MMA

UFC on FOX 12 mit einem Knaller-Hauptkampf

Robbie Lawler und Matt Brown wollen sich in San Jose einen Titelkampf verdienen. (Foto: Zuffa LLC)

Die auf dem Papier spektakulärsten Duelle sind oft die, die am Kampfabend am meisten enttäuschen. Wenn Robbie Lawler und Matt Brown am Samstag bei UFC on FOX 12 in den Käfig steigen, ist ein langweiliger Kampf jedoch so gut wie unmöglich.

Ob die beiden die hohen Erwartungen an ihren Ausscheidungskampf um den Status des nächsten Herausforderers auf Johny Hendricks' Weltergewichtstitel tatsächlich einhalten können, werden wir bereits in kurzer Zeit erfahren. Aber selbst wenn der unwahrscheinliche Fall eintreten sollte, dass die beiden einen Langweiler abliefern, hat die UFC mit einigen weiteren spannenden Ansetzungen vorgesorgt: Mit Kämpfern wie Clay Guida, Josh Thomson, Bobby Green oder Jorge Masvidal sollte am 26. Juli eine gute Dosis Action garantiert sein.

UFC on FOX 12 kann in Deutschland über den UFC Fight Pass verfolgt werden, der zum monatlichen Abopreis ab 7,99 Euro auf ufc.tv erhältlich ist.

Robbie Lawler vs. Matt Brown
Wer hätte das vor ein paar Jahren gedacht: noch 2011 waren sowohl Robbie „Ruthless“ Lawler (23-10) als auch Matt „The Immortal“ Brown (19-11) in die Bedeutungslosigkeit abgerutscht – während Lawler drei von vier Kämpfen in den Sand gesetzt hatte, steckte Brown gerade in einer Negativserie von drei verlorenen Kämpfen in Folge fest.

Mitte 2014 stehen die beiden nun kurz vor einem Titelkampf – tatsächlich wird der Sieger dieses Kampfes mit allergrößter Wahrscheinlichkeit in einigen Monaten auf Johny Hendricks treffen. Für Lawler würde dies einen Rückkampf bedeuten. Bereits im März ging er mit „Big Rigg“ über die vollen fünf Runden, nur, um eine sehr knappe Punktentscheidung ab- und seine Hoffnungen auf den Gürtel vorerst aufzugeben. „Ruthless“ Robbie Lawler machte jedoch schon zwei Monate später genau dort weiter, wo er 2013 mit Siegen gegen Josh Koscheck, Bobby Voelker und Rory MacDonald aufgehört hatte – Jake Ellenberger ging in der dritten Runde ihres Kampfes bei UFC 173 nach einem Kniestoß zu Boden, wo Lawler den Sack zumachte. In seinem dritten Kampf innerhalb von knapp vier Monaten bekommt der Mann mit den möglicherweise härtesten Fäusten im UFC-Weltergewicht nun diese Chance, sich einen Rückkampf gegen Hendricks zu sichern.

Falls am Samstag jedoch Matt Brown das Octagon als Sieger verlassen kann, dürfte das eine noch beeindruckendere Rocky-Story fortschreiben. Brown debütierte 2007 mit einem T.K.o.-Sieg gegen Matt Arroyo in der UFC und konnte auch danach drei von vier Kämpfen gewinnen. Anfang 2010 startete mit einer Aufgabe-Niederlage gegen Ricardo Almeida jedoch eine niederschmetternde Negativserie – nach diesem Kampf verlor Brown auch gegen Chris Lytle, Brian Foster und Seth Baczynski vorzeitig auf der Matte. Lediglich John Howard konnte er zwischendurch besiegen, ironischerweise der einzige von Browns Gegnern aus dieser Zeitspanne, der heute noch bei der UFC unter Vertrag steht. „Es war hart, aber ich konnte mich selbst aus dieser Situation herauskämpfen“, so Brown über diese Zeit im exklusiven Interview mit uns, das ihr in der nächsten Ausgabe des GnP-Magazins lesen könnt. „Die Härte gegen sich selbst, die dazu nötig ist, ist zum Teil angeboren und zum Teil gelernt. Ich glaube, es ist die Mischung daraus, die letztlich zum Erfolg führt.“

Was immer es war, dieser Erfolg gibt ihm recht: Sieben Gegner hat „The Immortal“ seit seinem Karrieretief bezwungen, sechs davon durch Knockout. Mit Mike Swick, Jordan Mein, Mike Pyle und Erick Silva hat Brown dabei zuletzt auch sehr solide Kämpfer auf die Bretter geschickt, jedoch nie einen Gegner aus der Top Ten. Ein solcher wird ihm am kommenden Wochenende mit Robbie Lawler gegenüberstehen – das letzte fehlende Puzzleteil auf dem Weg zum Titelkampf.

