Allgemein

UFC on FX 8 steigt am Samstag

Belfort und Rockhold werden um einen Spitzenplatz innerhalb der Mittelgewichtsklasse kämpfen.

Nach einer mittlerweile schon ungewohnt lang wirkenden Pause von drei Wochen seit dem letzten UFC-Event wird das Octagon am kommenden Samstag erneut in Brasilien seine Tore öffnen – genauer gesagt in Jaraguá do Sul, einer kleinen Stadt im Süden des Landes.

Knapp 15.000 Plätze bietet die Arena Jaraguá, womit für die in Brasilien übliche Hexenkessel-Atmosphäre wohl gesorgt sein dürfte. Ganze sechzehn brasilianische Kämpfer auf dem Programm und einige vielversprechende Ansetzungen werden mit Sicherheit ihr übriges tun, um die Menge zum Kochen zu bringen. Viel zu feiern gäbe es im Falle eines Sieges auch für Vitor Belfort oder Luke Rockhold, die im Hauptkampf aufeinandertreffen werden und für die möglicherweise sogar die Chance auf einen baldigen Titelkampf gegen Anderson Silva auf dem Spiel stehen könnte.

Die Veranstaltung kann in Deutschland, wie gewohnt, auf ufc.tv (Hauptprogramm und zweiter Teil des Vorprogramms) sowie auf Facebook (erster Teil des Vorprogramms) verfolgt werden.

Vitor Belfort vs. Luke Rockhold
Dieser Kampf dürfte echte Bedeutung für die mittelfristige Zukunft der Mittelgewichtsklasse beinhalten. Vitor „The Phenom“ Belfort (22-10) sah seit seiner Rückkehr in die UFC im Jahr 2009 immer wieder stark aus und besiegte Rich Franklin, Yoshihiro Akiyama, Anthony Johnson und Michael Bisping – alle vorzeitig. Gescheitert ist er bisher allerdings sowohl an Anderson Silva als auch an Jon Jones, was natürlich nicht die beste Ausgangsposition ist, um für eine weitere Titelchance zu plädieren. Mit einem Sieg gegen Rockhold könnte Belfort beweisen, dass er immer noch zur absoluten Elite gehört und die Konstanz gefunden hat, die man bei ihm seit jeher vermisst hat.

Luke Rockhold (10-1) dagegen konnte bisher in seiner langjährigen Karriere bei Strikeforce niemand aufhalten – bis auf eine Niederlage in seinem zweiten Profi-Kampf in einer kleineren Organisation hat sich Rockhold eine blühend weiße Weste bewahrt. Mit „Jacare“ Souza, Keith Jardine und Tim Kennedy kann er darüber hinaus auch einige bekannte Namen auf seinem Resümee vorweisen. Ein Sieg gegen Belfort wäre aber zweifellos das bisherige Highlight seiner Karriere und könnte mit etwas Glück einen sehr kurzen Weg bis zu einem Titelkampf gegen Anderson Silva ebnen.

Ronaldo Souza vs. Chris Camozzi
Das kommende Wochenende war für Ronaldo “Jacare” Souza (17-3) eigentlich schon längst überfällig. Der 33-Jährige war lange eine feste Größe bei Strikeforce, wo er ein knappes Jahr lang den Mittelgewichtsgürtel halten konnte, bevor Luke Rockhold ihm diesen via Punktentscheid abnahm. Seitdem hat Souza nur drei Mal gekämpft, konnte aber jedes Mal vorzeitig gewinnen. Eigentlich hätte er am Samstag deshalb auf Costa Philippou treffen sollen, der sich mit einem Sieg gegen Tim Boetsch seinerseits einen Namen gemacht hat. Philippou verletzte sich jedoch, sodass „Jacare“ nun auf Chris Camozzi (19-5) treffen wird.

Camozzi hätte sich vor zwei Jahren wohl kaum träumen lassen, jetzt im Co-Hauptkampf eines UFC-Events zu stehen. Nach einer Niederlage gegen Kyle Noke bei UFC 127 wurde er von der Promotion vor die Tür gesetzt, und es sah nicht unbedingt danach aus, als würde man ihn dort allzu schnell wieder sehen. Einige Monate später allerdings kam er bereits als kurzfristiger Ersatz für einen Kampf gegen Francis Carmont zurück ins Octagon - Camozzi gab jedoch eine Punktentscheidung ab und schien schon wieder auf der Kippe zu stehen. Das Jahr 2012 startete der Amerikaner allerdings mit einem Sieg gegen Dustin Jacoby, auf den Erfolge gegen Nick Catone, Luiz Cane und zuletzt gegen Nick Ring folgten. Nach der Verletzung Philippous packte Camozzi die sich bietende Riesen-Chance beim Schopf und wird nun auf einen stark respektierten Gegner mit etabliertem Namen treffen.

