MMA

UFC Krakow Ergebnisse: Cro Cop revanchiert sich

Mirko Cro Cop konnte in Krakau ein erfolgreiches UFC-Comeback und eine gelungene Revanche feiern (Foto: Florian Sädler).

Am 11. April war die UFC erstmalig in Polen zu Gast, genauer gesagt in Krakow. Vor knapp 10.000 Zuschauern kehrte dort Kampfsportlegende Mirko Cro Cop nach dreieinhalb Jahren Abstinenz ins Octagon zurück und traf dabei in Gabriel Gonzaga auf eine alte Nemesis. Wir waren für euch vor Ort und haben die Ergebnisse:

Gabriel Gonzaga vs. Mirko Cro Cop
Zwar stand im zweiten Kampf zwischen Gabriel Gonzaga und Mirko Cro Cop nicht, wie im ersten Duell vor acht Jahren, ein Titelkampf auf dem Spiel, und doch war dieser Kampf wichtig für die beiden Veteranen. Zu Beginn zeigten Cro Cop und Gonzaga sich dann auch höchst verhalten und zirkelten den Großteil der Runde lediglich umeinander herum, bevor Gonzaga einen Takedown durchbrachte. Kickboxexperte Cro Cop versuchte sich anschließend direkt an einem Beinhebel, den Gonzaga jedoch mit der gleichen Technik konterte. Keiner der beiden konnte jedoch allzu viel damit herausholen.

In Runde zwei nutzte Gonzaga Cro Cops patentierten linken Headkick, um sich darunter wegzuducken und den Kroaten erneut auf die Matte zu befördern. Auch dieses Mal konnte er am Boden jedoch nicht besonders viel ausrichten. Im dritten Durchgang klingelte Cro Cop seinen Gegner schließlich aus dem Clinch heraus mit einem Ellbogenstoß an und hielt anschließend weiter mit voller Kraft drauf. Dieser Treffer sollte schließlich den Anfang vom Ende für Gonzaga markieren, der wenig später unter den Schlägen seines Gegners und dem frenetischen Jubel der zahlreichen anwesenden Cro Cop-Fans zu Boden ging.
Mirko Cro Cop bes. Gabriel Gonzaga via T.K.o. (Schläge) nach 3:30 Min. in Rd. 3

Jimi Manuwa vs. Jan Blachowicz
Im Co-Hauptkampf traf Lokalmatador Jan Blachowicz in einem Duell zweier schlagstarker Halbschwergewichte auf den Briten Jimi Manuwa. Die Atmosphäre in der Krakauer Arena ist elektrisiert, als Ringrichter Marc Goddard das Duell freigibt. Wie erwartet, tauschten die Zwei zunächst harte Hände und Kicks aus, Manuwas Strategie schien es allerdings zu sein, Blachowicz im Klinch mit Kniestößen ein wenig den Wind aus den Segeln zu nehmen. Auf diese Weise wechselte sich das Geschehen zwischen Standkampf und Clinchen ab, wobei Manuwa mit harten Kicks und schnelleren Händen etwas aktiver war als Blachowicz und den Clinch dabei meist von sich aus initiierte. Mit der Zeit schien Bachowicz diesem Verlauf Tribut zollen zu müssen und bewegte sich zunehmend im Rückwärtsgang, was Manuwa dazu nutzte, ein noch höheres Volumen an Tritten zu platzieren.
Jimi Manuwa bes. Jan Blachowicz einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 29:28)

Pawel Pawlak vs. Sheldon Westcott
Im Weltergewicht trafen Pawel Pawlak und Sheldon Westcott aufeinander, die beide für actionreiche und oft genug vorzeitig endende Kämpfe bekannt sind. In Krakau war davon bis auf vereinzelte, spektakuläre Ausbrüche allerdings wenig zu sehen. Zwar konnte Pawlak Westcott zu Beginn der zweiten Runde mit einem Kniestoß auf die Matte setzen und hin und wieder ließen die beiden etwas unsauber die Fäuste fliegen, die mit Abstand meiste Zeit verbrachten sie aber am Käfigzaun und auf dem Boden. Während Westcott sich in diesen Situationen damit zufrieden zu geben schien, seine aktuelle Position zu behalten, war Pawlak dort meist etwas aktiver und konnte so mehr Akzente setzen.
Pawel Pawlak bes. Sheldon Westcott einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28)