Anthony Johnson vs. Antonio Rogerio Nogueira
Im Co-Hauptkampf wird zwar vielleicht kein weiterer neuer Titelherausforderer gekürt, der Sieger dieses Duells wird sich aber mit einiger Sicherheit einen ansehnlichen Schritt in Richtung Jon Jones oder Daniel Cormier bewegen, die am 27. September bei UFC 178 den Gürtel unter sich ausmachen werden.

Anthony „Rumble“ Johnson (17-4) zeigte im UFC-Weltergewicht jahrelang im wahrsten Worte des Wortes massives Potential, schaffte es aber nie ganz nach oben. Der Durchbruch an die Spitze wurde letztendlich wohl vor allem dadurch verhindert, dass Johnson eigentlich schon damals zwei Gewichtsklassen weiter nach oben gehört hätte. Nachdem er zwei Mal das Welter- und obendrein noch ein Mal das Mittelgewichtslimit verpasst hatte, wurde Johnson Anfang 2012 nach einer Niederlage gegen Vitor Belfort von der UFC entlassen.

Auch in seinem ersten Kampf außerhalb der UFC, einem Punktsieg gegen David Branch für Titan FC, wog „Rumble“ zu schwer ein. Ein Wechsel ins Halbschwergewicht beseitigte daraufhin diese Probleme, und bis 93 Kilo hat Johnson bisher für ordentlich Furore gesorgt. Vier (T.)K.o.-Siege sowie ein Punktsieg gegen Andrei Arlovski im Schwergewicht brachten ihm im Frühjahr seine zweite Chance in der UFC ein, und Johnson nutzte sie, indem er Phil Davis drei Runden lang dominierte. Nun kann er sich im Co-Hauptkampf einer großen Veranstaltung endgültig rehabilitieren und dabei mit einer überzeugenden Leistung gleich in diejenigen Regionen der Ranglisten einsteigen, die nicht mehr allzu weit von einem Titelkampf entfernt sind.

Für Antonio Rogerio „Little Nog“ Nogueira (21-5) wird dies der erste Kampf seit eineinhalb Jahren sein. Bei UFC 156 bezwang der Brasilianer einen hoch favorisierten Rashad Evans in einem zugegebenermaßen recht spannungsarmen Drei-Ründer nach Punkten. Dies war für den brasilianischen Box-Spezialisten der zweite Sieg in Folge, nachdem er Ende 2011 Tito Ortiz in der ersten Runde T.K.o. schlagen konnte. So wirklich überzeugen konnte Nogueira in der UFC bis auf diesen Sieg und einen weiteren T.K.o. gegen Luiz Cane aus dem Jahr 2009 jedoch nicht. Ein kontroverser Punktsieg gegen den wenig bekannten Jason Brilz und Niederlagen gegen Ryan Bader sowie Phil Davis haben Nogueira bisher von den Top-Plätzen in der Gewichtsklasse ferngehalten.

Ebenfalls nicht geholfen hat dem Zwillingsbruder von Antonio Rodrigo Nogueira bisher seine Verletzungsanfälligkeit – wird „Little Nog“ für einen Event angekündigt, wird unter den Fans gemeinhin davon ausgegangen, dass früher oder später ein Ersatzkämpfer gesucht werden muss. Kurz vor UFC on Fox 12 scheint Nogueira jedoch in bester Verfassung zu sein, was ihm anhand der großen Chance, die er am Samstag bekommen wird, auch zu raten ist. Nogueira geht angesichts des jüngeren, stärkeren und schnelleren Johnson als Underdog in den Kampf, kann sein angeknackstes Image mit einem überzeugenden Sieg aber wieder rehabilitieren und sich im Halbschwergewicht in luftige Ranglistenhöhen katapultieren.