Rafael dos Anjos vs. Evan Dunham
Ebenfalls in Jaraguá do Sul wird ein hochwertiger Leichtgewichtskampf ausgetragen. Sowohl Rafael dos Anjos (18-6) und Evan „3D“ Dunham (14-3) gehören zur Elite bis 70 Kilo. Beide kämpfen seit Jahren in der UFC und konnten einige beeindruckende Siege einfahren, mussten aber auch bittere Niederlagen in wichtigen Kämpfen hinnehmen. Zuletzt sahen sie sehr gut aus und konnten sich mit Siegen gegen Kamal Shalorus, Anthony Njokuani und Mark Bocek (dos Anjos) bzw. gegen Gleison Tibau und Nik Lentz (Dunham) wieder ins Gespräch bringen. Derjenige, der auch diesen Kampf für sich entscheiden kann, dürfte sich damit langsam in Richtung der Top Ten bewegen und beim nächsten Mal einen Gegner aus dieser Region vorgesetzt bekommen.

Rafael Natal vs. Joao Zeferino
Zur Eröffnung des Hauptprogramms geht es ein weiteres Mal im Mittelgewicht zur Sache – Rafael „Sapo“ Natal (15-4) bekommt die Chance auf seinen dritten UFC-Sieg. Natal sollte eigentlich auf Chris Camozzi treffen, da dieser nun jedoch für den verletzten Costa Philippou eingesprungen ist, wird “Sapo” am Wochenende auf den UFC-Neuling Joao „The Brazilian Samurai“ Zeferino (13-4) treffen. Der 27-Jährige aus Florianopolis kann zurzeit eine Siegesserie von sieben Erfolgen am Stück sein eigen nennen, von denen fünf vorzeitig zustande kamen. Gleich auf einem UFC-Hauptprogramm zu debütieren bringt neben großem Druck natürlich auch eine große Chance. Ob Zeferino sie nutzen kann, werden wir in der Nacht von Samstag auf Sonntag erfahren.

Vorprogramm:
Zum Abschluss des Vorprogramms spendiert die UFC einen hochkarätigen Kampf im Federgewicht. Sowohl Hacran „Barnabe“ Dias (21-1-1) als auch Nik „The Carny“ Lentz (23-5-2(1)) gelten als Talente in der dicht besetzten Gewichtsklasse. Dias kann zwar bisher erst einen Sieg in der UFC vorweisen, dieser gelang ihm allerdings gegen Yuri Alcantara, einen ebenfalls äußerst talentierten Kämpfer. Lentz dagegen war schon 2009 erstmalig im Octagon zu sehen. Nach einigem Erfolg im Leichtgewicht blieben die Siege später aus, was den mittlerweile 28-Jährigen zu einem Wechsel ins Federgewicht veranlasste. Anscheinend eine gute Entscheidung, wie zwei aufeinanderfolgende Siege gegen Eiji Mitsuoka und Diego Nunes beweisen.

Zuvor wird Francisco „Massanduraba“ Trinaldo (12-2) auf Mike Rio (9-1) treffen. Trinaldo wurde in seinem offiziellen UFC-Debüt nach dem Finale der brasilianischen „Ultimate Fighter“-Staffel gleich in das hart umkämpfte Haifischbecken der Leichtgewichtsklasse geworfen und verlor eine Punktentscheidung gegen Gleison Tibau. Im Januar dieses Jahres kam er jedoch mit einem Aufgabe-Sieg gegen C.J. Keith stark zurück und wird nun auf Rio treffen, der ebenfalls ein TUF-Veteran ist und in seinem Debüt John Cofer per Aufgabe schlagen konnte.