Joanne Calderwood vs. Maryna Moroz
Weiter ging es auf dem Hauptprogramm: Vor den Augen von Strohgewichts-Championesse Joanna Jedrzejczyk wollte Joanna Calderwood sich mit einem Sieg über Maryna Moroz einen Titelkampf in ihrer Heimatstadt Glasgow erarbeiten, die Ukrainerin machte ihr allerdings einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Von Anfang an setzte Moroz die versierte Thaiboxerin mit harten Fäusten unter Druck, bevor sie Calderwood aus dem Stand in ihre Guard zog und direkt einen Armbar ansetzte, in dem der Schottin nichts anders übrig blieb als Abzuklopfen.
Maryna Moroz bes. Joanne Calderwood via Aufgabe (Armbar) nach 1:30 Min. in Rd. 1


Vorprogramm:

Seth Baczynski vs. Leon Edwards
Für den letzten Vorkampf blieben nur noch 20 Minuten Zeit, bevor das Hauptprogramm beginnen sollte. Zum dritten Mal nacheinander wurden die Walkouts daher übersprungen, was sich kurze Zeit später als unnötig herausstellen sollte. Seth Baczynski setzte Leon Edwards von der ersten Sekunde an unter Druck, vernachlässigte dabei jedoch seine Deckung und wurde während eines Kicks prompt von einer harten Linken ausgeknockt. Edwards ging seelenruhig in seine Ecke zurück, bevor irgendjemand in der Halle überhaupt realisieren konnte, dass der Kampf bereits vorbei war. Der imposante Knockout ist der zweitschnellste in der Geschichte der UFC-Weltergewichtsklasse.
Leon Edwards bes. Seth Baczynski via K.o. (Schläge) nach 0:08 Min. in Rd. 1

Bartosz Fabinski vs. Garreth McLellan
Bartosz Fabinski stieg als kurzfristig eingesprungener Ersatzgegner ins Octagon und verließ es mit einem beeindruckenden Sieg. Takedowns, Bodenkontrolle und Groundandpound ließen Garreth McLellan keine Chance, sodass die Punktrichter Fabinski nach drei dominanten Runden den einstimmigen Punktsieg zusprachen und dem polnischen Publikum nach vier sieglosen Kämpfen ihrer Lokalmatadoren endlich etwas zu Feiern gaben.
Bartosz Fabinski bes. Garreth McLellan einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:27)

Sergio Moraes vs. Mickael Lebout
Im Weltergewicht kehrte der dreimalige BJJ-Weltmeister Sergio Moraes nach einer fast zweijährigen Verletzungspause ins Octagon zurück. Nach einer Abtastphase im Stand versuchte Moraes sich an einem ersten Takedown, der jedoch von Lebout abgewehrt wurde. Auch weitere Versuche, den Franzosen auf die Matte zu bekommen, blieben erfolglos, sodass Moraes weiter im Stand harte Einzelaktionen versuchte, die aber nie sauber durchkamen. Erstkurz vor Ende der Runde schaffte der Brasilianer es, Lebout zu Boden zu bringen, konnte mit zehn Sekunden auf der Uhr aber nichts mehr daraus machen.

Im zweiten Durchgang schien Lebout etwas selbstbewusster zu werden, ließ sich auf ein etwas offeneres Boxduell mit Moraes ein und kam häufiger durch als noch in den ersten fünf MInuten. Die dritte Runde eröffnete Moraes mit einem harten linken Haken, von dem sich Lebout jedoch kaum beeindrucken ließ. Einige Schlagabtausche später gelang Moraes schließlich der zweite Takedown des Kampfes, und von da an ging es bergab für Lebout. Zwar konnte er sich am Boden gut verteidigen und sich Sekunden vor Kampfende sogar noch in die Guard seines Gegners drehen, einen großen Teil der Runde verbrachte er jedoch damit, sich gegen Moraes zu verteidigen.
Sergio Moraes bes. Mickael Lebout einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28)

Damian Stasiak vs. Yaotzin Meza
Das Federgewichtsduell zwischen Damian Stasiak und Yeotzin Meza spielte sich bis auf wenige Sekunden am Anfang jeder Runde größtenteils auf der Matte ab. Beide Kämpfer versuchten sich an diversen Aufgabegriffen, von Guillotine Chokes über Armhebel bis hin zu einem Rear Naked Choke, mit dem Stasiak sein UFC-Debüt beinahe gewonnen hätte. Die ersten zwei Runden über hatten beide Kämpfer ihre Momente, im letzten Durchgang jedoch schien Stasiak die Luft auszugehen, wodurch Meza seinen Punktsieg manifestieren konnte.
Yaotzin Meza bes. Damian Stasiak einstimmig nach Punkten (30:27, 29:28, 29:28)

