MMA

UFC on FOX 14: Aller guten Dinge sind drei

Für die zigtausenden Schweden in der Stockholmer Tele2-Arena verlief UFC on FOX 14 am Wochenende gar nicht gut. Wer kein glühender Anhänger von Alexander Gustafsson und Co. ist, dem dürfte die Fight Night aber grundsätzlich gefallen haben. Ganze sieben Kämpfe endeten vorzeitig, und einige davon auf höchst spektakuläre Weise.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends.

Anthony Johnson
Nach Alexander Gustafssons ohrenbetäubender Ankunft in der Halle wurde es urplötzlich fast unnatürlich still in der riesigen Tele2-Arena, als Anthony Johnson nach nur wenigen Minuten Kampfzeit von Ringrichter Marc Goddard von einem wehrlosen Alexander Gustafsson heruntergezogen wurde.

Mit diesem Schocker hat sich Johnson offiziell den nächsten Titelkampf gegen den langjährigen Champion Jon Jones gesichert, und er hätte es auf keiner besseren Bühne tun können. Als Underdog in ein mit 30.000 Anhängern des Lokalmatadoren gefülltes Stadion zu kommen und diesen in der ersten Runde auszuknocken, ist – wie man es auch dreht und wendet – beeindruckend. Darüber hinaus wurde sein Sieg in den USA auch noch von knapp drei Millionen Menschen auf FOX gesehen. Vor fast genau drei Jahren wurde „Rumble“ nach einer Niederlage gegen Vitor Belfort und mehrfachem Verpassen des Gewichtslimits unehrenhaft aus der UFC entlassen, nun steht er mit jeder Menge Momentum im Rücken vor einem Titelkampf: Das Jahr 2015 könnte also Anthony Johnsons ganz persönliche Rocky-Story werden.

Sam Sicilia
Obwohl statt zweien ganze vier Boni für die „Performance of the Night“ vergeben wurden, ist Sam Sicilia leer ausgegangen. Zu diesem Zeitpunkt wusste es noch niemand in der Halle, aber Sicilia sorgte mit seinem spektakulären Erstrunden-K.o. gegen den Schweden Akira Corassani für einen Vorgeschmack auf den Hauptkampf, denn auch hier wurde die Arena für ein paar Sekunden völlig still, während ein völlig weggetretener Corassani versuchte, sich wieder aufzurappeln. Auch für Sicilia ist die Tatsache viel wert, dass sein Triumph in seiner Heimat auf FOX übertragen wurde – in Relation vielleicht noch mehr als für Johnson, denn Sicilias UFC-Karriere ist bisher weitgehend unbeachtet geblieben und hiermit könnte er sich aus dem Nichts in die Köpfe von mehreren Millionen Zuschauern geboxt haben.

Um wirklich Kapital aus diesem erinnerungswürdigen Moment schlagen zu können, muss Sicilia in diesem Jahr aber auch weiterhin erfolgreich bleiben. Die in der UFC nötige Konsistenz ist es nämlich vor allem, die „Sampage“ bisher vermissen ließ. Mehr als einen Kampf konnte Sicilia im Octagon bisher nicht am Stück gewinnen, was sich nun ändern soll. Anstatt sich bereitwillig in Schlachten verwickeln zu lassen, gab Sicilia vor dem Kampf am Samstag an, wolle er nun einen kontrollierteren Ansatz wählen und seine Schlagkraft nur noch im richtigen Moment anbringen. In Schweden hat dieser Plan schon mal bestens funktioniert, als nächstes könnte er ihn beispielsweise gegen Niklas Bäckström weiter austesten. Der Schwede hat seinen letzten Kampf überraschend verloren, hat 2014 zuvor aber in seinem UFC-Debüt gegen Tom Niinimäki gut ausgesehen und zuvor Max Coga in 15 Sekunden ausgeknockt.

Makwan Amirkhani
Trotz der Namensähnlichkeit zu einem bekannten Boxer wusste vor UFC Stockholm außerhalb seines Umfelds wohl kaum jemand so wirklich, was uns in Form des Debütanten Makwan „Mr. Finland“ Amirkhani erwarten würde.

Der eigentlich aus dem Ringen kommende Finne sorgte aber am Wochenende dann mit einem eingesprungenen Kniestoß für Furore, der Andy Ogle perfekt am Oberkörper traf und ihn rücklings gegen den Käfigzaun fallen ließ, wo Amirkhani mit Folgeschlägen den Sack zu machte – und das alles innerhalb von acht Sekunden.

So richtig ins Gedächtnis der MMA-Welt gebracht hat Amirkhani dann aber erst während der Pressekonferenz nach dem Event, wo er mit beinahe jeder seiner Antworten für Lacher sorgte. Darüber hinaus macht seine Vorgeschichte – der gebürtige Iraker kam als Baby nach Finnland und wuchs unter nicht immer einfachen Umständen auf. Die zum Teil schon herangezogenen Vergleiche zu einem anderen europäischen UFC-Kämpfer mit großem Mundwerk mögen vielleicht ein ganzes Stück verfrüht kommen, gewisse Parallelen lassen sich aber definitiv ziehen zwischen Amirkhani und Conor McGregor.

Stellt sich nur die Frage, ob die UFC den Finnen ähnlich schnell aufbauen will wie den Iren, oder ob sie es erst einmal ruhig angehen lassen wollen. Eine Möglichkeit wäre beispielsweise ein Duell mit Mike Wilkinson, der im Oktober als haushoher Underdog einen K.o.-Sieg gegen Niklas Bäckström einfuhr und somit Erfahrung mit der Rolle des vermeintlichen Opferlammes hat. Alternativ braucht Alex Caceres nach zwei Niederlagen dringend einen Sieg und könnte ansonsten dank seines Namens als Sprungbrett für Amirkhani fungieren.