Clay Guida vs. Dennis Bermudez
Im Federgewicht dürfte es am Samstag ordentlich krachen, wenn Clay „The Carpenter“ Guida (31-14) und Dennis „The Menace“ Bermudez (13-3) im SAP Center aufeinandertreffen. Guida, seit Jahren für seinen unorthodoxen und wilden Kampfstil bekannt und Bermudez, ein ehemaliger „The Ultimate Fighter“-Finalist mit Dampf in den Fäusten und unbändigem Siegeswillen, stehen kurz vor dem Sprung in die relevanten Regionen der Federgewichtsklasse und wollen mit einem spektakulären Sieg den nächsten Schritt in Richtung Titelkampf gehen.

Guida, der sich im Frühjahr 2006 den Strikeforce-Leichtgewichtsgürtel sichern konnte und diesen im Sommer des gleichen Jahres an Gilbert Melendez verlor, bevor er im Herbst in der UFC debütierte, ist alles andere als ein 08/15-Kämpfer. Seit seinem Octagon-Debüt hat der langhaarige und langjährige Wohnwagenbewohner jede Menge Höhen und Tiefen erlebt, die in insgesamt neun UFC-Bonus-Schecks für den „Fight-„ oder die „Submission of the Night“ resultierten. Für einen Titelkampf hat es trotz eines Sieges gegen den aktuellen Leichtgewichtschampion Anthony Pettis und einiger beeindruckender Siegesserien bisher nie ganz gereicht – ein Wechsel ins Federgewicht sollte dieses Vorhaben vor eineinhalb Jahren dann doch noch Realität werden lassen. Eine T.K.o.-Niederlage gegen Chad Mendes hat den „Carpenter“ auf dieser Mission im vergangenen Jahr zurückgeworfen, Siege gegen Hatsu Hioki und zuletzt Tatsuya Kawajiri sollen zusammen mit einem Erfolg am Samstag aber den Grundstein für einen möglicherweise letzten Anlauf in Richtung Gürtel bilden.

Etwas dagegen einzuwenden hat Dennis Bermudez, dem seine Titelträume in der UFC bereits Ende 2011 aus den Händen glitten. Zwar ging es damals „nur“ um den Gewinn der 14. TUF-Staffel, die Aufgabe-Niederlage gegen Diego Brandao traf Bermudez dennoch hart – seitdem hat er dafür gesorgt, dass er die Arena nie wieder enttäuscht verlassen muss, denn jeden seiner sechs Kämpfe im Octagon hat „The Manace“ danach gewonnen. Je ein Bonus für den „Fight of the Night“, die „Submission of the Night“ und die „Performance of the Night“ stehen dabei stellvertretend für die beeindruckende Entwicklung, die der Ringer-Experte in den vergangenen Jahren durchgemacht hat. Bermudez hat es geschafft, das Erfolgsrezept von Leuten wie Dan Henderson oder Daniel Cormier auf sich selbst anzuwenden, nämlich seine im Ringen aufgebaute explosive Kraft auch auf seine Fäuste zu übertragen. In Kombination mit hochwertigem Training ist dabei nun ein überall gefährlicher MMA-Kämpfer ohne größere Schwächen herausgekommen, der jedem Federgewicht gefährlich werden kann. Ob er sich bereits genug verbessert hat, um einen ausgefuchsten Veteranen vom Schlage Guidas zu bezwingen? Am Wochenende werden wir es erfahren…

Josh Thomson vs. Bobby Green
Ähnlich wie der Hauptkampf, besteht auch im Leichtgewichtsduell zwischen Josh „The Punk“ Thomson (20-6) und Bobby „King“ Green (22-5) eine überragend gute Chance, dass dieser Kampf von Anfang bis Ende spektakuläre Feuerwerke bieten wird.

Josh Thomson debütierte 2003 im Octagon und gewann zwei Kämpfe hintereinander gegen Gerald Strebendt und Hermes Franca, bevor er in einer berühmt gewordenen Sequenz durch einem eingesprungenen Headkick von Yves Edwards K.o. getreten wurde. Neun Jahre sollte es danach dauern, bis „The Punk“ wieder einen Fuß in den Käfig der UFC setzten sollte. Während dieser Zeit hauptsächlich bei Strikeforce unterwegs, konnte er sich mit einem Punktsieg gegen Gilbert Melendez den Titel der später von der UFC übernommenen Organisation sichern. Noch zwei weitere Male trat Thomson gegen „El Nino“ an, verlor den Titel jedoch an ihn und konnte ihn im dritten Versuch nicht zurückgewinnen.

