MMA

UFC Fight Night 63 Ergebnisse: Chad Mendes beeindruckt

Chad Mendes konnte gegen Ricardo Lamas den vielleicht imposantesten Sieg seiner Karriere einfahren (Foto: Zuffa LLC).

Ungewohnter Weise einmal zu einer vernünftigen Uhrzeit fand am Samstag in Fairfax im US-Bundesstaat Virginia die UFC Fight Night 63 statt. Mit Chad Mendes, Ricardo Lamas, Clay Guida und Dustin Poirier waren eine ganze Reihe bekannter Gesichter im Patriot Center zugegen, die es anschließend mit ganz unterschiedlichen Ergebnissen in der Tasche wieder verlassen haben. Wir haben für euch die Ergebnisse:


Chad Mendes vs. Ricardo Lamas
Über den kurzen Hauptkampf gibt es eigentlich recht wenig zu sagen, obwohl über ihn in den nächsten Monaten wohl noch eine Menge geredet werden wird: Lamas hielt Mendes in der Anfangsphase des Kampfes mit seinem variablen Tritt-Arsenal auf Distanz, nach knapp zwei Minuten kam Mendes jedoch mit einer harten Rechten durch, die Lamas auf äußerst wacklige Beine stellte. Zwar ging er nicht K.o. und konnte sich mehrfach aus der unmittelbaren Gefahrenzone retten, stolperte anschließend aber immer wieder sichtlich durchgerüttelt rücklings auf die Matte oder gegen den Käfigzaun, wo Mendes mit Folgeschlägen den Sack zu machte.

Jorge Masvidal vs. Al Iaquinta
Im, oder besser gesagt im Anschluss an den Co-Hauptkampf demonstrierte Al „Raging“ Iaquinta, woher sein Spitzname rührt. Im Duell mit dem Veteranen Jorge Masvidal schien das junge Talent aus Matt Serras Team Probleme mit der Erfahrung und Abgebrühtheit seines Gegners zu haben – Masvidal gelang es in Runde eins, Iaquintas Box-Kombinationen von sich fern zu halten ihn stattdessen sogar niederzuschlagen. Aus diesem Erfolg schien der 30-Jährige allerdings die falschen Schlüsse zu ziehen und machte es sich in den beiden folgenden Durchgängen ein wenig zu gemütlich, was Iaquinta erlaubte, mit Lowkicks und einem steten Vorwärtsgang Punkte zu sammeln. Obwohl Masvidal zu keiner Zeit in Gefahr war und das Geschehen im Stand und mit seiner Takedownverteidigung meist unter Kontrolle behielt, gaben zwei der drei Punktrichter nach 15 Minuten zwei Runden an den aktiveren Iaquinta, während der dritte alle drei Durchgänge für Masvidal wertete. Als Bruce Buffer das Urteil verkündete, stürmte Masvidal fassungslos aus dem Octagon, während ein blutender Iaquinta das laute Buhen des Publikums auf sich selbst bezog - das obligatorische Interview mit Jon Anik brach der New Yorker daher kurzerhand ab, allerdings nicht, ohne sich bei den Zuschauern in der Halle vorher so richtig unbeliebt zu machen: "Ich hoffe, ihr buht nicht mich aus. Ich habe mir hier gerade meinen verdammten Arsch aufgerissen, fickt euch!"

Michael Chiesa vs. Mitch Clarke
Im Leichtgewicht kehrte Michael Chiesa nach der enttäuschenden Niederlage gegen Joe Lauzon mit einem Sieg zurück. Mitch Clarke schien körperlich unterlegen zu sein und fand sich gegen den Grappling-Experten immer wieder auf dem Rücken oder mit Chiesa auf seinem Rücken wieder. Zwar konnte sich der Kanadier dort gut gegen zig Choke-Versuche verteidigen und konnte die dritte Runde dank aggressiver Box-Kombinationen sogar noch an sich reißen, nach den zwei harten Durchgängen zuvor reichte das aber nicht für den Sieg.

Julianna Pena vs. Milana Dudieva
Ganze eineinhalb Jahre, nachdem sie durch die 18. „Ultimate Fighter“-Staffel gestürmt und zur ersten weiblichen Siegerin der Reality-Serie geworden ist, kehrte Julianna Pena mit einem dominanten Erstrunden-T.K.o. gegen Milana Dudieva auf die Siegerstraße zurück. Von der horrenden Knieverletzung, die sie so lange aus dem Octagon ferngehalten hat, war in Fairfax nichts mehr zu sehen. Nachdem sie einen Takedownversuch Dudievas zunächst verteidigte und dann doch auf dem Rücken landete, drehte sich Pena raus und landete in der Mount, von wo aus sie ihre Gegnerin unermüdlich mit Groundandpound bearbeitete. Zwar gingen eine Menge Schläge ins Leere, letztlich brachte sie aber genug Schläge und Ellbogen ins Ziel, um den Ringrichter zum Abbruch zu zwingen.

Clay Guida vs. Robbie Peralta
Wer gegen Clay Guida ins Octagon steigt, weiß genau, was auf ihn zukommt – ein unermüdliches Energiebündel, das mit einem unorthodoxen Kampfstil schon vielen Gegnern Probleme bereitet hat, u.a. Anthony Pettis und Rafael dos Anjos. Auch Robbie Peralta hatte letztlich kein Rezept gegen Guidas gnadenlose Ringerattacken und verbrachte den Großteil der drei Runden auf dem Rücken. In der kurzen Zeit, die die beiden auf den Beinen verbrachten, konnte der Power-Puncher zu wenige Schläge anbringen, sodass der Veteran nach 15 Minuten eine dominante Punktentscheidung mit nach Hause nehmen konnte.

Dustin Poirier vs. Carlos Diego Ferreira
Im ersten Kampf des Hauptprogramms bog auch Dustin Poirier nach seiner enttäuschenden K.o.-Niederlage gegen Conor McGregor wieder auf die Siegerstraße ein. Carlos Ferreira hatte im Vorfeld angekündigt, Poirier früh überrumpeln und so seinen Willen brechen zu wollen, damit hatte er sich gegen Poirier aber offenbar etwas zu viel vorgenommen. Das ehemalige Federgewicht entwischte einem Takedown des BJJ-Experten stilsicher mit einer Vorwärtsrolle und schlug ihn wenig später nieder. An dieser Stelle war der Kampf im Prinzip gelaufen, einige Folgeschläge später musste der Ringrichter dazwischen gehen.


Die Ergebnisse im Überblick:

Chad Mendes bes. Ricardo Lamas via T.K.o. (Schläge) nach 2:45 Min. in Rd. 1
Al Iaquinta bes. Jorge Masvidal geteilt nach Punkten (29:28, 27:30, 29:28)
Michael Chiesa bes. Mitch Clarke einstimmig nach Punkten (29:26, 29:26, 29:28)
Julianna Pena bes. Milana Dudieva via T.K.o. (Schläge und Ellbogen) nach 3:59 Min. in Rd. 1
Clay Guida bes. Robbie Peralta einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:27)
Dustin Poirier bes. Carlos Diego Ferreira via K.o. (Schläge) nach 3:45 Min. In Rd. 1

Liz Carmouche bes. Lauren Murphy einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28)
Alexander Yakovlev bes. Gray Maynard einstimmig nach Punkten (30:27, 29:28, 30:27)
Timothy Johnson bes. Shamil Abdurakhimov via T.K.o. (Schläge) nach 4:57 Min. In Rd. 1)
Ron Stallings bes. Justin Jones einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 30:27)