Ebenfalls im Leichtgewicht bekommt Gleison Tibau (26-9) die Chance, nach einer knappen Niederlage gegen Evan Dunham im Februar wieder zurück in die Spur zu finden, indem er den hauptberuflichen Banker John Cholish (8-2) in dessen dritten UFC-Kampf bezwingt. Cholish gewann sein Debüt per T.K.o. gegen Mitch Clarke, zog jedoch einige Monate später gegen Danny Castillo den Kürzeren und steht gegen Tibau nun unter Druck, seine Octagon-Bilanz wieder gerade zu rücken.

Einer der atmosphärischen Höhepunkte in der Halle könnte auf dem Vorprogramm erreicht werden, wenn Weltergewichtler Paulo Thiago (14-5) in die Arena einläuft. Der hauptberufliche Elite-Polizist verlor seine letzten beiden Kämpfe, legte zuvor jedoch eine starke Leistung bei UFC 134 in Rio hin. Lautstark angefeuert von 15.000 Landsleuten bezwang er David Mitchell und sorgte damit für Feierstimmung in der Arena. Die Aufgabe, ein ähnliches Szenario zu verhindern und sich in seinem UFC-Debüt gleich einen bekannten Namen vorzuknöpfen, bekommt an diesem Wochenende Michel „Trator“ Prazeres (16-0), der neun seiner Siege vorzeitig einfahren konnte.

Im Bantamgewicht werden ebenfalls zwei talentierte Kämpfer aufeinandertreffen: Yuri „Marajo“ Alcantara (27-4) schlug im Januar Pedro Nobre T.K.o., bekam den Sieg nachträglich jedoch fragwürdigerweise wegen angeblicher Schläge auf den Hinterkopf Nobres aberkannt. Am Samstag wird er eine weitere Chance bekommen, wenn er auf Iliarde Santos (27-6) trifft. Santos konnte seine letzten sechs Kämpfe gewinnen und bekommt nun die Möglichkeit, in seinem UFC-Debüt direkt einen Hochkaräter zu bezwingen.

Im Halbschwergewicht könnte es zuvor zu einem unterhaltsamen Kampf kommen – Fabio Maldonado (16-6) verlor zwar seine letzten drei Kämpfe, beeindruckte allerdings in jedem von ihnen durch schier unglaubliche Zähigkeit, die gegen viele Gegner bereits für sich allein zum Sieg reichen kann. Ob Roger „The Hulk“ Hollett (13-4) zu dieser Gruppe gehört, wird sich am Wochenende in seinem zweiten UFC-Kampf nach einer Punktniederlage gegen Matt Hamill zeigen.

Auch auf Facebook wird es zuvor höchstwahrscheinlich einiges an Action zu sehen geben, wenn es gleich zwei Mal im Fliegengewicht zur Sache gehen wird. John Lineker (20-6) wird auf Azamat „Tough Guy“ Gashimov (7-2) treffen und versuchen, nach einem Sieg und einer Niederlage wieder eine positive UFC-Bilanz zu erreichen, nachdem mit Jussier Formiga (14-2) und Chris „Kamikaze“ Cariaso (14-4) zwei  Veteranen kollidiert sind, die sich nur wenige Siege von einem Titelkampf entfernt befinden dürften. Eröffnet wird der Abend im Leichtgewicht mit einem Duell zwischen Lucas „Mineiros“ Martins (12-1) und Jeremy Larsen (8-3), die beide nach Niederlagen in ihren Debüts dringend einen Sieg brauchen, um nicht zum neuesten Opfer der aktuellen Entlassungswelle der UFC zu werden.

Anbei das gesamte Programm:

UFC on FX 8 – Belfort vs. Rockhold
Samstag, 18. Mai 2013
Arena Jaraguá in Jaraguá do Sul, Brasilien

Hauptprogramm (ufc.tv)
Vitor Belfort vs. Luke Rockhold
Ronaldo Souza vs. Chris Camozzi
Rafael dos Anjos vs. Evan Dunham
Rafael Natal vs. Joao Zeferino

Vorprogramm (ufc.tv)
Hacran Dias vs. Nik Lentz
Francisco Trinaldo vs. Mike Rio
Gleison Tibau vs. John Cholish
Paulo Thiago vs. Michel Prazeres
Yuri Alcantara vs. Illiarde Santos
Fabio Maldonado vs. Roger Hollett

Vorprogramm (Facebook)
John Lineker vs. Azamat Gashimov
Jussier Formiga vs. Chris Cariaso
Lucas Martins vs. Jeremy Larsen