In seiner UFC-Rückkehr im April des vergangenen Jahres dagegen katapultierte er sich direkt wieder an die Spitze, als er Nate Diaz im selben Gebäude, in dem auch dieser Kampf stattfinden wird, mit einem Headkick auf die Bretter schickte. Dieser beeindruckende Sieg hätte dem Kalifornier eigentlich einen Titelkampf einbringen sollen, bevor Champion Anthony Pettis das Duell verletzt absagen musste. Stattdessen stieg Thomson im Januar gegen Ben Henderson in den Käfig, der ihn nach fünf Runden äußerst knapp nach Punkten schlagen konnte. Nach diesem kontroversen Ergebnis dachte Thomson nach eigenen Angaben kurzzeitig ans Aufhören, scheint nun aber die nötige Motivation wiedergefunden zu haben, sich seinen verlorenen Titelkampf zurückholen zu wollen.

Die Motivation der Zuschauer, für diesen Kampf einzuschalten, dürfte dagegen eher auf der Hoffnung auf einen umwerfenden Kampf begründet sein – Bobby Green scheut sich nicht davor, auf engstem Raum die Fäuste fliegen zu lassen und nimmt eine ansehnliche K.o./Aufgabe-Quote mit in den Käfig. Besonders beeindruckend war in der UFC bisher sein Debüt gegen Jacob Volkmann, den er bei UFC 156 in der dritten Runde per Rear Naked Choke zum Abklopfen zwang. Im November des vergangenen Jahres folgte Sieg Nummer zwei auf etwas kontroverse Art durch T.K.o. nach einem Körper-/Tieftritt gegen James Krause, den der „King“ nur einen knappen Monat später jedoch mit einem Punktsieg gegen Pat Healy wiedergutmachte. Nun wird er mit Josh Thomson auf den mit Abstand prestigeträchtigsten Gegner seiner UFC-Karriere treffen – einen, der ein spektakuläres Duell verspricht.

Vorprogramm:
Abgeschlossen wird das acht Kämpfe starke Vorprogramm am Samstag von einem interessanten Leichtgewichtskampf zwischen Jorge „Gamebred“ Masvidal (26-8) und Daron „Detroit Superstar“ Cruickshank (15-4). Masvidal hat sich seit seinem Profi-Debüt 2003 durch eine Menge bekannter Organisationen gekämpft, darunter Bellator FC, Sengoku und Strikeforce, bevor er nach der Strikeforce-Übernahme durch die UFC im April 2013 im Octagon debütierte. Ein Punktsieg gegen Tim Means sorgte für einen guten Start in der UFC, bevor Masvidal mit einem Aufgabe-Sieg gegen Michael Chiesa wenige Monate später noch einen drauflegte. Zwar musste „Gamebred“ sich im vergangenen November Rustam Khabilov nach Punkten geschlagen geben, kehrte aber im April mit einem Punktsieg gegen Pat Healy wieder zurück.

Nun wird er mit Daron Cruickshank auf einen aufstrebenden Kämpfer treffen, der zwar schon seit 2012 Teil der UFC ist, aber erst in diesem Jahr wirkliches Momentum aufbauen konnte. Der Taekwondo-Spezialist mit einem Ringer-Hintergrund hat genau diese Fähigkeiten genutzt, um nach der 15. TUF-Staffel Chris Tickle, Henry Martinez und Yves Edwards zu besiegen, musste sich während dieser Zeit aber auch John Makdessi sowie Adriano Martins geschlagen geben. In diesem Jahr jedoch hat der „Detroit Superstar“ seinem Spitznamen bisher alle Ehre gemacht – nachdem er im Januar seinen TUF-Kollegen Mike Rio dominierte und schließlich spektakulär per Wheel Kick auf die Bretter schickte, gelang es ihm im Mai, als Underdog den hoch gehandelten Erik Koch per Headkick K.o. zu treten.

Im Halbschwergewicht wird zuvor ein alter Bekannter sein Comeback im Octagon geben, nachdem er vor knapp zwei Jahren um Haaresbreite vom Sport zurückgetreten wäre. Man hätte es ihm tatsächlich nicht verübeln können, wenn er nach harten vorzeitigen Niederlagen gegen Glover Teixeira und Jimi Manuwa einen Schlussstrich gezogen hätte, aber Kyle „Kingsbu“ Kingsbury (11-5-0(1) hat anscheinend doch noch nicht genug vom Käfig – vor knapp drei Jahren hat der Kalifornier mit seinem Punktsieg gegen Fabio Maldonado zum letzten Mal erhobenen Hauptes das Octagon verlassen, bevor eine Niederlage gegen Stephan Bonnar eine ansehnliche Serie von vier Siegen am Stück beendete und das eingangs beschriebene Karrieretief startete.

