlagen haben. Vor einigen Monaten war er in der TUF Brazil-Staffel mit Wanderlei Silva und Chael Sonnen zu sehen, aus der er jedoch in der ersten Runde ausschied. Auch er steht daher unter Zugzwang, diesen Kampf um jeden Preis zu gewinnen.

Kevin Casey vs. Bubba Bush
Im ersten Kampf des Abends kommt es zum Duell Champion vs. Champion – mit Kevin „King“ Casey (8-3) wird der Mittelgewichtsmeister der Resurrection Fighting Alliance auf den Champion von Legacy FC, Bubba „The Fightin’ Texas Aggie“ Bush (8-2) treffen.

Für Casey ist dieser Kampf seine Rückkehr ins Octagon, nachdem er 2012 bereits Teil der 17. TUF-Staffel war, nach einer Niederlage gegen Josh Samman jedoch aus der UFC entlassen wurde. Drei Siege gegen Casey Ryan, Eddie Mendez und Andrew Sanchez später darf er sich nun zum zweiten Mal im Octagon versuchen.

Bush dagegen war bisher beinahe ausschließlich bei Legacy FC zu sehen. In der in seiner texanischen Heimat ansässigen Organisation konnte der 28-Jährige sechs seiner acht Kämpfe gewinnen und musste dabei nur ein Mal über die Runden gehen. Geschlagen wurde er abgesehen von einem verlorenen Kampf durch Disqualifikation lediglich von UFC-Kämpfer Andrew Craig.

Anbei das gesamte Programm:

UFC 175: Weidman vs. Machida
Samstag, 5. Juli 2014
Mandalay Bay Events Center in Las Vegas, Nevada, USA

Mittelgewichtstitelkampf (ufc.tv)
Chris Weidman (c) vs. Lyoto Machida

Bantamgewichtstitelkampf der Frauen (ufc.tv)
Ronda Rousey (c) vs. Alexis Davis

Hauptprogramm (ufc.tv)
Stefan Struve vs. Matt Mitrione
Uriah Hall vs. Thiago Santos
Marcus Brimage vs. Russel Doane

Vorprogramm (UFC Fight Pass)
Urijah Faber vs. Alex Caceres
Kenny Robertson vs. Ildemar Alcantara
Chris Camozzi vs. Bruno Santos
George Roop vs. Rob Font

Vorprogramm (UFC Fight Pass)
Luke Zachrich vs. Guilherme Vasconcelos
Kevin Casey vs. Bubba Bush