Daniel Omielanczuk vs. Anthony Hamilton
Im Schwergewicht lieferten sich Daniel Omielanczuk und Anthony Hamilton ein zwar recht unspektakuläres, aber kräftezehrendes Duell. Von Anfang an versuchte Hamilton, die Distanz zu überbrücken und Omielanczuk im Clinch und am Boden zu überwältigen. Das funktionierte die meisten der 15 Minuten Kampfzeit über auch sehr gut – zwar kam Hamilton nie wirklich nahe an ein Finish, hinderte Omielanczuk aber effektiv daran, größere eigene Offensive anbringen zu können und wurde damit nach drei Runden mit dem einstimmigen Punktsieg belohnt.
Anthony Hamilton bes. Daniel Omielanczuk einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 29:27)

Aleksandra Albu vs. Izabela Badurek
Im Strohgewicht der Frauen traf die Polin Izabela Badurek auf Aleksandra Albu aus Russland. Die ehemalige Bodybuilderin Albu ging als Underdog in den Kampf, schien aber von Anfang an die fittere der beiden Kämpferinnen zu sein. Im Stand landete sie die härteren Treffer, vermutlich deshalb versuchte Badurek, den Kampf auf die Matte zu verlagern. Den gewünschten Erfolg brachte ihr das jedoch nicht, in Runde zwei musste sie in einem Guillotine Choke ihrer Gegnerin aufgeben.
Aleksandra Albu bes. Izabela Badurek via Aufgabe (Guillotine Choke) nach 3:34 Min.  in Rd. 2

Marcin Bandel vs. Stevie Ray
Marcin Bandel ist für seine Beinhebel bekannt. Das wusste auch der kurzfristig eingesprungene Schotte Stevie Ray, der sein UFC-Debüt dementsprechend begann und mit einem tiefen Stand scheinbar jeglichen Takedowns vorbeugen wollte. Bandel bekam ihn trotzdem zu packen und nahm gleich Rays Beine ins Visier, der sich jedoch einige Zeit lang aus gefährlichen Situationen heraushalten und stattdessen sogar in die Oberlage gelangen und Bandel mit einem Arm Triangle Choke gefährlich werden konnte.

In Runde zwei verlagerte sich das Geschehen erneut schnell auf den Boden, Ray sicherte sich jedoch erneut die Oberlage und deckte Bandel von dort aus mit harten Schlägen ein, die den Ringrichter schließlich zum Kampfabbruch zwangen.
Stevie Ray bes. Marcin Bandel via T.K.o. (Schläge) nach 1:35 Min. in Rd. 2

Taylor Lapilus vs. Rocky Lee
Im ersten Kampf des Abends traf Taylor Lapilus auf Rocky Lee. Von Anfang an konnte Lapilus dabei seinen Erfahrungsvorteil ausspielen, Lees Takedownversuche abwehren und ihn im Stand mit kurzen Boxkombinationen und Lowkicks auspunkten. Zwar kam er nicht oft genug durch, um seinen Gegner ernsthaft in Gefahr zu bringen, nach drei Runden gab es jedoch keinen Zweifel daran, wer das Duell gewonnen hatte.
Taylor Lapilus bes. Rocky Lee einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:27)


Anbei alle Ergebnisse im Überblick:

Hauptprogramm:
Mirko Cro Cop bes. Gabriel Gonzaga via T.K.o. (Schläge) nach 3:30 Min. in Rd. 3
Jimi Manuwa bes. Jan Blachowicz einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 29:28)
Pawel Pawlak bes. Sheldon Westcott einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28)
Maryna Moroz bes. Joanne Calderwood via Aufgabe (Armbar) nach 1:30 Min. in Rd. 1

Vorprogramm:
Leon Edwards bes. Seth Baczynski via K.o. (Schläge) nach 0:08 Min. in Rd. 1
Bartosz Fabinski bes. Garreth McLellan einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:27)
Sergio Moraes bes. Mickael Lebout einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28)
Yaotzin Meza bes. Damian Stasiak einstimmig nach Punkten (30:27, 29:28, 29:28)
Anthony Hamilton bes. Daniel Omielanczuk einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 29:27)
Aleksandra Albu bes. Izabela Badurek via Aufgabe (Guillotine Choke) nach 3:34 Min. in Rd. 2
Stevie Ray bes. Marcin Bandel via T.K.o. (Schläge) nach 1:35 Min. in Rd. 2
Taylor Lapilus bes. Rocky Lee einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:27)