Mental und körperlich erholt wagt „Kingsbu“ es jetzt noch einmal – ihm gegenüber wird dabei Patrick „Durkin“ Cummins (5-1) stehen. Der 33-Jährige arbeitete zu Anfang dieses Jahres noch als Barista in einem Coffee-Shop, um seine stagnierende MMA-Karriere zu finanzieren. Stagniert hat die Laufbahn aber nicht etwa wegen einigen unglücklichen Niederlagen, sondern, weil in der regionalen Szene Kaliforniens niemand gegen den athletischen Ringer-Experten antreten wollte. Seine Chance auf den Durchbruch kam trotzdem, und zwar so richtig: Als Rashad Evans seinen Kampf gegen Daniel Cormier bei UFC 170 knapp eine Woche vor dem Event absagen musste, musste auf den letzten Drücker ein Ersatz gefunden werden – Cummins startete eine Twitter-Kampagne, bekam den Kampf und wurde nach 79 Sekunden T.K.o. geschlagen. Ein enttäuschendes, aber vorhersehbares Ergebnis, das „Durkin“ im Juni mit einem T.K.o.-Sieg gegen Roger Narvaez wiedergutmachte. 

Im Weltergewicht wird Hernani Perpetuo (17-4) seine zweite Chance auf den ersten UFC-Sieg bekommen – nachdem er seit 2010 in neun Kämpfen ungeschlagen war, gab er in seinem Octagon-Debüt im April eine geteilte Punktentscheidung an Jordan Mein ab. Nun wird der 29-jährige Nova Uniao-Kämpfer auf Tim „The Dirty Bird“ Means (20-6-1) treffen, der zwar schon zwei Mal in der UFC gewinnen konnte, seine restlichen drei Kämpfe dort allerdings verloren hat. Nach Niederlagen gegen Jorge Masvidal und Danny Castillo wurde der 30-jährige Standspezialist bereits einmal entlassen, konnte sich aber mit vorzeitigen Siegen gegen Pete Spratt und Artenas Young zurückarbeiten. Sein Comeback setzte er jedoch einstimmig nach Punkten gegen Neil Magny in den Sand, sodass er in San Jose nun mit dem Rücken zur Wand steht.

Mike „El Cucuy“ de la Torre (12-4) sprang im April kurzfristig in dessen Heimatland für einen Kampf gegen den etablierten kanadischen Veteranen Mark Bocek ein, nachdem er zuvor fünf vorzeitige Siege bei nur einer Niederlage einfahren konnte. Gegen Bocek rief de la Torre eine beeindruckende Leistung ab und sorgte für einen sehr unterhaltsamen Kampf, gab nach 15 Minuten jedoch eine geteilte Punktentscheidung ab. Nun wird der Kalifornier aus dem MMA Lab auf den noch ungeschlagenen Black House MMA-Kämpfer Brian „T-City“ Ortega (8-0) treffen. Der erst 23-Jährige hatte bisher zwar noch keine allzu großen Namen vor den Fäusten, die Gelegenheit dazu kann er sich ab sofort aber erarbeiten – falls er sich am Samstag den neunten Sieg in Folge sichern kann, würde das die UFC-Karriere dieses vielversprechenden Talents gebührend einleiten.

Die hart umkämpfte Leichtgewichtsklasse hat kürzlich zwei weitere Neulinge aufgenommen, die am Samstag im SAP Center aufeinandertreffen werden. Akbarh „El Caballero“ Arreola (22-7-1) und Tiago „Trator“ Santos (18-4-2-1) haben schon einige Erfahrung im Käfig und dürfen nun endlich ihr lang erwartetes UFC-Debüt geben. Der Brasilianer Santos hat zuletzt hauptsächlich für die brasilianische Jungle Fight-Organisation gekämpft, wo er neun Mal nacheinander siegreich war und sieben Gegner vorzeitig bezwang. Arreola dagegen war meist in Mittel- und Südamerika unterwegs und konnte dort sieben seiner letzten neun Kämpfe vorzeitig gewinnen. Nun will der Mexikaner in seinem Octagon-Debüt eine gute Figur machen, um bestenfalls auch im November auf dem ersten UFC-Event in seiner Heimat auf dem Programm zu stehen.

Im Federgewicht will Steven “Super” Siler (23-12) zeigen, dass er es in der UFC zu etwas bringen kann. Der TUF 14-Teilnehmer wird dank seines jungenhaften Aussehens wohl nie den Respekt bekommen, der ihm zusteht, obwohl seine Leistungen im Käfig eine gänzlich andere Sprache sprechen. Mit Siegen gegen Josh Clopton, Cole Miller, Joey Gambino und Kurt Holobaugh sowie einem völlig unerwarteten K.o. gegen Mike Brown hat der 27-Jährige eigentlich schon längst bewiesen, dass er ins Octagon gehört – nach Niederlagen gegen Dennis Bermudez und Rony „Jason“ braucht er am Samstag jedoch dringend einen Sieg.

Am Samstag wird ihm nun Noad „Neo“ Lahat (7-1) gegenüberstehen. Lahat verlor sein UFC-Debüt im Februar spektakulär durch K.o., als Godofredo Castro seine Kniescheibe in „Neos“ Gesicht versenkte. In San José steht Lahat daher mit dem Rücken zur Wand, sein Kopf wird aber vermutlich anderswo sein. Der erst zweite Israeli in der UFC wird direkt nach dem Kampf in seine Heimat zurückfliegen, um wieder in die Armee einzutreten, in der er über drei Jahre lang gedient hat, und vermutlich im Konflikt um den Gaza-Streifen eingesetzt werden.

Zuvor wird im Weltergewicht der Schwede Andreas „Real Steel“ Stahl (9-0) auf den Brasilianer Gilbert „Durinho“ Burns (7-0) treffen. Stahl, ein Trainingspartner von Alexander Gustafsson, Nico Musoke und Niklas Bäckström, ist in neun Profi-Kämpfen noch ungeschlagen und will es nun seinen Teamkollegen aus dem Stockholmer Allstars Team gleichtun und auch in der UFC Erfolge feiern. Der 28-Jährige wurde ebenfalls noch nicht besiegt und hat mit den Blackzilians in Florida ein ebenso respektiertes Team hinter sich wie sein schwedischer Gegner. Er hat darüber hinaus jeden seiner Gegner vorzeitig besiegt, dieses Duell zweier talentierter Newcomer könnte daher das Potential haben, den größeren Namen auf dem Programm die Show zu stehlen.

Der erste Kampf des Abends wird gleichzeitig das einzige Duell zwischen zwei Frauen sein. Im zweiten Strohgewichtskampf in der Geschichte der UFC werden Joanna Jedrzejczyk (6-0) und Juliana „Ju Thai“ de Lima Carneiro (6-1) aufeinandertreffen. Die Polin Jedrzejczyk gewann im Juni den bisher größten Kampf ihrer Karriere durch K.o. gegen die UFC-Veteranin Rosi Sexton, und nun macht sie gleich den nächsten großen Sprung. De Lima dagegen verlor ihren einzigen Kampf bei Invicta FC nach Punkten gegen Katja Kankaanpaa, konnte darüber hinaus aber alle anderen ihrer Gegnerinnen bezwingen. Die Brasilianerin sollte eigentlich Teil der 20. TUF-Staffel sein, die ausschließlich aus Strohgewichts-Kämpferinnen besteht, wurde aber wegen mangelnder Englisch-Kenntnisse aus dem Teilnehmerfeld ausgeschlossen. Für de Lima hätte es schlimmer kommen können, denn immerhin bekommt sie so nun schon um einiges früher ihre Chance in der UFC – ob sie diese nutzen kann, werden wir am Samstagabend sehen.

Anbei das gesamte Programm:

UFC on FOX 12: Lawler vs. Brown
Samstag, 26. Juli 2014
SAP Center in San Jose, Kalifornien, USA

Hauptprogramm (ufc.tv)
Robbie Lawler vs. Matt Brown
Anthony Johnson vs. Antonio Rogerio Nogueira
Clay Guida vs. Dennis Bermudez
Josh Thomson vs. Bobby Green

Vorprogramm (ufc.tv)
Jorge Masvidal vs. Daron Cruickshank
Kyle Kingsbury vs. Patrick Cummins
Hernani Perpetuo vs. Tim Means
Michael De La Torre vs. Brian Ortega

Vorprogramm (UFC Fight Pass)
Akbarh Arreola vs. Tiago dos Santos
Steven Siler vs. Noad Lahat
Andreas Stahl vs. Gilbert Burns
Juliana Lima vs. Joanna Jedrzejczyk